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67.1939 (0067)

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Copyright

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Bibliographic data

fullscreen: 67.1939 (0067)

Periodical

Persistent identifier:
86316854X
Title:
Saarbrücker Bergmannskalender
ZDB-ID:
ZDB Icon2862115-3
Place of publication:
Saarbrücken
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Periodical
Collection:
Periodicals
Mining
Erscheinungsverlauf:
1873 - 1962
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger

Volume

Persistent identifier:
86316854X_0067
URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-414117
Title:
67.1939
Volume count:
0067
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Volume
Collection:
Mining
Year of publication:
1939
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger
Digitised pages:
276

Chapter

Title:
Gemischte Beiträge
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter
Digitised pages:
251

Contents

Table of contents

  • Saarbrücker Bergmannskalender
  • 67.1939 (0067)
  • Cover
  • Title page
  • Kalendarium
  • Gemischte Beiträge
  • Inserate

Full text

Völker in der Karikatur 
John Bull, Marianne, Bruder Jonathan, der deutsche Michel 
Wo stammt denn eigentlich John Bull her, der 
Sicke, handfeste Bursche, der Ende des 18. Jahr 
Hunderts in der Karikatur als die Personifika¬ 
tion des englischen Nationalcharakters auf¬ 
tauchte? 1712, im Ausgang des Spanischen Erb¬ 
folgekrieges, an dem England als Gegner Frank¬ 
reichs stark beteiligt war, erschien in London 
der erste Teil einer geistvollen politischen Satire 
mit dem weitschweifigen Titel „Ein Prozeß ist 
ein bodenloser Abgrund, erläutert durch das 
Beispiel des Lord Strutt, John Bull. Nicholas 
Frog und Lewis Babonn, welche alles, was sie 
hatten, in einem Rechtsstreit verloren". Die 
Schrift erregte großes Aufsehen, wuchs schlie߬ 
lich auf vier Teile an und erhielt den Eesamt- 
titel „History of John Bull". John Bull er¬ 
scheint in der Schrift als eine Art „Prozeß- 
hansl": er führt zehn Jahre lang einen Prozeß 
um eine Erbschaft, in dem er zunächst gewinnt 
(gemeint ist der Spanische Erbfolgekrieg!), den 
er aber wegen der zunehmenden Schuldenlast' 
und aus anderen Gründen schließlich doch gütlich 
beilegt: in seinen Schicksalen wird damit der 
Uebergang zur Liquidierung des Krieges und 
zum Utrechter Friedenskongreß gezeichnet; denn 
die Schrift will dem Durchschnittsengländer 
klarmachen, daß Englands Interessen genügend 
gesichert seien und eine längere Fortsetzung des 
opfervollen Krieges nur den Verbündeten zu¬ 
gute komme. Welche Persönlichkeit steckt denn 
aber hinter diesem John Bull? Es ist Saint 
John Volingbroke, der Schöpfer des Friedens¬ 
werkes von Utrecht, dessen Politik durch die 
Schrift verteidigt und verherrlicht werden soll. 
Seinen Namen schrieb man ebenso häufig Saint 
John Vullingbrook. Der abkürzende Spitzname 
John Bull, der übrigens auch in anderen Flug¬ 
schriften der Zeit für seine Person vorkommt, 
ist daher leicht erklärlich und war den Zeitge¬ 
nossen wohl ganz geläufig. 
Und warum heißt Frankreich Marianne? 
Weist die phrygische Mütze, das Symbol der 
Revolution, mit dem sie abgebildet wird, auf 
die große französische Revolution hin. in der ja 
auch eine Frau als „Göttin der Vernunft" ver¬ 
ehrt wurde? Dem steht aber entgegen, daß die 
Bezeichnung Marianne erst feit der dritten Re¬ 
publik aufgekommen ist. Bei den geheimen Ge¬ 
sellschaften, die sich nach der Revolution von 1848 
bildeten und über das ganze Land verbreiteten, 
galt „Marianne" als Parole und Kennwort in 
ganz beliebigen Sätzen der Unterhaltung, um 
festzustellen, ob man einen Eesinnungsbruüer vor 
sich hatte. So verknüpfte sich der Name aufs 
engste mit dem Begriff Republik und als dann 
die dritte Republik ins Land trat, wurde Ma¬ 
rianne gleichsam zu ihrem Sinnbild. 
Bedeutend älter ist der Spitzname für den 
Nordamerikaner. Bruder Jonathan. Gemeint ist 
Jonathan Trimbull, der zur Zeit des nordame¬ 
rikanischen Freiheitskampfes eine Zeitlang Gou¬ 
verneur von Connecticut war und von Washing¬ 
ton wegen seiner Klugheit sehr geschätzt wurde. 
Als man bei einem Kriegsrat zu keinem Schluß 
kam, rief Washington aus: „Wir müssen Bruder 
Jonathan zu Rate ziehen!" Das Wort wurde 
seitdem sprichwörtlicher Ausruf in schweren La¬ 
gen und schließlich Symbol des Nordamerika- 
ners. Der zweite, ebenfalls viel gebrauchte 
Spottname. Uncle Sam --- Onkel Samuel, ist 
weiter nichts wie die alte Abkürzung II. S. Am. 
aus United States of America. 
Ob der „deutsche Michel" auf den Erzengel 
Michael zurückzuführen ist, der im Mittelalter 
als Schutzpatron der Deutschen galt, ist zweifel¬ 
haft. Einleuchtender erscheint eine andere Er¬ 
klärung: Der Ausdruck war im Dreißigjährigen 
Krieg der Ehrentitel des aus der Pfalz stam¬ 
menden und in schwedischen Diensten kämpfenden 
umsichtigen und kühnen deutschen Generals Mi¬ 
chael Obentraut; er fiel 1625 im Kampfe gegen 
Tilly. Der 'Ruf „der deutsche Michel" war in 
manchen -Gegenden unter seinen Feinden ein 
bekannter Warnungsruf. Die zunehmende Auf¬ 
lösung Deutschlands nach dem Kriege und das 
Schwinden des deutschen National- und Selbst¬ 
bewußtseins brachten es mit sich, daß Reich und 
Nation nur noch in -verächtlichem Sinne genannt 
wurden. Denselben Weg ging natürlich der 
„deutsche Michel", zumal in späteren Generatio¬ 
nen die Erinnerung an jenen General geschwun¬ 
den war: man zog auch ihm die Zipfelmütze 
über die Ohren. K. W. 
Die moralischen Kräfte sinken, wenn sie 
nicht nach Erhöhung trachten, schämn«.» 
144
	        

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67.1939. Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek, 1939. Print.
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