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43.1915 (0043)

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Copyright

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Bibliographic data

fullscreen: 43.1915 (0043)

Periodical

Persistent identifier:
86316854X
Title:
Saarbrücker Bergmannskalender
ZDB-ID:
ZDB Icon2862115-3
Place of publication:
Saarbrücken
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Periodical
Collection:
Periodicals
Mining
Erscheinungsverlauf:
1873 - 1962
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger

Volume

Persistent identifier:
86316854X_0043
URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-365715
Title:
43.1915
Volume count:
0043
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Volume
Collection:
Mining
Year of publication:
1915
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger
Digitised pages:
282

Chapter

Title:
Gemischte Beiträge
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter
Digitised pages:
141

Contents

Table of contents

  • Saarbrücker Bergmannskalender
  • 43.1915 (0043)
  • Cover
  • Title page
  • Contents
  • Kalendarium
  • Gemischte Beiträge
  • Inseratenverzeichnis
  • Inserate

Full text

Bl 
Napoleon und die Kriegsschürer jenseits der 
Vogesen erwartet hatten. Das deutsche Volk 
war wie ein Mann aufgestanden. Die Be¬ 
geisterung war groß in allen Landen, nament¬ 
lich auch in der Saarbrücker Gegend, wo jeder 
waffenfähige Mann alles aufbieten wollte, um 
den unruhigen Nachbarn im Westen ein für alle 
Mal die Lust auszutreiben, die schönen Saar¬ 
lande von Deutschland abzureißen. 
Freilich hatte auch Saarbrücken den ersten 
Anprall der feindlichen Scharen auszuhalten. 
Gleich nach erfolgter Kriegserklärung waren die 
Spitzen der französischen Armee von Metz aus 
gegen die Saar, besonders gegen Saarbrücken, vor¬ 
gerückt. Es kam der 3. August, wo die schwache 
Besatzung Saarbrückens sich gegen die Übermacht 
des Frosfardschen Korps tapfer kämpfend zurück¬ 
ziehen mußte. Kaifer Napoleon III. war mit 
seinem Sohne, dem Prinzen Louis, von Metz aus 
selbst hierhergeeilt; auf dem kleinen Exerzierplatz 
waren französische Geschütze aufgefahren, und 
unter den Augen des französischen Kaisers und 
seines Sohnes beschoß man die neue Saar¬ 
brücke, den Bahnhof und die abziehenden ge¬ 
ringen Abteilungen der preußischen Truppen. 
Der Zweck der wackeren kleinen Schar war er¬ 
reicht: größere preußische Truppenabteilungen 
hatten durch dies Waffenvorspiel Zeit gehabt, 
zum Schutz der Grenzen näher zu rücken. Die 
französische Renommiersucht machte aber aus 
diesem kleinen Vorpostengefecht eine große 
„Schlacht bei Saarbrücken", und Napoleon 
sandte seiner Gemahlin jenen bekannten tele¬ 
graphischen Gruß, der bald zum Gespött der 
ganzen Welt wurde, worin er von der Feuer¬ 
taufe des Prinzen Lulu sprach, und „von dem 
erstell Erfolg dieses Feldzuges." Und er hatte 
recht behalten: es sollte sein erster, aber auch 
sein einziger Erfolg in diesem Kriege bleiben. 
Aber nur drei Tage später — am 6. August — 
an demselben Tage, da der Kronprinz mit seiner 
Armee den glorreichen Sieg bei Wörth erfocht, 
da sollte der Name der Stadt Saarbrücken mit 
einer glänzenden Waffentat für alle Zeiten ver¬ 
knüpft und die wohlfeilen Lorbeeren den Fran¬ 
zosen entrissen werden, mit welchen sie sich nach 
dem ersten Waffenvorspiel am 3. August selbst 
geschmückt hatten. Durch die heldenmütige Er¬ 
stürmung der Spicherer Höhen gelang es 
den deutschen Avantgarden, das ganze Frossardsche 
Korps in die Flucht zu schlagen. 
^ War auch Saarbrücken selbst von der 
Schlacht verschont geblieben, so zeigten doch die 
braven Saarbrücker und St. Johanner Bürger 
und Bürgerinnen, daß sie das Herz auf dem 
rechten Fleck hatten. „Ganze Wagen voll Frauen 
und Mädchen", so erzählt der bekannte Kriegs¬ 
berichterstatter Hans Wachenhausen, „fuhren 
auf das Schlachtfeld, unbesorgt um die überall 
einschlagenden Kugeln, um die Verwundeten 
verbinden zu helfen, ihnen Erfrischungen zu 
reichen und sie aus dem Kampfe zu tragen. Es 
war ein rührendes Bild, alle diese teilnahm- 
vollen Leute zu sehen, wie sie, die eigene Sicher¬ 
heit verachtend, sich in den Kugelregen lvagten. 
Ich selbst sah zwei Mädchen, die einen Schwer- 
verwundeten auf ihren Armen aus dem Kampfe 
trugen, ihn mit ihren Tüchern verbanden und 
dann erst zum Verbandsplätze schafften."*» 
Die ganze Nacht hindurch dauerte der Zug 
der Verwundeten; Turner suchten mit Fackeln 
das Schlachtfeld ab. Mehr als 2000 Ver¬ 
wundete wurden in den benachbarten Städten 
untergebracht. Jedes Haus war ein Spital, 
jedes Mädchen eine barmherzige Schwester. 
Noch heute erzählen die großen Friedhöfe von 
Saarbrücken und St Johann von den schweren 
Opfern, die der Tag von Spichern gebracht. 
Das „Ehrental" heißt die große Begräbnis¬ 
stätte, wo zahlreiche gefallene Krieger ihre letzte 
Ruhe gefunden. ' Dunkle Tannen beschatten 
die Gräber, und auf einem mit Rosen 
bewachsenen Hügel erhebt sich die in edlen 
Formen gehaltene Bildsäule der Germania, den 
Gefallenen den Dank des Vaterlandes mit dem 
Eichenkranz darbringend. 
Aber die im Gefolge des Krieges auftreten¬ 
den Verkehrsstockungen konnten nur vorüber¬ 
gehend die Entwickelung des Saarbrücker Stein¬ 
kohlenbergbaues unterbrechen. Nachdem die 
Förderung der staatlichen Gruben im Jahre 1870 
unter dem Einflüsse des Krieges auf 54 680 374 
Zentner zurückgegangen war, zeigt das Jahr 
1872 schon wieder die gewaltige Steigerung 
auf 82 755 994 Ztr. bei einer Arbeiterzahl von 
20 305 Mann, das Jahr 1875 ein weiteres 
Fortschreiten bis zu 89636 772 Ztr. und 22902 
Mann, um dann nach kurzein, durch die all¬ 
gemeine Geschäftsflaue der Jahre 1875 bis 1879 
hervorgerufenen Stillstände 1880 zum ersten¬ 
mal 100 Millionen Zentner zu überschreiten 
(104227 785 Ztr.) bei 22925 Arbeitern.**) 
Der große soziale Aufschwung nach 
dem Kriege zeigte sich, wie überall in 
Deutschland, auch in der Saargegend, Neue 
*) Ruppersberg, Geschichte der Grafschaft Saarbrücken. 
**) Hatzlacher, a. a. O.
	        

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43.1915. Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek, 1915. Print.
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