SULB digital Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Der Saarbergknappe (3 [1922])

Access restriction

There is no access restriction for this record.

Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: Der Saarbergknappe (3 [1922])

Newspaper

Persistent identifier:
186014473X
Title:
Der Saarbergknappe
Sub title:
Organ der Gewerkschaft Christlicher Saarbergleute
Place of publication:
Saarbrücken
Publisher:
[Verlag nicht ermittelbar]
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Newspaper
Collection:
Periodicals
Mining
Year of publication:
1920
Erscheinungsverlauf:
1920 - 1960
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek

Volume

Persistent identifier:
186014473X_1922
URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-689766
Title:
Der Saarbergknappe
Volume count:
3 [1922]
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Volume
Collection:
Periodicals
Year of publication:
1922
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger
Digitised pages:
208

Issue

Title:
Ausgabe vom Samstag, den 01. Juli 1922
Volume count:
26
Document type:
Newspaper
Structure type:
Issue
Year of publication:
1922-07-01
Digitised pages:
4

Contents

Table of contents

  • Der Saarbergknappe
  • Der Saarbergknappe (3 [1922])
  • Inhaltsverzeichnis vom Samstag, den 07. Januar 1922
  • Ausgabe vom Samstag, den 07. Januar 1922 (1)
  • Ausgabe vom Samstag, den 14. Januar 1922 (2)
  • Ausgabe vom Samstag, den 21. Januar 1922 (3)
  • Ausgabe vom Samstag, den 28. Januar 1922 (4)
  • Ausgabe vom Samstag, den 04. Februar 1922 (5)
  • Ausgabe vom Samstag, den 11. Februar 1922 (6)
  • Ausgabe vom Samstag, den 18. Februar 1922 (7)
  • Ausgabe vom Samstag, den 25. Februar 1922 (8)
  • Ausgabe vom Samstag, den 04. März 1922 (9)
  • Ausgabe vom Samstag, den 11. März 1922 (10)
  • Ausgabe vom Samstag, den 18. März 1922 (11)
  • Ausgabe vom Samstag, den 25. März 1922 (12)
  • Ausgabe vom Samstag, den 01. April 1922 (13)
  • Ausgabe vom Samstag, den 08. April 1922 (14)
  • Ausgabe vom Samstag, den 15. April 1922 (15)
  • Ausgabe vom Samstag, den 22. April 1922 (16)
  • Ausgabe vom Samstag, den 29. April 1922 (17)
  • Ausgabe vom Samstag, den 06. Mai 1922 (18)
  • Ausgabe vom Samstag, den 13. Mai 1922 (19)
  • Ausgabe vom Samstag, den 20. Mai 1922 (20)
  • Ausgabe vom Samstag, den 27. Mai 1922 (21)
  • Ausgabe vom Samstag, den 03. Juni 1922 (22)
  • Ausgabe vom Samstag, den 10. Juni 1922 (23)
  • Ausgabe vom Samstag, den 17. Juni 1922 (24)
  • Ausgabe vom Samstag, den 24. Juni 1922 (25)
  • Ausgabe vom Samstag, den 01. Juli 1922 (26)
  • Ausgabe vom Samstag, den 08. Juli 1922 (27)
  • Ausgabe vom Samstag, den 15. Juli 1922 (28)
  • Ausgabe vom Samstag, den 22. Juli 1922 (29)
  • Ausgabe vom Samstag, den 29. Juli 1922 (30)
  • Ausgabe vom Samstag, den 05. August 1922 (31)
  • Ausgabe vom Samstag, den 12. August 1922 (32)
  • Ausgabe vom Samstag, den 19. August 1922 (33)
  • Ausgabe vom Samstag, den 26. August 1922 (34)
  • Ausgabe vom Samstag, den 02. September 1922 (35)
  • Ausgabe vom Samstag, den 09. September 1922 (36)
  • Ausgabe vom Samstag, den 16. September 1922 (37)
  • Ausgabe vom Samstag, den 23. September 1922 (38)
  • Ausgabe vom Samstag, den 30. September 1922 (39)
  • Ausgabe vom Samstag, den 07. Oktober 1922 (40)
  • Ausgabe vom Samstag, den 14. Oktober 1922 (41)
  • Ausgabe vom Samstag, den 21. Oktober 1922 (42)
  • Ausgabe vom Samstag, den 28. Oktober 1922 (43)
  • Ausgabe vom Samstag, den 04. November 1922 (44)
  • Ausgabe vom Samstag, den 11. November 1922 (45)
  • Ausgabe vom Samstag, den 18. November 1922 (46)
  • Ausgabe vom Samstag, den 25. November 1922 (47)
  • Ausgabe vom Samstag, den 02. Dezember 1922 (48)
  • Ausgabe vom Samstag, den 09. Dezember 1922 (49)
  • Ausgabe vom Samstag, den 16. Dezember 1922 (50)
  • Ausgabe vom Samstag, den 23. Dezember 1922 (51)
  • Ausgabe vom Samstag, den 30. Dezember 1922 (52)

