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1914 (0002)

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Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: 1914 (0002)

Periodical

Persistent identifier:
1814750282
Title:
Südwestdeutschland
Sub title:
amtliche Zeitschrift des Südwestdeutschen Verkehrsverbandes Saar, Blies und Nahe und des Verkehrsvereins Saarbrücken
Shelfmark:
4 Z 2110
ZDB-ID:
ZDB Icon3132728-X
Place of publication:
Saarbrücken
Document type:
Periodical
Collection:
Periodicals
Erscheinungsverlauf:
1913 - 1914
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger

Volume

Persistent identifier:
1814750282_1914
URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-692899
Title:
1914
Volume count:
0002
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Volume
Collection:
Periodicals
Year of publication:
1914
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger
Digitised pages:
219

Chapter

Title:
Januar.
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter
Digitised pages:
25

Contents

Table of contents

  • Südwestdeutschland
  • 1914 (0002)
  • Cover
  • Januar.
  • Februar.
  • März.
  • April.
  • Mai.
  • Juni.
  • Juli.
  • Cover

Full text

Seite 111— ; BJ Sidwestdeutschland *æ 
— 
Saartal; drüben liegen die ernsten Höhen des 
Giffert- und Pfaffenwaldes. In dem Tal glänzt 
wie ein achtlos hingeworfenes Silberband die 
Saar. Das schlängelt sich und schmiegt sich 
dem welligen und bergigen Gelände an und 
mit den schäumenden Wogen kosen die goldenen 
Sonnenstrahlen. Weit hinauf ins obere Saar— 
tal wandert der Blick zu den Höhen bei 
Blittersdorf, deren schneeige Kuppen ein gol— 
dener Schimmer umbraut .... 
Doch nun ist der Wald lebendig geworden, 
jauchzende Stimmen schallen zu mir herauf: 
die Wintersportfreunde finden ihr Feld heute 
wohlbestellt und lustig gehts auf flinken, kleinen 
Schlitten die Hänge hinab in sausender Fahrt. 
Dort gleitet auch ein Stifahrer in lautloser 
Fahrt an mir vorüber, jetzt fährt er zu Tal, 
daß der leichte Pulverschnee in kleinen Wolken 
auseinanderstiebt. Von der Straße her ver— 
nehme ich Schellengeläut, ein mit zwei feurigen 
Braunen bespannter Schlitten eilt lautlos 
durch den winterschönen Wald. 
Allmählich klettern die Nachmittagsschatten 
ins Tal, die Höhen erglühen im Glanze der 
sinkenden Sonne. Am Westhimmel steigt eine 
Schneewand herauf, die sich die Sonne als 
Ruhestatt auserwählt zu haben scheint. Nun 
bietet sich den Wintersport- und Waldfreunden ein überwältigendes 
Bild winterlicher Abendstimmung. Die Sonne ist zur Hälfte hinter 
den dunklen Vorhängen verschwunden, violette Strahlen ziehen sich 
zum Himmel hinauf wie die flatternden goldenen Flechten einer im 
Sturmwind harrenden Walküre; in den Wolken spiegelt sich in 
nattpurpurnem Glanz die zur Ruhe gehende Königin des Himmels. 
kin bläulicher Schimmer legt sich auf den blendenden Firn, während 
die schneeigen Berge zum Himmel empor zu wachsen scheinen. 
So geht ein Tag in winterlicher Farbenschönheit und stimmung 
zur Rüste, der in winterlicher Pracht und Herrlichkeit seinen 
Aufang nahm. 
Bald steckt der Himmel seine Lichter auf, Sternlein reiht sich 
an Sternlein und im Osten beginnt in blutrotem Gewande der 
Mond seine Nachtwanderung. Ein mildes Licht fließt über die 
Berge hinunter in die Täler. Es scheint, als wollten alle Herr— 
