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Der Bergmannsfreund (45.1917)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Bergmannsfreund (45.1917)

Newspaper

Persistent identifier:
1879988488
Title:
Der Bergmannsfreund
Sub title:
Zeitung zur Unterhaltung und Belehrung für Bergleute
Place of publication:
Saarbrücken
Publisher:
Saardruck
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Newspaper
Collection:
Periodicals
Mining
Erscheinungsverlauf:
- 1919
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek

Volume

Persistent identifier:
1879988488_1917
URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-693626
Title:
Der Bergmannsfreund
Volume count:
45.1917
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Volume
Collection:
Periodicals
Year of publication:
1917
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger
Digitised pages:
184

Issue

Title:
Ausgabe vom Freitag, 23. November 1917
Volume count:
14
Document type:
Newspaper
Structure type:
Issue
Year of publication:
1917-11-23
Digitised pages:
12

Contents

Table of contents

  • Der Bergmannsfreund
  • Der Bergmannsfreund (45.1917)
  • Ausgabe vom Samstag, 1. September 1917 (1)
  • Ausgabe vom Freitag, 7. September 1917 (2)
  • Ausgabe vom Dienstag, 11. September 1917 (3)
  • Ausgabe vom Freitag, 14. September 1917 (4)
  • Ausgabe vom Freitag, 21. September 1917 (5)
  • Ausgabe vom Freitag, 28. September 1917 (6)
  • Ausgabe vom Freitag, 5. Oktober 1917 (7)
  • Ausgabe vom Freitag, 12. Oktober 1917 (8)
  • Ausgabe vom Freitag, 19. Oktober 1917 (9)
  • Ausgabe vom Freitag, 26. Oktober 1917 (10)
  • Ausgabe vom Freitag, 2. November 1917 (11)
  • Ausgabe vom Freitag, 9. November 1917 (12)
  • Ausgabe vom Freitag, 16. November 1917 (13)
  • Ausgabe vom Freitag, 23. November 1917 (14)
  • Ausgabe vom Freitag, 30. November 1917 (15)
  • Ausgabe vom Freitag, 7. Dezember 1917 (16)
  • Ausgabe vom Freitag, 14. Dezember 1917 (17)
  • Ausgabe vom Freitag, 21. Dezember 1917 (18)
  • Ausgabe vom Samstag, 29. Dezember 1917 (19)