Full text

Seite 2. Nr. 26. 
Stins Golland) berichtet aus seinem Lande, daß 
während und nach dem Kriege der Bergbau größeve Be— 
deumug gewonnen hat. Von 1,5 Millionen Tonnen vor 
dem Kriege fireg die Produftion auf 8 Millionen Tonnen 
im betzten Jahre. Auch der holländische Bergbau hai gegen⸗ 
wärtig mit großen Abfabzschwierigkeiben gu kampfen infolge 
der Konkurreng der englischen Kohle. Der kolleftive A 
veitevertreg hat den holländischen Bergleuten in dieser 
Situcation werwolle Dienste geleistet. 
Aus Oesterreich berichtet Gasperschitz, daß in— 
o der Friedensverträge der größere Teil des Bergbaues 
vperloven gegangen ist. Während früher etwa 250 000 Ar— 
heiter im Vergbau beschäftigt waren, sind jetzt nur noch 
150 Betriebsstellen mit 35 000 Arbeitern verblieben. Die 
sohlenproduktion betrug im Jahre 1921 über W Millionen 
Metergentner Braunkohle und 680 000 Tonnen Eisenstein. 
Die wirischafilichen Verhältnisse der Arbeiter sind ungün— 
stig. Bei einer Preissteigerung um das 3000. bis 4000fache 
sind die Löhne nur um das 800- bis 10Ofache gestiegen 
Von Interesse war die Feststellung des Redners, daß die so— 
zialistischen Gewerkschaflen von ihren Mitgliedern auch 
zwangsweise den Parteibeitvag für die Sozial— 
bemotralie erheben. In zahlreichen Fällen ist damit gleich 
zeitig die Erhebung von Beiträgen zum Freidenker“ 
bumnd oder zu anderen kulturkämpferischen Vereinigunger 
berbunden. Das Privatleben vieler Zwangsorganisierter 
wird in religiöser und politischer Hinsicht durch Spitzel über— 
wacht. Terroxismus gegen Andersdenktende ist vielfach zu 
verzeichnen. Beiträge fuͤr die sozialdemokratischen Organi 
sativnen werden unter sozialdenwkratischem Druck von den 
Betriebsberwaltungen vielerorts einfach abgegogen. Ueber— 
stundenarbeiten für sozialdemofratische Zwede simd keine 
Selienheit. Der Regierung fehlt die Maächt, dem gesehß 
lichen Recht Geltung zu verschaffen. Trotzdem hat sich die 
chrisrtiche Organisation auf vielen Arbeitsstätten durchge sebt 
Ueber die Lage in den polnischen Bergbau-Redierern 
berichteten die Delegierten Dgrödowicz und Kott 
Bemerkenswert an ihren Ausführungen ist vor allem die 
Feststellung, daß in Polen die achtstündige Arbeitszeit unten 
Tage gesetzlich eingeführt ist. 
Der inzwischen eingetroffene Vertreter der jugosla— 
oischen Organisation, Kukmann, berichtet uüber die 
Lage in seiner Heimat. Die christliche Bergarbeiterorgani⸗ 
sation Spaniens hatte einen schriftlichen Bericht einge⸗ 
schickkt. Die Spanier entschuldigten ihr Fernbleiben, weil sie 
gegensvärtig in der Abwehr gegen einen beabsichtigten Lohn— 
abbau stehen. Die im Jahre 1918 gegründete spanische Or— 
ganisation der christlichen Bergarbeiter zählt bereits 9000 
Mitglieder. Durch Kampf wurde die 7-. Stunden-ESchicht er⸗ 
vungen. 
Rotthäuser berichtet über die Lage der Bergarbeiter 
in Deutschland. Deren Lage sei, so führt er aus, 
wesentlich bedingt durch den Versailler Friebensvertrag 
