SULB digital Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

1948 (0076)

Access restriction

There is no access restriction for this record.

Copyright

CC BY-NC-SA: Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: 1948 (0076)

Periodical

Persistent identifier:
86316854X
Title:
Saarbrücker Bergmannskalender
ZDB-ID:
ZDB Icon2862115-3
Place of publication:
Saarbrücken
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Periodical
Collection:
Periodicals
Mining
Erscheinungsverlauf:
1873 - 1962
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger

Volume

Persistent identifier:
86316854X_0076
URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-454108
Title:
1948
Volume count:
0076
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Volume
Collection:
Mining
Year of publication:
1948
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger
Digitised pages:
249

Chapter

Title:
Gemischte Beiträge
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter
Digitised pages:
222

Contents

Table of contents

  • Saarbrücker Bergmannskalender
  • 1948 (0076)
  • Cover
  • Prepage
  • Title page
  • Imprint
  • Preface
  • Kalendarium
  • Gemischte Beiträge
  • Contents
  • Cover

Full text

186 
raden, die noch vor Sekunden und Minuten 
in der Blüte ihres Lebens unter uns standen, 
lagen jetzt zerschmettert im Schachtsumpf,“ 
Die Pensionäre merkten gar nicht, daß sie 
schon lange auf demselben Platze standen, 
wo damals der Tod so reich erntete. Erst als 
Bachwendel die Tränen in den Bart rannen, 
gingen sie weiter. Auch ihre Tränen rannen, 
als Wendel endigte: „Erst konnte ichs nicht 
fassen, daß auch Müllerfranz dabei war. da 
er doch immer die 2. Schale hatte. Dann 
erinnerte ich mich seines letzten Lächelns, da 
ich auf den Korb getreten war. Keiner hatte 
mich auf dem Büro verlangt, doch rief man 
mich von der Todesschale herunter. Ich 
wußte jetzt, Sie, zu der ich allmorgendlich 
betete, Hatte mich zurückgerufen. Ich folgte 
ihr und ließ unbewußt meinen guten Kame 
raden einsteigen, der jetzt schon 30 Jahre tot 
ist, wo es sicherlich doch von Anfang an für 
mich bestimmt war.. 
Die alten Pensionäre schritten stumm heim 
wärts, nur einer sah noch oft zurück auf den 
einsamen im Abenddämmern versinkenden 
Schacht. Bachwendel dachte an seinen toten 
Kameraden und an seine letzte Fahrt. — 
Daheim aber im guten Stübchen des Berg 
mannshauses hängt noch wohlbehütet und 
sorgsam von den eigenen Söhnen beachtet das 
St. Barbarabild des Urahnen. Nach Wendeis 
Tod wird es einer dieser jungen Knappen er 
halten und weiter hüten. 
Die alte Schrämpicke 
Eine saarländische Bergmannsskizze. 
Schon seit Tagen war die Kohle im Schräm- 
stoß des Querschlages braunrot gefärbt. Nun 
hieb die 2 Meter lange Schrämstange plötz 
lich durch und ins Leere. „Tschtschtsch..“ blies 
die Preßluft. Der Drittelführer und Gesteins 
hauer Jakob Tüll stellte die Maschine ab, 
nahm Brecheisen und Pickhammer und be 
gann das Loch zu vergrößern. Bald sprang er 
hinein in einen noch wohl erhaltenen Arbeits 
punkt, auf den man ganz plötzlich gestoßen 
war. Die Benzinlampe Tülls zeigte keine 
Schlechten Wetter an, sodaß er mit seinem 
alten Kameraden Heiner die alte Arbeit aus 
spähen und absuchen konnte, während die 
beiden Schlepper immer noch vor Ort im 
Qjuerschlag die Kohle förderten. 
Nach einiger Zeit kam der Steiger mit dem 
alten Fahrsteiger Göbel vom jenseitigen Re 
vier, auf das man ja den Querschlag zutrieb. 
„Glückauf“! — 
„Glückauf!“ scholl es den beiden aus der 
Arbeit dumpf entgegen. Die Steiger stiegen 
hinein, indes ruhten draußen die Schlepper 
und lauschten. 
„Eine Arbeit aus der Zeit von vor 1914 ist 
es, ehe die Grube also im Westfeld brannte“ 
sprach Göbel, und gemeinsam mit dem Steiger 
befuhr er den ganzen „alten Mann“. Tüll aber 
hatte längst schon alles ausgemacht. Ganz 
wunderlich kam ihm das alles vor und zwar 
so, als sei er in die heimliche Kammer des 
Berggeistes hineingeraten, so still und seltsam 
war diese verlassene Arbeit. Das ganze Ge- 
zähe stand noch in der Strecke. Ja, die Grube 
war ja über Sonntag in Brand geraten dazu 
mal; kein Knappe war drin gewesen, nur die 
armen Pferde und das Gezähe. 
Überall lag faustdicker Staub, altmodische 
Kettenschüttelrutschen und eine ebensolche 
Schrämmaschine lagen auf der Sohle. Der 
ganze Ausbau stand noch; bis hierher war 
das Feuer nicht vorgedrungen, irgendwo hatte 
ein Damm es abgehalten, vielleicht ein zu 
fälliger Bergbruch. 
Und nun stand Tüll da, eine uralte Schräm 
picke in der Hand und lauschte den Worte* 
de9 Fahrsteigers. Der nannte jetzt sogar 
Namen von Knappen, die vor 30 Jahren hier 
ln‘Arbeit standen. Göbel befuhr ja noch vor 
dem Brand als junger Hilfssteiger dieses Re 
vier: „Heisei, Becker, Tüll, Müller..“ Jäh 
unterbrach ihn jetzt Jakob Tüll: „Tüll!? — 
sagt mir doch Fahrsteiger, war der etwa ver 
wandt mit mir oder wie war sein Vorname?“ 
Göbel sann etwas nach und sagte: „Peter, 
ja Peter Tüll hieß er und ich glaube, 1915 ist 
er in Rußland gefallen...“ 
„Und ich heiße Jakob Tüll, bin sein einziger 
Sohn und — und — und...“. Der junge, sonst 
so harte Bergmann brachte kein Wort mehr 
heraus. Eine alte Picke hielt er dabei in de* 
Händen, die er dem Fahrsteiger gab, der sie 
lange betrachtete. 
Endlich aber sagte Tüll: „Ich stehe also io 
der Arbeit, in der auch schon meines Vaters 
Pickelschlag erklang und dabei seine Schweiß 
tropfen fielen. Mein Vater, — den ich nicht 
gekannt habe, weil er ja schon 1915 in Ruß 
land fiel, dessen Grab ich dort suchte und 
nicht fand, ehe man mich von der Ostfront 
zur Bergarbeit heimnahm. Jetzt aber ist mir, 
als sähe ich ihn hier vor Ort leibhaftig vor 
mir, meinen toten Vater, dessen Schrämpicke 
zu finden ich hier das Glück haben sollte...“. 
Der Fahrsteiger beleuchtete genau das alte 
Gezähestück: „Wahrhaftig“, rief er feierlich.
	        

Cite and reuse

Cite and reuse

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Volume

METS METS (entire work) MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF DFG-Viewer OPAC
TOC

Chapter

PDF RIS

Image

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Volume

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Image

To quote this image the following variants are available:
URN:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

1948. Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek, 1948. Print.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

How many letters is "Goobi"?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.

Diese Website benutzt Cookies, die für den technischen Betrieb der Website erforderlich sind.