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Memorandum zur Bergarbeiterstreikbewegung im Saarrevier 1912 - 13

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Bibliographic data

fullscreen: Memorandum zur Bergarbeiterstreikbewegung im Saarrevier 1912 - 13

Monograph

Persistent identifier:
1831339005
URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-689907
Title:
Memorandum zur Bergarbeiterstreikbewegung im Saarrevier 1912 - 13
Shelfmark:
64-4823
Author:
Backes, Jakob
Place of publication:
Neunkirchen a.d. Saar
Publisher:
Verl. der "Neunkirchener Zeitung"
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Monograph
Collection:
Mining
Year of publication:
1913
Number of pages:
104 S.
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger
Digitised pages:
112

Chapter

Title:
VII. Schlußerwägungen
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Digitised pages:
7

Contents

Table of contents

  • Memorandum zur Bergarbeiterstreikbewegung im Saarrevier 1912 - 13
  • Cover
  • Title page
  • Contents
  • Introduction
  • I. Aus der Vorgeschichte der Saararbeiterbewegung 1912/13
  • II. Haltung der katholischen Organisation (Sitz Berlin) in der Bergarbeiterbewegung des Saargebietes
  • III. Die katholische Arbeiter-Organisation und die „Kölnische Volkszeitung"
  • IV. Zurückweisung verschiedener Vorwürfe und Einwände gegen die katholische Arbeiter-Organisation
  • V. Der Brief des Bischofs Dr. M. Felix Korum von Trier
  • VI. Die Schädigung der politischen Einigkeit der Katholiken
  • VII. Schlußerwägungen
  • Register
  • Cover

Full text

97 
VII. 
ohluberwügungen. 
1. 
In Nr. 27 (1913) der „Köln. Volksztg.“ ist die Rede 
vom Frieden und von hohen ideellen Werten, die 
durch den Zwist zertrümmert würden. Es ist uns recht, daß 
darauf hingewiesen wird. Daß hohe ideelle Werte durch den 
Zwist zertrümmert werden, insbesondere in der letzten Berg— 
arbeiterbewegung zertrünmert worden sind, nehmen am ehesten 
wahr die Geistlichen, die unter dem Volke als Seelsorger 
arbeiten. Deshalb bedauern dieselben gar sehr den Zwist und 
sehnen sich nach Frieden. Wenn die „Köln. Volksztg.“ meinte, 
durch „haltlose Vorwürfe diene man nicht dem Frieden“, so stimmen 
wir ihr zu. Deshalb hielten wir es für gut, in dieser Broschüre zu 
zeigen, daß die in der Erklärung der 33 Geistlichen vom 30. Dezember 
1912 (S. 3) gemachten Vorwürfe wahr sind. Die Wahrheit ist 
allein das Fundament für einen dauernden Frie— 
den. Nur die Absicht, die zu Anfang der Broschüre 
betont ist, lediglich der Wahrheit zu dienen, hat 
uns bei allen Ausführungengeleitet. 
Daß hohe ideelle Werte zertrümmert werden durch Zwist, sieht 
jeder ein; aber es ist doch auch sehr wichtig, zu wissen, wer denn eigent⸗ 
lich schuld istan dem Zwist und an manchen unangenehmen Erörterungen. 
Wer hat in der Streikbewegung bei Gelegenheit von Versammlungen 
in taktloser Weise Fragen berührt, deren Erwähnung für alle ernsten 
Christen peinlich sein mußte? So hat z. B. gleich zu Ansand in 
St. Wendel am 23. Dezember 1912 in einer Agitationsversammlung 
der Christlichen Kirschbaum, der Sekretär des Volksvereins M.-Glad⸗ 
bach, in seiner Rede sich ungefähr also ausgedrückt: „Gerade die katho— 
lische Geistlichkeit sollte mit den Arbeitern gehen und dazu beitragen, 
daß die Bergleute bessere Löhne erhielten, damit sie dem sittlichen Ge— 
bote der Ehe nachkommen könnten.“ In Bildstock wandte sich am 
8. Januar 1913 der Bergmann Rauber aus Tholey, ein Agitator 
für die Christlichen, gegen den Kaplan Schmitt aus Bildstock und sagte 
linhaltlich wiedergegeben) also: „Sie sind schuld, daß es uns so schlecht 
geht und wir so viele Arbeiter im Saarrevier haben. Hätten wir nicht 
so viele Kinder, dann wäre es anders bei uns.“ Die weiteren hieran 
sich schließenden Erörterungen übergehen wir. 
Das Hereinzerren solcher delikater Angelegenheiten war deshalb 
noch besonders taktlos, weil sie in Zusammenhang gebracht wurden 
mit diesbezüglichen ernsten Pflichten der katholischen Geistlichen, deren 
Aufgabe es ist, das von Gott gegebene Sittengesetz der 
Heilighaltung der Ehe zu lehren. Es lag gar kein Grund 
dor, solche Sachen, wodurch die Arbeiter gegen die Geistlichen auf— 
gebracht werden mußten, zur Sprache zu bringen. Denn die Geist⸗ 
lichen sind alle für Besserstellung der Arbeiter gewesen. Wenn sie den 
Streik nicht bisligten, so geschah es eben deshalb, weil sie überzeugt 
pag daß durch einen solchen die Lage der Arbeiter verschlechtert 
würde. 
Wie sehr falsche Ideen bereits in die Arbeiter gedrungen sind, 
das illustrieren folgende Beispiele:
	        

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Backes, Jakob. Memorandum Zur Bergarbeiterstreikbewegung Im Saarrevier 1912 - 13. Neunkirchen a.d. Saar: Verl. der “Neunkirchener Zeitung”, 1913. Print.
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