ichkeiten des Winters mit einander wetteifern. Da stehen die 
schlafenden Bäume in scharfen Konturen auf schneeigem Teppich, 
über den leicht die Schatten fallen. Ganz von ferne hör' ich das 
Geräusch der Großstadt und dort drüben in jenem Eichengehölz 
u phut und lockend ein Käuzchen: Winterstimmung im 
Walder. 
Waldhaus Ski-⸗Skjöring in Saarbrücken 
ein Sonnenstrahl hatte es aufgeweckt. Nun schauen die kleinen 
Langschläfer verwundert umher; jetzt sind trübe Zeiten für sie, wo 
alle Nahrung der Schnee zudeckt. 
Ich steige höher den Hang hinauf, noch unberührt liegt das 
weite Schneefeld vor mir; durch die Zweige der Bäume schauen 
die Sonnenstrahlen und malen allerlei duftige Figuren auf den 
Schnee. Doch kaum sind sie entstanden, da zerfließen sie wieder, 
und so wiederholt sich das immer und immer wieder. Das flutet 
und funkelt, das gleißt und glitzert, daß ich vor lauter Pracht nicht 
weiß, wohin ich zuerst mein staunendes Auge wenden soll. 
Nun biege ich links in einen verschwiegenen Waldweg ein, der 
sanft zur waldigen Höhe sich hinauf zieht. Rechter Hand erhebt sich 
der dunkle Tannenwald, blendend weiße Schneetücher decken überall 
die Zweige der Bäume, die leise unter der ungewohnten Last ächzen. 
Ein Stückchen weiter ein neues Meisterwerk des Winters. Buschige 
Tannenzweige hatten die Regentropfen am Tage vorher festgehalten. 
Und dann war die Nacht gekommen mit ihrem eisigen Ost und 
flugs hatte er die Tröpflein erstarrt. Nun hängen sie wie große 
Tautropfen an den Zweigen und spiegeln sich in den Strahlen der 
Morgensonne. Und linker Hand fällt ein ziemlich steiler Hang, mit 
junger Tannenpflanzung bestanden, ab zu einer großen Talmulde, in 
der ein Rudel Rehe zu mir herauf lugt. Hinter mir spielen die blaß— 
goldenen Sonnenstrahlen auf den schneebehangenen 
Zweigen, so daß es funkelt und glitzert, wie an tausend 
Weihnachtsbäumen, die im Kerzenlicht erstrahlen. 
Am Römerbrunnen vorbei führt mein Weg durch 
eine dichte Tannenschonung nach der Waldwiese. Da 
liegt die Saargroßstadt vor mir. Wahrlich, Saar— 
brücken, noch selten sah' ich Dich in solcher Schönheit 
wie in Deinem Winterkleid! Grad' vor mir St. Ar— 
nual, in seinem ländlichen Charakter mit der form— 
schönen Kirche erinnert es mich an meine nordische 
Heimat. Vom hohen Berge grüßt das Wahrzeichen 
der Saarstädte, im goldenen Morgensonnenglanz 
scheint es noch wuchtiger geworden zu sein. Einen 
prächtigen Anblick gewähren die Höhen im blendenden 
Schneegewand. Da leuchten von fern herüber die 
weißen Kuppen zackiger Felsen, müde lehnt am Berg— 
hang der verschneite Tannenwald und an den Fels— 
vorsprüngen glitzern in leuchtender Wintersonne tau— 
sendfältig die riesigen Eiszapfen. Scharf heben sich 
die stolzen Türme der Kirchen der Stadt vom Horizont 
ab. Soeben dringt feierliches Geläut der Kirchen— 
glocken aus dem Tal zu mir herauf: „Ich bin allein 
auf weiter Flur!“ Wer muß nicht in solcher weihevollen 
Stunde der Allmacht Gottes gedenken, der Allmacht, 
die sich in den Wunderwerken der Natur so übe.⸗ 
zeugend zeigt? „Anbetend steh ich hier!“ . ... 
Und der Blick schweift weit hinaus ins schöne 
fidolo Lnns 
Dhoto Schoepon
	        

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1914. Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek, 1914. Print.
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