Broße Kohlengebiete gingen uns dadurch in Lothvingen, 
Saarrevier und Oberschlesien verlopen. Dazu müssen wir 
monatlich eine große Menge Reparationskohlen anu Frank— 
reich liefern. Dadurch besteht in Deutschland auch heute 
noch größte Kohlennot. Wie groß diese Kohlennot ifst, beweis 
Rur Genüge, daß im letzten Mai 700 600 Tonnen englische 
Kohlen eingeführt wurden und außerdem noch jetzt Wo dooc 
Tonren Saarkohlen eingeführt werden. Die Produklion is 
seit 1919 wesentlich gesteigert. Unsere Kohlenpreise haben 
in den Küstengebieten Deutschlands schon die englischen Koh— 
benpreise erreicht und teilweise schon überschrii— 
den. Dieses ist nicht durch die hohen Bergarbeiterliöhne 
sondern durch die Mprozentige Kohlensteuer bedingt. In 
allen Bergrevieren sind die Lohn- und Arbeitsverhältnisse 
tariflich geregelt. Die Arbeitszeit beträgt in allen Stein— 
kohlenbezirken 7 Stunden, in Oberschlesien 728 Stunden. Im 
Bramikohlenbergßau 8 Stunden, unterivdisch 713 Stunden, 
ebenfalls im Kalibergbau 728 Stunden, im Erzbergbau 7 
bis 72s Stunden. Der Urlaub beträgt je nach Dienstalter 
8212 Tage. Die Arbeitsgemeinschafsen zwischen Arbeit- 
geber und Arbeitnehmer, die im Jahre 1918 geschaffen wur 
den, haben sich bis jetzt im Allgemneinen bewahrt. Es wur 
den drrch sie größere Streiks vermieden. 
Die Folgen der Reparationen. 
In der Aussprache über die Lage des Bergbaues 
nudder Bergarbeiter fanden die Ausführungen des 
Gründers des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter 
De utschlands, Abg. Brust, lebhaftes Interesse. Brust kraf 
dafür ein, daß der Kongreß die notwendigen Schlüsse aus 
den erstatteten Berichten ziehe. Die erste Foige der Deutsch 
land auferleglen ungeheuüren Kohlenlieferungen war, daß 
die englische Dergwerthindustrie ihre Kohlen billiger liefern 
mußte, um die alten Absatzgebiete wieder zu erobern. Da— 
von war eine weitere Folge die Herabsetzung der Löhne der 
englischen Bergarbeiter.“ Der fast dreimongatliche Kamnpf 
hie vgegen war vergeblich. Auf Kosten billiger Loͤhne gewann 
die Aglische Kohle ihre Absatzgebiete wieder. Vie billigere 
englische Kohle drückt zweifellos auf die Kohlenpreise in Bel— 
gien und Frankreich und verursacht auch da wieder einen 
Albau der Löhne, wie es der Vertreter VBelgiens schon er— 
wähnt hat. Dier französische Bergwerksimdustrie wie auch die 
belgische leiden daneben vornehmlich unrer dem Drudk der 
riesigen Mengen deutscher Reparatiouskohle. An diesem wun— 
den Punkt muß cingesetzt werden, um bessere Verhältnisse 
auch für die beligischen und französischen Bergarbeiter zu er— 
zielen. Die belgischen und frangösischen Kameraden koönnen 
da in erster Linie helfen, inden sie auf ihre Regierungen 
einwirken im Sinne einer wesentlichen Herabsczung der 
Reparationslieferungen. Die deutsche Industrie hat die Re— 
barationslohle bitter notig für den eigenen Verbrauch, um 
produktionsfähig zu bleiben und Arbeitslosigkeit zu verhin— 