Full text

Seite 114. 
2 v 2 2 2* 
Bie riegsereignisse. 
Offenherziger, klarer und treffender hat sich 
ber die durch unsere Isonzosiege ge— 
chaffene Lage in diesen Wochen wohl kein 
Mann in allen Ländern ringsum ausgesprochen 
als das der englische Diktator Lloyd George 
uuf einem Essen in Paris, das ihm zu Ehren von 
dem Präsidenten der Kammer gegeben worden ist, 
getan hat. Wenn sein Urteil auch selbstoerständ⸗ 
ich keinerlei Anerkennung für uns be— 
deuten, sondern allein nur, angesichts der offen⸗ 
haren Ententeschwierigkeiten den Widerstands-— 
villen aufs neue aufpeitschen soll. Er 
meinte u. a., die serbische Tragödie, die rumänische 
skatastrophe und der Zusammenbruch der Militär— 
macht Rußlands bewiesen, daß Frankreich, Eng— 
and, Rußland und Italien bislang anstatt eines 
Krieges deren vier geführt hätten. Die Einheit— 
lichkeit der Front fehle, oder wie es der General 
Nalleterre im „Temps“ ungefähr zur selben 
Zeit ausgedrückt hat, ein Kriegschef wie Hinden— 
burg fehle. Mehr und mehr steigt der Mann, 
der all das Große vollbracht hat, in der Bewunde⸗ 
cung auch im feindlichen Lager. 
„Wenn wir einen Kilometer in die feindlichen 
kinien vordringen“, sagte Lloyd George auf jenem 
Essen u. a. weiter noch, „wenn wir ein Dorf 
nehmen und einige hundert Gefangene machen, 
ergehen wir uns in Bewunderungsrufen, und das 
mit Recht; denn dies sind die Wahrzeichen unsrer 
überlegenheit und die Gewähr für den Sieg, den 
wir am Ende erringen müssen. Aber was würden 
wirr sagen, wenn wir 50 Kilometer über 
die feindlichen Linien hinaus vorge— 
drungen wären, wenn wir 200000 Ge⸗ 
tangene gemacht und dem Feinde2500seiner 
besten Geschütze mit riesenhaften 
Mengen von Schießbedarf und Pro— 
diankt weggenommen hätten“. Ja, was würde 
die Entente sagen? Täglich stünde es in dicken 
und breiten Überschriften in allen ihren Blättern. 
Es wäre kein Ablassen in dem Siegestaumel, kein 
Jusammenschrumpfen in dem feindlichen Atem, 
mmer wieder würde der überlegene Siegeswille 
ind Siegesdrang des Verbandes in allen Zungen 
gepriesen. Und wir? Wir registrieren gelassen 
ine Großtat nach der andern und fragen bei der 
etzten schon nach der neuesten. Das ist falsch! Wir 
sollen und dürfen uns garnicht auf das 
zinstellen, was wird, sondern wir müssen 
dei dem Augenblick verweilen und uns 
in der Welt klar machen, seht, das 
haben wir nun schon erreicht! Gegen 
einen Feind, der wohl gerüstet war; 
besser als wir! Gegen Stellungen, die von Natur 
aus uneinnehmbar schienen und überdies 
in 2/2 Jahren noch mit allem Rafsinement der 
Technik und der bisherigen Kriegserfahrung aus—⸗ 
zebaut worden sind. Trotzdem haben wir, die 
ezimierten, ausgehungerten, um Frieden winselnden 
Tedeschi das geleistet! Geleistet, weil wir 
an uns und unsere Sache glauben. Ge— 
leistet, weil wir eben nicht dezimiert, nicht ausge— 
zungert sind und trotzdem es so scheinen könnte, 
als ob weite Kreise unter uns mehr vom Frieden 
reden, als ihm selber gut tut. Und wir haben das 
alles geleistet, trotzdem in Flandern, an 
der Aisne, in der Champagne, im 
Sundgau und wer weiß wo noch? die 
besten Truppen Englands und Frank— 
reichs gegen uns stehen, uns berennen und 
ꝛines ehrlichen Willens sind, uns vernichten zu 
vollen!“ So und noch deutlicher, noch kräftiger, 
noch hochgemuter mußten wir sprechen. Denn wir 
dürfen es! Dürfen es, ohne zu erröten und in den 
Verdacht zu geraten, eitle Schaumschläger zu sein! 
Giebt die englische Presse es jetzt doch selber zu, 
daß das Ziel der gewaltigen Groß— 
schlachten in Flandern vom Juli bis 
Mitte November die belgische. Küste 
und die Besitznahme unserer Uboot— 
basis war. Und was ist in diesen 
fast fünf Monaten erreicht worden? 
Zahlen beweisen! Unter Verlust von weit 
vRebr als einer balben Million Mann 
Der Bergmanusfreund. 
