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59.1931 (0059)

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Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: 59.1931 (0059)

Periodical

Persistent identifier:
86316854X
Title:
Saarbrücker Bergmannskalender
ZDB-ID:
ZDB Icon2862115-3
Place of publication:
Saarbrücken
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Periodical
Collection:
Periodicals
Mining
Erscheinungsverlauf:
1873 - 1962
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger

Volume

Persistent identifier:
86316854X_0059
URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-399204
Title:
59.1931
Volume count:
0059
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Volume
Collection:
Mining
Year of publication:
1931
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger
Digitised pages:
204

Chapter

Title:
Gemischte Beiträge
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter
Digitised pages:
186

Contents

Table of contents

  • Saarbrücker Bergmannskalender
  • 59.1931 (0059)
  • Cover
  • Title page
  • Contents
  • Kalendarium
  • Gemischte Beiträge
  • Inseratenverzeichnis

Full text

— 88 
Röschen. Nun, wenn Euch das alles so Spiel ge¬ 
wesen, 
Warum Habt Jhr's denn nicht weiter gebracht? 
Schwalbe. Hätt's wohl gekonnt, hab's oft gedacht! 
Da hab' ich aber beim Bibellesen 
Einmal einen dummen Streich gemacht. 
Ich war als Bube wild wie ein Teufel, 
Und wenn im Dorfe was Dummes geschehn, 
Ta war ich dabei, da war kein Zweifel, 
Und immer hatte man mich gesehn. 
Drum mochte endlich geschehn, was da wollte, 
Das mußte der Tobies gewesen sein, 
Und damit ich's gleich gestehen sollte, 
So Pflegte Papachen mich durchzubleun; 
Versucht' ich's nun gar, zu appellieren, 
So wurden die Streiche doppelt gezählt. 
Einst wollte der Schulmeister katechisieren 
Und ich ward auch mit dazu erwählt. 
„Wer hat die Welt erschaffen, du Lümmel?" 
So frug er mich mit strengem Gesicht. 
Ich fiel darüber wie aus dem Himmel 
Und stotterte endlich: „Ich weiß es nicht." 
Da zürnte der Schulmeister: „Schlimmer Geselle, 
Sprich! wer hat die Welt erschaffen? sprich! 
Und sagst du mir's nicht gleich auf der Stelle, 
So zerhau' ich den Rücken dir jämmerlich." 
Jetzt glaubt' ich natürlich, ich wäre verlesen, 
Rief schluchzend: „Laß Er den Ziemer nur ruhn! 
Ich will's ja gestehn, ich bin's gewesen, 
Ich will's auch gewiß nicht wieder tun!" 
Die ganze Schule fing an zu lachen; 
Der Schulmeister aber, im höchsten Braus, 
Warf, ohne viel Komplimente zu machen, 
Den armen Tobias zum Hause hinaus. 
Röschen. Der arme Vetter! Er war zu beklagen! 
Man hat Ihn abscheulich grob traktiert. 
Schwalbe. Der Teufel mag so was ruhig ver¬ 
tragen! 
Ich hab's dem Herrn Vater sogleich denunziert. 
's war ein feiner Mann, ein Schuhmachermeister: 
Er hielt etwas auf sein eignes Blut 
Und merkte bald, für die schönen Geister 
Sei ich, sein Tostieschen, viel zu gut. 
Ich avancierte sogleich im Sprunge; 
Er schickte mich in die Residenz 
Und ich ward wirklicher Küchenjunge 
Bei meiner höchstseligen Exzellenz. 
Röschen. Warum ist Er nicht in der Küche ge¬ 
blieben? 
Er war ja im letzten Krieg Musketier. 
Schwalbe. Mich hat ein feindliches Schicksal ver¬ 
trieben 
Und wenn dir's gefällt, so erzähl' ich's dir. 
Röschen. Nur zu! 
Schwalbe. Sieh! ich war nicht bloß in der Küche, 
ch kochte nicht Suppe allein und Brei: 
er junge Herr hatte geheime Schliche 
Und ich war sein dienstbarer Geist dabei. 
Doch der war Grobian! Das sag ich selber. 
Und mir mußt' es grade am schlimmsten ergehn. 
Der junge Herr schlug mich grüner und gelber, 
Als Schwefel und Knoblauch je ausgesehn. 
Bor Schrecken versalzt' ich die Weinkaltschale, 
Man schwärzte mich bei dem Herren an 
Und ich fiel, ein Opfer der Küchenkabale, 
Aus meiner rühmlichen Ehrenbahn. 
Röschen. Da ging der Herr Vetter zu den Sol¬ 
daten? 
Schwalbe. Ja, mir zum Grausen, ich will's gestehn. 
Kaltblütig sollt' ich statt Hammelbraten 
Lebendige Menschen am Spieße drehn. 
Vor der ersten Schlacht bekam ich das Fieber, 
Was konnt' ich für meine Konstitution? 
Gefochten hätt' ich freilich lieber, 
Es ging ja aber auch ohne mich schon. 
Der Hauptmann erklärte, ich sei eine Mennne, 
Und versprach mir die Kur, den Stock in der Hand; 
Drauf ritt ich sein Reitpferd in die Schwemme — 
Und kam glücklich zurück in mein Vaterland. 
Der Magistrat zauderte nicht das mind'ste, 
Als ich mich zum Nachtwächter melden ließ, 
Und eingedenk der bedeutenden Dienste, 
Die ich dem König im Felde erwies, 
Bekam ich die Stelle. Sie nährt uns beide, 
Wie ich dir stündlich beweisen kann. 
Drum sei gescheit und mach mir die Freude 
Und nimm den Tobias Schwalbe zum Mann! 
Röschen. Das lasse sich der Herr Vetter vergehen! 
(Leise, indem sie sich umsieht.) 
Wo bleibt nur Karl? warum kommt er nicht? 
Schwalbe. Was hast du dich denn so umzusehen? 
Röschen. Was kümmert Ihn das? 
Schwalbe, 's ist meine Pflicht. 
Du bist meine Muhme, ich muß dich bewachen. 
Röschen. Das tut Er auch treulich, wie jeder¬ 
mann sieht; 
Ich darf ja kaum eine Miene machen, 
Worüber Er nicht die Nase zieht. 
Damit Er mich nicht aus den Augen verliere, 
Gönnt Er des Tages mir keine Ruh' 
Und nachts liegt Er hier vor unsrer Tiire 
Und bewacht die Stadt und mich dazu. 
Schwalbe. Schon gut, schon gut! 's fängt an zu 
dämmern. 
Du solltest schon längst am Spinnrade sein. 
Hier haußen gibt's Wölfe zu solchen Lämmern. 
Es wird schon spät. Marsch, marsch, hinein! 
Röschen. Ich gehe ja schon! (Leise.) Ich muß 
ihm gehorchen, 
Er schöpft sonst gar zu leicht Verdacht. 
Nun, List wird ja für das Ende sorgen, 
Wo herzliche Liebe den Anfang gemacht. 
(Ab in Schwalbens Haus.) 
Zweiter Auftritt. 
Schwalbe (allein). Ein hübsches Mädchen zu be¬ 
wachen, 
Wenn's in die Sommermonde schon, 
Ist unter allen schlimmen Sachen 
Die allerschlimmste Kommission. 
Aber mich soll man nicht betrügen! 
Da ist der Schwalbe zu pfiffig dazu! 
Ich stab' eine Nase, Verliebte zu riechen; 
Mir macht man so leicht kein T für ein U! 
(Ab in sein Haus.)
	        

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59.1931. Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek, 1931. Print.
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