dern. Die Bevölterung Belgiens und Frankreichs follte allen 
Ernstes bedenten, daß die Wiederguimachung nicht allein 
durch den deutschen Bergbau erfolgen kann. Dder In dustrie 
Deulschlands müssen die nolwendigen Kohlenmengen belassen 
werden, damit sie produgieren kann, damit das deuische Vort 
Arbeit. Verdienst und Einkommen hat, um den notwendigen 
iedergutmochungssorde rungen gerecht werden zu können. 
Wenn mandiedeutsche Industrie vernichtet, 
it an keine Wiedergusmachung zu denten. 
Diedeutschen Arbeiterwerdenaberauchent. 
schieden ablehnen, ßohnfttaben der Vörten 
und Industrien anderer Länder zu werden 
Der Redier bittet die anwesenden Sertreter der belanchen 
—— 
„Der Saar⸗Bergknappe 
und frangzösischen Organisation dringend, auf die dege 
rungen ihrer Länder im Sinne der He rabsetzung der Re 
parationsfohlenlieferungen einzuwirken und ferner dahin 
daß guch der Saurkohle das alte und nahe gelegene süddeut 
sche Absatzgebiet wieder erschlossen wird damm Lohnabban 
und Arbeitslosigkeit von den Saarbergleuten ferngehalter 
vird. Ich apvelliere ar die Kameraden von Belen um 
Frankreich als christhiche Kameraden. Gewiß müssen und 
vollen wir alle gesundes Nationalgefühl haben. (Bustim 
mung.) Ich vbevachte jeden, der das nicht hat. MNer wir 
wollen und sollen uns hüten vor einseitigem nationali⸗ 
tischen Geist. Wir wollen bedentken, daß wir nicht alleir 
der Volksgemeinschaft der einzelnen Länder angehören, son 
dern daneben auch Mitglieder umnd Angehörige der großer 
Volterfamilie der Evde sind. Wir bhaben Pflichen gegemiher 
unsrer engeren Voltsgemein schaft, aber auch Pflichten gegen⸗ 
iber der Gesamtheit der Volker. Wir wollen das Wort 
„christlich nicht nur im Munde fuͤhren sondern auch dar nach 
handeln. Aus den Darlegungen des Hauptbe richterstattere 
ergeben sich besonders auch füͤr die deutschen Bevnoarbeiter 
bestimmte Rückschlüsse. Im Monat Mai ud 700 000 
englische Kohlen nach Deutschland eingeführt, im Laufe die 
ses Monats wird die Einfuhr englischer Kohlen sich nock 
wesentlich steigern. Darin liegt eine so große Gefahr fu 
die deutschen Bergleute, die besonders in Hinsicht auf Loim 
volitik nicht übersehen iverden darf. 
Nach einer kurgen Debatte, an der sich die Vertveter der 
lgischen und frangösischen Organijation beteiligten, wudde 
ie bereits abgedruckte Entschließung zur Kohlenversorgung 
instimmig angenommen. 
Die sozialen und arbeitsrechtlichen Verhältnisse. 
Zu den Verhandlungen am Freitagnrachmittag war aud 
der Vorsitzende der christlichen Bergarbeiter⸗Internationale 
Imbusch (Deutschläͤnd) eingetroffen. Die Verhandlungen 
egannen mit einer freundlichen Begrüßung durch den Lun 
rhauptmann von Tirol, Dr. Stumpf. Vorher und an 
Freitagnachmittag wurden noch folgende Fragen behandelt: 
Berggeseßßgebung und Bergarbeiterschut 
erg ch Deutschland). Die Nonwendigkeit stant 
ichen Eingriffes au Gunften der von Gefalrren für Leben 
Zur Beherzigung! 
In der organisierten Arbeit hat jedes Glied 
— sieht's oft nicht, 