find nur 143 Quadratkilometer strate— 
zisch unbedeutenden Geländes erobert 
vorden, in dem kein Fuß breit unzerschossen und 
inzerwühlt und kein Raum für Menschen ist. 
Ddürfen wir uns da nicht stolzen und 
zehobenen Sinnes als Sieger preisen! 
And nun die Gegenzahlen! Was haben 
vir nicht alles in derselben Zeit hinter uUns ge— 
»racht! Wir haben in Galizien und der Buko— 
vina 25850 qkm, bei Riga 2840 qkm, bei 
Jakobstadt 470 qkm, auf Oesel, Dagö, Moon 
3890 qkm und in Italien allein bis zum Piave— 
luß 12200 und bei Asiago 300 qkm, insgesamt 
ilso 45 550 qkm erobert. Der Vergleich spricht 
zände. 143 gegen 45550 qkm! Und weiter 
esagt eine halbamtliche Mitteilung am Wochen— 
nnde, daß als Fazit der bisherigen Kampf—-— 
sandlungen in Italien heute schon fest— 
gestellt werden kann, daß sich die italienische 
Front und damit auch die unserer 
Truppen um drei Viertel ihrer früheren 
RVusdehnung verkürzt hat, ein in Rücksicht 
muf die Gesamtlage der Mittelmächte nicht zu 
interschätzender Vorteil, denn während die ita— 
ienische Armee im Laufe der Kämpfe 
»on drei Wochen ohne die blutigen 
berluste weit über 300000 Mann Ge— 
angene und annähernd zwei Drittel 
hrer Artillerie verloren hat, haben 
die Verbündeten ihre Kräfte, von ge— 
ringen Verlusten abgesehen, voll— 
rFählig versammelt. Es bieiet sich ihnen 
also die Möglichkeit, mehr und mehr Reserven aus 
der Front herauszuziehen und eventuell ihren UÜber— 
chuß an anderen Fronten einzusetzen. Über 
300 000 Mann Gefangene in Italien, über 
100000 seit der Mitte Juli insgesamt! 
Ind dazu noch 3233 Geschütze! Das erbeutete 
Material an Maschinengewehren, Minenwerfern 
ind sonstigem Kriegsgerät garnicht zu zählen! 
Von der vielgerühmten Waffenhilfe der Ver— 
ündeten für Italien ist bisher, von dem gewal⸗ 
igen Geschrei in den französischen und englischen 
Blättern aller Grade abgesehen, noch nichts zu 
herspüren. Wir aber arbeiten uns, ungeachtet 
iller Schwierigkeiten, ohne große Worte zu 
nachen, rastlos weiter vor. Wahrlich, der Herr 
sat Großes an uns getan, und der Kaiser hat in 
einer welthistorischen Ansprache an seine Märker 
n der friaulischen Ebene so unrecht nicht, als er 
neinte, daß all das, was unserem glanzvollen 
durchbruch bei Flitsch und Tolmein solgte, „so 
veit über alle Berechnung hinauslag, daß hier 
ꝛine höhere Macht als nur Menschen— 
sand gewaltet habe. Der furchtbare 
zusammenbruch des Gegners warein 
sSottesgericht!“ Er war's und wird es 
mmer mehr. „Der Himmel hat euch bis hierher 
jeholfen, er wird euch weiter helfen!“ Denn 
auf unserer Seite fechten Gerechtig— 
zeit, Treue und Wahrheit, und die 
etzen sich durch!“ 
Der bisherige Verlauf auf diesem Kriegsschau— 
alatz hat es bewiesen. Nicht Hannibals Alpen⸗ 
bstieg, nicht das Ungestüm der Cimbern und 
deutonen, das einst in den Frühtagen unserer 
ßeschichte durch den Gotthard und den Brenner 
n die italienische Tiefebene herniederflutete, nicht 
zie Kämpfe, die das Mittelalter hier zwischen 
Welfen und Ghibellinen gesehen hat, nicht die 
Schlachten des ersten Napoleon, nichts, nichts ist 
nit der Bravour zu vergleichen, mit der die 
dolonnen der Verbündeten von Osten und Norden 
ind Nordwesten gegen die Anmaßlichkeit und 
dreulosigkeit vordringen, die sich längst schon 
hres eigenen Willens begeben hat und schutz⸗ 
ichend und hilfeflehend vor der ührigen uns 
eindlichen Welt niederkniet. 
Der erste Akt des gewaltigen Dramas führte 
»om Isonzo zum Tagliamento; der zweite über 
iesen bis zur Piave; im dritten, der zwischen 
Piave und Brenta spielt und bereits begonnen 
sjat, halten wir zurzeit. Die aus dem Osten 
anstrebenden Kolonnen haben, bis auf die Ungarn, 
die bereits vor den Lagunen von Venedig 
Wfgetaucht sind ihren Marsch ein wenid verland- 
Nr. 14. 
'amt, um den Heeressäulen der Generalfeldmarschälle 
