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72.1944 (0072)

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Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: 72.1944 (0072)

Periodical

Persistent identifier:
86316854X
Title:
Saarbrücker Bergmannskalender
ZDB-ID:
ZDB Icon2862115-3
Place of publication:
Saarbrücken
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Periodical
Collection:
Periodicals
Mining
Erscheinungsverlauf:
1873 - 1962
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger

Volume

Persistent identifier:
86316854X_0072
URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-423427
Title:
72.1944
Volume count:
0072
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Volume
Collection:
Mining
Year of publication:
1944
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger
Digitised pages:
259

Chapter

Title:
Gemischte Beiträge
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter
Digitised pages:
187

Contents

Table of contents

  • Saarbrücker Bergmannskalender
  • 72.1944 (0072)
  • Cover
  • Title page
  • Kalendarium
  • Gemischte Beiträge
  • Contents
  • Inseratenverzeichnis
  • Inserate

Full text

rannten sie an allen Frontstellen mit einem 
ungeheuren Massenaufgebot an Truppen und 
Material an, um irgendwo durchzubrechen und 
die deutsche Front aufzurollen. Im Mittelab¬ 
schnitt bei Kursk entwickelte sich eine Ma¬ 
terialschlacht von bisher nicht erlebten Di¬ 
mensionen. Am 8. Juli entbrannten im Raum 
Bjelgorod-Orel härteste Kämpfe. Gewaltig 
waren die Abschußziffern von Panzern und 
Flugzeugen. Allein innerhalb dieses Kampf¬ 
abschnitts wurden innerhalb von 16 Tagen, 
seit Beginn der sowjetischen Offensive bis zum 
22. Juli über 5500 Panzer abgeschossen, Sow¬ 
jetregimenter wurden bis auf 30—50 Mann 
zusammengeschossen und dennoch warf Stalin 
immer neue Truppen in den Kampf. Ebenso 
wie die anglo-amerikanischen Truppen immer 
neue Kräfte auf Sizilien landeten, um auch 
hier eine Entscheidung zu erzwingen. 
König Viktor Emanuel verrät Mussolini 
und die Achse. 
Mussolinis Rücktritt am 25. Juli war nicht, 
wie sein Nachfolger kurze Zeit die Welt täu¬ 
schen konnte, ein freiwilliger Schritt, sondern 
das Ergebnis des in der Geschichte der Völker 
schamlosesten Verrates durch König Vik¬ 
tor Emanuel und seiner Hintermänner, 
an ihrer Spitze Pietro B a d o g 1 i o , begangen 
an Mussolini — der mit seiner faschistischen 
Bewegung zwanzig Jahre vorher Italien und 
sein Königshaus vor dem sicheren Untergang 
errettete — am Dreierpakt, und vor allem 
am italienischen Volk selbst. 
Der Duce war das Opfer eines Putsches des 
Königs und Kreisen aus der italienischen 
Armee und Flotte geworden. Und leider mußte 
er in dieser schweren Stunde seines Lebens 
erkennen, daß auch in den Reihen seiner 
eigenen Partei Verräter saßen, die, als man 
ihn zu stürzen wußte, sofort auf die Seite des 
Gegners gingen. 
Mussolini wurde am 25. Juli, nach einer 
kurzen Unterredung mit dem König, in der 
der Verräter die Maske fallen ließ, gefangen 
genommen und durch Carabinieri verschleppt. 
Sechs Wochen lang hetzten ihn Badoglios 
Schergen durch das Land, bis endlich auf 
Befehl des Führers Männer des Sicherheits¬ 
dienstes, der Waffen-H und der Fallschirm¬ 
truppe in einer beispiellos kühnen Tat seine 
Befreiung erzwangen. Kurz bevor der König 
und Badoglio die schändlichste der Schänd- 
lichkeiten, Mussolini an die Feinde auszu- 
liefem, durchführen konnten. Damit hat unser 
Führer der Welt nicht nur bewiesen, was von 
seinem Freundeswort zu halten ist, sondern 
er hat auch unseren Gegnern eine Schlacht 
geschlagen, deren Auswirkungen sie noch 
spüren werden. 
Italiens Verräterkönig und seine Anhänger, 
vornehmlich im höheren Offizierskorps, glaub¬ 
ten Mussolini und den Faschismus zuerst be¬ 
seitigen zu müssen, wenn sie ihr Ziel, der Achse 
untreu zu werden, erreichen wollten. Daher 
wurde der Putsch inszeniert und der Faschis¬ 
mus durch List, Verrat und Waffengewalt nie¬ 
dergemacht. Und während sie Deutschland und 
Japan heuchelten, daß der Kampf weitergehe 
und an eine Kapitulation nicht 2m denken sei, 
verhandelten sie mit Eisenhowers Beauf¬ 
tragten und ließen sich am 3. September einen 
Waffenstillstand diktieren, wie man ihn nur 
einer Führung anbieten kann, die selber das 
Wort Ehre aus ihrem Kodex gestrichen hat, 
die Feigheit dem Kampf und Verlogenheit der 
Wahrheit vorzieht, kurz, die sich selbst ent¬ 
mannt hat. Nur so ist zu begreifen, daß noch 
am achten September der König und der 
Außenminister dem deutschen Geschäftsträger, 
also fünf Tage nach der vollzogenen Kapitu¬ 
lation erklären konnten, Italien werde weiter¬ 
kämpfen. 
Der Führer hat in diesen schicksalsschweren 
Wochen vom 25. Juli bis zum 12. September, 
dem Tag der Duce-Befreiung, gehandelt. Hat 
gründlich gehandelt. Und so wurde der große 
Schlag, wie ihn sich die Angloamerikaner 
durch Italien gegen uns ausgedacht hatten, 
buchstäblich ein Schlag ins Wasser- 
Der deutschen Wehrmacht gelang es in we¬ 
nigen Tagen, nicht nur das Badoglioheer zu 
entwaffnen und jeden aufkommenden Wider¬ 
stand zu brechen, sondern auch alle für 
unsere Kriegsführung wichtigen Positionen im 
italienischen Raum zu beziehen. Damit war 
die Basis für die neue faschistische National¬ 
regierung geschaffen, an deren Spitze sich 
nach seiner Befreiung Benito Mussolini sofort 
stellte. 
Der Duce hat dem italienischen König die 
einzig mögliche Antwort auf sein schamlos¬ 
verbrecherisches Verhalten erteilt, indem er 
ihm den schon längst fälligen Fußtritt ver¬ 
setzte und das italienische Volk aufrief, in 
Schweiß, Blut, Opfer und Kampf sich erneut 
zu bewähren. Bedanken aber für all das Leid, 
die verlorenen Gebiete und für seine vielen 
gefallenen Söhne muß sich Italien bei Viktor 
Emanuel und seinem Vasallen Badoglio, die 
ihm in der Stunde der Not den Dolch in den 
Rücken stießen. 
Die Fronten im August und September. 
Der Feind wagte von Sizilien den Sprung auf 
die italienische 'Südküste, nach Kalabrien, und 
landete starke Truppenkontingente in der 
Bucht von Salerno. Er hat bis in diese Tage 
sehr starke Verluste erlitten und muß jeden 
Meter Boden auf italienischem Raum mit 
schweren und schwersten Verlusten erkaufen. 
Es wird sich später zeigen, ob die Rechnung, 
26
	        

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72.1944. Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek, 1944. Print.
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