keiner achtet darauf, keiner zollt Anerkennung, 
und doch sind alle gleich wichtig zum Wirken dee 
grosen Ganzen. Daher müssen wir immer in 
uns das Bewußtsein lebendig machen: Es ist 
wahrhaftig etwas Großes, dasz wir sets und 
überall arbeiten als Glieder!‘ Denn arbeiten 
wir selbstlos, dann lassen sich Schwierigkeiten 
seicht vermeiden, dann arbeilen wir eintg uns 
erfolareich. 
A 
* 
a 
J 
4 
2 
4 
1 
— 
1 
J 
2 
J 
1 
3 
1 
3 
Auf dich kommt es an, aus jedem einzelnen 
wächst das gewaltige Heer zusammen wie aus 
kleinen Tropfen das groͤsse Meer in seinen Stür 
men und seiner Kraft. — Kommt's auf den 
Tropfen au? Was macht's, wenn einer nicht 
mitfährt zu Tal und verliert sich?“ Spridh 
nicht so: wenn jeder so denken, wenn jeder sagen 
wollte; Ich tue nicht mit — kein Bach, kein 
Fluß, kein Meer wäre möglich. Wie wertboll ist 
jedes Tröpflein. 
2 
v 
* 
—— 
1 
u 
und Gesundheit am meisten bedrohten Bergarbeiter ist 
jeute in den verschiedensten europäischen Bergbaustaaten 
anerkanerut. Ausdehnung und Art der Ausfuührung dieses 
gesetzlichen Schutzes weisen in den einzelnen Staaten wesent⸗ 
iiche Unterschiede auf. Aufgabe der Beggesetzgebung is 
es zunächst. Leben and Gesundheit der Arbeiter zu schuützen 
daneben auch die Stellung der Arbeiter in rechtlicher Be— 
ziehung erträglicher zu gestalden. Weiter soll durch die 
berggesetzgebung bzw. durch Bergpolizeiverordnungen der 
Bergwerlsumternehmer vorpilichtet fein alle technischen Ver 
besserungen in den Betrieben einzufübren, um die Unfall. 
zgefahren zu mildern. 
Ueber die Betriebsräte und das Kontroll 
recht der Arbeiter im Bergbau erstattete Kot 
Polen) Bericht. Er gab eine Uebersicht über den Antei. 
r Arheiter an der Kontrolle und der Mitbestimmumng in 
den Betrieben. Es müsse das Bestreben dahin gehen, der 
Arbeitnehmern aller Länder auf einheitlicher Basis ein voll 
ommenes Kontrollvecht zu verschaffen nach dem Grundsatz 
daß der in höchster Lebeisgefahr schaffewde Bergmann dat 
Recht hat, sein Leben und seine Gefundheit genügend zu 
chützen. Neben der Vertretung seiner engeven Interesser 
als lebendiger gleichberechtigter Faktor muß dem Arbeit— 
nehmer durch eine entsprechende Gestaltung der Gessetz 
gebung ermöglicht werden, an der wirtschaftlichen galsgenme 
ien Entwicklung ersolgreich mitzuarbeiten. 
Den Bericht über Arbeitszeit und Urlaut 
erstattet Kolpadii (Polnische Berufsvereinigung). Er gat 
ine eiugehende Darstellung über Die Entwidlung umd der 
2tand dieser Frage in den einzelnen Ländern und legte 
dem Kongreß entsprechendes gedruckites Material vor. 
Das HKnappschaftswesen behandelte Mesck (Frank 
reichs. Er legte eine Entschließung vor, die einstimmig 
Annahme fand, nach der die angeschloifenen Organisat ione 
wirken sollen. 
Ueber das Tarif- uwd Schlichtungswesen er— 
stattete Stins (Holland) einen Bericht. Er hob hervor 
daß die Ergiolung kollettiver Arbeitsverträge immer das 
Bestreben der Bergarbeiterorganisationen gewesen sei 
