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1949 (0077)

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CC BY-NC-SA: Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: 1949 (0077)

Periodical

Persistent identifier:
86316854X
Title:
Saarbrücker Bergmannskalender
ZDB-ID:
ZDB Icon2862115-3
Place of publication:
Saarbrücken
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Periodical
Collection:
Periodicals
Mining
Erscheinungsverlauf:
1873 - 1962
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger

Volume

Persistent identifier:
86316854X_0077
URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-456604
Title:
1949
Volume count:
0077
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Volume
Collection:
Mining
Year of publication:
1949
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger
Digitised pages:
202

Chapter

Title:
Gemischte Beiträge
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter
Digitised pages:
174

Contents

Table of contents

  • Saarbrücker Bergmannskalender
  • 1949 (0077)
  • Cover
  • Title page
  • Imprint
  • Inserate I
  • Kalender
  • Gemischte Beiträge
  • Inserate II
  • Contents
  • Cover

Full text

Die saarbrückisdbe Porzellan- 
und Fayence -^Manufaktur in Ottweiler 
Z wei Regenten sind es, die Mitte des 18. 
Jahrhunderts im saarländisch-pfälzi 
schen Westen als bedeutende Kultur 
träger zu nennen sind : Fürst Wilhelm 
Heinrich von Nassau-Saarbrücken und Herzog 
Christian IV. von Zweibrücken, die Lohmeyer 
als die typischen Rokokoregenten bezeichnet. 
Dass beide denn auch bestrebt waren, ihre eige 
nen Porzellanmanufakturen zu besitzen, ist ver 
ständlich. Bei Wilhelm Heinrichs Bestrebungen 
in dieser Richtung kam vielleicht noch der Um 
stand hinzu, dass seine Gemahlin Sophie von 
Erbach, mit dem französischen Dichter Diderot 
befreundet, engste Beziehungen zu den Höfen 
von Versailles und Dresden pflegte, die beide 
darin wetteiferten, sich in kostbaren Porzellan 
erzeugnissen zu überbieten. So ist nicht von der 
Hand zu weisen, dass der Gedanke der Grün 
dung einer Porzellanmanufaktur im Saarbrücker 
Lande von dem Geist dieser beiden glänzendsten 
Höfe des damaligen Europa beeinflusst wurde. 
Jedenfalls kamen die ersten Einflüsse bei der 
Gründung der Ottweiler Manufaktur von Frank 
reich. Am 29. Dezember 1763 erschien vor der 
Saarbrücker Kammer der aus Rouen stammende 
Dominique Pelleve, « Fabricant de porce- 
laine », und verpflichtete sich, eifrig und recht 
schaffen die auf Kosten des Fürsten zu errich 
tende Fabrik zu verwalten. Mindestens zehn 
Jahre wollte er in Diensten Wilhelm Heinrichs 
bleiben und diesen mit allen Geheimnissen der 
Fabrikation vertraut machen. Bereits Monate zu 
vor hatte der Fürst die Mühle unter dem Neu 
weilerdamm gekauft, die nun als Quarzmühle 
Verwendung fand. In der Nähe des fürstlichen 
Sommerpavillons wurde der langgestreckte, ein 
stöckige Hauptbau errichtet, zu dem im Laufe 
der Zeit weitere Nebengebäude traten. 
In der Geschichte der französischen Keramik 
hat übrigens der Name « Pelleve » eine gewisse 
Bedeutung, und wir dürfen annehmen, dass 
Dominique Pelleve in verwandtschaftlichen Be 
ziehungen zu einem Pierre Pelleve stand, dem 
ersten Direktor der 1737 gegründeteh Fayence- 
Fabrik Sinceny, die wieder eine ureigene Schöp 
fung der Marquise de Pompadour war. 
Pelleve wurde also der technische Leiter der 
neuen Anstalt und erhielt anfangs Januar 1764 
einen Jeremias Wagner aus Rauweiler im Saar- 
werdischen als kaufmännischen Mitarbeiter, der 
jedoch nur kurze Zeit in Ottweiler blieb. Sein 
Nachfolger wurde Isaac V i 11 e, der aus Valen 
gin in der Grafschaft Neuchätel stammte und 
damals in Zweibrücken wohnte. Selbstverständ 
lich blieb der Fürst bemüht, auswärtige Kräfte 
von Ruf, nämlich «sehr geschulte Porzellan 
maler », für seine Ottweiler Manufaktur zu 
gewinnen. . 
So begegnet uns im Oktober des Jahres 1765 
der berühmte Modelleur Paul Louis Cyffle, 
der von der Fayencefabrik Gabriel Chambrette 
aus Luneville kam. Diesen Künstler beauftragte 
Wilhelm Heinrich eines Tages, ohne Böses zu 
ahnen, geschickte französische Arbeiter für die 
Ottweiler Fabrik anzuwerben, weiter in Frank 
reich eine Gesellschaft zur Uebernahme der 
Manufaktur zusammenzubringen, in die Cyffle 
als technischer Leiter eintreten sollte. 
Dieser bedeutende Künstler sollte nun der 
Porzellanfabrik schnell verlorengehen. Cyffle be 
fürchtete, als Künstler innerhalb einer Privat 
gesellschaft in den Hintergrund gedrängt zu 
werden, ganz abgesehen davon, dass er sich mit 
Pelleve nicht zu verstehen schien. Aber noch 
ein weiterer Grund schien für Cyffles Haltung 
mitentscheidend gewesen zu sein. Der junge 
Pelleve, der damals in Luneville weilte, um eine 
Stelle als Meister in der Fayencefabrik anzuneh 
men, schien der Madame Cyffle kein besonders 
gutes Bild von Ottweiler entworfen zu haben, 
so dass sie mit Tränen ihren Mann beschwor, 
sie nicht in dieses Land zu führen, in dem sie 
auf vieles verzichten müsse. 
Dass das Ottweiler Unternehmen des Fürsten 
florierte, bezeugt allein schon die Tatsache, dass 
im Februar 1766 ein förmliches Verbot der Ein 
fuhr von fremdem Porzellan und Fayence erlas 
sen wurde. Angesichts des guten Ganges des 
Werkes, in dem man noch im September 1767 
Versuche mit neu gefundener heimischer Erde 
machte, war man allgemein überrascht, dass 
Pelleve plötzlich seine Stelle aufgab. Die wahren 
Motive blieben unbekannt, und die Akten sagen, 
dass ihm «irgendwelche niederträchtige oder 
malitiöse Handlungen » nicht nachge^agt werden 
konnten.
	        

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1949. Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek, 1949. Print.
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