bon Krobatin und Konrad von Hötzendorff Atem— 
reiheit zu lassen, ihrer Gebirgs- und Gelände— 
schwierigkeiten Herr zu werden. Auch dieser Teil 
der Aufgabe ist zum größten Teil bereits erledigt. 
Der ganze Lauf der oberen Piave bis 
Feltre ist schon in ihrem Besitz. Beider— 
eits der Brenta wurde die italienische 
Alpensperre, die für die Ewigkeit in die 
Felsen gemauert zu sein schien, zerschlagen. Kein 
Fort, das ernstlich berannt wurde, widerstand. 
And so befinden sich heute denn neben dem bereits 
als genommen gemeldeten Asiago und den Werken 
uuf den überragenden Bergkuppen Longara, di 
Lompo, di Lan und Lisser, die Schirm⸗ und 
Stützpunkte Primolano, Fongaso und Cismon in 
inserem und unserer Verbündeten Besitz. Im 
Flußgebiet des mittleren Tagliamento und der 
»beren Piave sind inzwischen weitere Teile des 
talienischen Heeres zur Waffenstreckung gezwungen 
vorden, schätzungsweise 50 000 Mann mit 100 
Beschützen und — die Berichte betonen das immer 
vieder! — unübersehbarem Kriegsmaterial. Wo 
die Gegner erneuten Widerstand leisten werden, 
teht im Augenblick noch dahin. Wollen sie die 
Piavelinie halten, was die Ententepresse selber für 
ꝛein Ding der Unmöglichkeit ansieht, dann müssen 
ie sich auf allerlei Abgänge gefaßt machen; ist 
»och nach der Erstürmung des Brückenkopfes von 
Lidor längst schon die Straße von Feltre nach 
Treviso, das weit hinter der Piavelinie liegt, be— 
droht, und ob die Brentalinie für die Italiener 
angesichts der anstrebenden Massen Hötzendorff 
eine genügend sichere Deckung gewährt, das ist nach 
allem, was vorgegangen ist, mehr als zweifelhaft. 
Die kommenden Wochen werden diese Fragen ent—⸗ 
cheiden. Bis dahin können wir in Geduld und 
Belassenheit, angesichts der bisherigen Großtaten 
auf diesem Schlachtfeld, der Dinge warten, die da 
werden sollen. 
Aus dem Osten ist nichts Wesentliches zu be— 
richten. 
Im Westen haben die Engländer am 10. No— 
vember wieder einmal frische Divisionen 
unserem Verteidigungsfeuer entgegengeführt, um 
die Höhen nordwestlich vom Passchen— 
daele in ihren Besitz zu bringen und aus 
dem Sumpfgelände herauszukommen. Fünf tief 
gegliederte Angriffe brachen restlos vor unseren 
Linien zusammen. Wo die Britten weiter vorge⸗ 
drungen waren, warf sie der Gegenstoß pommerscher 
und westpreußischer Bataillone zurück und fügte 
hnen „schwere Verluste“ zu. Damit nicht genug 
tieß der Gegner später noch einmal in vier Ab— 
ätzen vor; dabei wurde er nicht nur erneut ge⸗ 
chlagen, sondern von unseren oft bewährten 
Brandenburgern sogar über seine Ausgangs— 
tellungen zurückgedrängt. 
Im Chaumewalde erzielten deutsche Stoß— 
truppen beachtenswerte Sturmerfolge und in 
Mazedonien war das Glück gleichfalls mit 
unseren Waffen. 
Wie sehr den Engländern die Not auf den Nägeln 
h»rennt, das beweist die Meldung unseres Admiral⸗ 
stabes vom 17. d. Mts. wonach „Zum ersten 
Nale seit den ersten Kriegsmonaten 
starke englische Seestreitkräfte in die 
deutsche Bucht einzubrechen versucht 
)aben“. Unsere Sicherungen haben sie aber 
hereits auf der Linie Horns-Riff-Terschelling fest⸗ 
gestellt und der sofort angesetzte Gegen— 
toß unserer Vorpostenstreitkräfte hat 
ie „mühelos und ohne eigene Verluste 
1ubgewiesen.“ Sie sollen nur kommen. Unsere 
Blaujacken warten ihrer seit langem schon. 
Wie sagte der Kaiser doch auf der sonnenüber⸗ 
zlänzten friaulischen Ebene im Angesichte der 
Straßen der Julischen, Kärnischen und Venezi—⸗ 
anischen Alpen zu seinen auf den Schlachtfeldern 
pon halb Europa bewährten Truppen. „Der 
Himmel hat euch bis hierher geholfen, er wird 
zuch weiter helfen“. Das Wort soll auch für uns 
ein Mahn- und Trostwort bis zum kommenden 
Frieden bleiben. Dann wird er ein deuticher 
horden!
	        

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