Durch den Abschluß derselben erhält der Arbener eine feste 
Position hinsichtlich der Lohnhöhe und Lohnberechnung, der 
Vergütung für Ucberarbeil, der Regelung der Arbenszeil 
und dea Urlaubs. Reben der kolleknven Regesung des Ur— 
»eitspertvages mirß in allen Landern auf Einfuhruna vor 
Eamstag, den 1. Juli 1028. 
— —— 
Schlichungsinstanzen zur Beilegung von Arbeitsstreitigkei— 
ten hingearbeitet oerden. 
Nach Abschluß der Berichterstatrung und der Aussprach 
über die Referate wurde zur Reuwahl des Vorstandes ge 
ichretten, dessen Zusammensezung an anderer Steue bereit⸗ 
mitgeteilt wuvrde. Dann wunde der Kongreß mit einem ker— 
nigen Schlußwort des Kollegen Imbusch geschlossen. 
c 
Die bergbaulichen Ver⸗ 
hältnisse im Saargebiet 
(Ausführungen des Kollegen Kuhnen in Innsbruck. 
Im Bergbau fast der ganzen Welt macht sich eint 
empfindliche Krise bemerkbar. Wir im Saargebiel 
werden davon besonders scharf geschüttelt. Im ver— 
gangenen Jahre mußten sich die 70 000 Bergarbeiler 
des Soargebietes einen Lohnabban von 7 Frank 
gleich einem Drittel ihres Einkommens, gefallen las— 
sen. Den Gedingearbeitern wurde durchschnittlich 
noch um viel mehr abgebaut. Dabei stieg im Gebiei 
die Teuerung von Tag zu Tag. Der Soziallohn 
in Höhe von 1 Frank sür die Frau und jedes noch nicht 
der Schule entwachsene Kind ist geblieben. Dies wol 
len wir gewiß anerkennen. In Wirklichkeit haben die 
Saarberglente im vergangenen Jahre ihren Lohn 
mieher, als ein Drittel ermäßigt bekommen, a 23 Schich— 
ten infolge Absatzschwierigkeiten gefeiert werden 
mußten. Das entspricht einem ganzen Monat und 
einem Lohnverlust von 20 160000 Frant. Auch 
in diesem Jahre haben wir bereits 53 Feierschichten. 
Dazu gewaltige Haldenbestände, die noch stets 
anwachsen. Sie vermehrten sich von 165 195 Tonnen 
Ende 1920 auf 688 272 Ende 1921. 
Das zeigt einen sehr schlechten Geschäftsgang be 
einer Jahresförderung (1921) von 9574 600 Tonnen. 
Die Krisis ist im Saargebiet zum größten Teil durch 
die Verwaltung heraufbeschvoren worden, und zwan 
durch die gewaltsame Umstellung der natürlichen deut— 
schen Absaßgebiete nach Frankreich. Es hat eine Zeit 
seit der Besetzung gegeben, wo Veutschland aus dem 
Saargebiet überhaupt keine Kohlen erhielt. Heute 
allerdings wäre das Handelsbüro froh, wenn die alten 
Abjatzgebiete wieder gewonnen würden. Doch die 
Saarkohlen sind, trotzdem die Saarbergleute 6 Frant 
pro Schicht weniger verdienen wie die französischen 
Berglente, zu teuer. Falls Frankreich bzw. die Berg. 
verwaltung nicht alles tut, um die Saarkohle ihren 
natürlichen Absatzgebieten zuzuführen, gehen die Saar— 
bergleute schlimmen Zeiten entgegen. Frankreichs 
Kohlenmarkt ist überfüllt. Die englische Kohle drück 
dort gewaltig. Hinzu kommt, daß die zerstörten Koh— 
lengruüben wieder in Betrieb sind und daun wird der 
Narkt noch mit deutschen Reparationskoh— 
len überschwemmt. Das ist eine Gefahr, nich 
nur für das Saargebiet, nein auch für Frankreich um 
andere Kohlengebiete. 
Die Förderung im Jahre 1913, wo natürlich ieden 
Arbeitstag gearbeitet wurde, betrug 13071981 Ton- 
nen. Diese Förderung wurde abgesetzt wie folgt 
Preußen 5330 877 Tonnen 
Sitddeutschland 2982 434 
Elsaß-⸗Lothrine 510015 
Frankreich 958 720 
Luxemburg 736 915 
Oesterre ich 22 690 
Belgien 86 120 
Italien 183070 
Jetzt geht es umgekehrt. Den Löwenanteil erhäh 
Frankreich, ohne jetzt genügend Verwendung dafür zu 
haben. Insolge der Krise versuchte die Bergverwal— 
tung, 3000 Bergleute im Juni abzustoßen und noch 
weitere Tausende sollten später entlassen werden, und 
zwar nur solche, die außerhalb des Saargebietes, glso 
noch in Deutschland, wohnen. Wir haben uͤns mit dem 
Alten Verband gegen die Eutlassinigen mit aller Ent— 
schiedenheit gewandt und Deutschland ersucht, mehr 
Kohlen zu kaufen, damit doch die Leute bleiben könn— 
ten. Deutschland hat mehr Kohlen trotz der hohen 
Preise abgenommen und die Kündigungen sind unter— 
blieben. Wir haben das größte Interesse daran, daß 
die alten Absatzgebiete zurückgewonnen werden, haben 
ein Interesse daran, daß der französische Markt nicht 
überladen wird. Das ist nicht nuͤr unser Intetesse, 
sondern, das sind auch Interessen der Bergarbeiter 
Frankreichs. Deshalb müssen wir eigentlich alle ohne 
Unterschied der Nation für deu Abbau der Neporo— 
tionskohle eintrefen. 
A 
s 
7 
F 
l 
b 
J 
J 
ro 
J 
D 
Ein Wort noch über die Behandlung der Berg— 
arbeiter. Diese ist im allgemeinen, wie von den Berg— 
leuten aller Richtungen gesagt und mit Material be— 
legt wird, sehr schlecht. Der französische Depute Tait— 
tinger hat in einem Artikel, der kürzlich veröffentlicht 
wurde, sinngemäß geschrieben, aus politischen 
Gründen müßten die Saarbergleute von den frauzö— 
sischen Beamten und der Bergverwaltung gut behan— 
delt werden. Aber das ist der verkehrte Geist. Nicht 
politische Gründe dürfen für eine gute Behandlung 
maßgebend sein. Nicht um der Politik willen soll der 
Bergmiann vorübergehend' gut belsandelt merden, nein 
unt des Arbeiters, um des Menschen willen 
der ein Aurecht hat anuf gute und anständige Be— 
bandluna. Das ist das Unglück unserer Tage. dab
	        

Cite and reuse

Cite and reuse

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Volume

METS METS (entire work) MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF DFG-Viewer OPAC
TOC

Issue

PDF RIS

Image

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Volume

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Issue

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Image

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Der Saarbergknappe. Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek, 1922. Print.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What color is the blue sky?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.

Diese Website benutzt Cookies, die für den technischen Betrieb der Website erforderlich sind.