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1914 (0002)

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Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: 1914 (0002)

Periodical

Persistent identifier:
1814750282
Title:
Südwestdeutschland
Sub title:
amtliche Zeitschrift des Südwestdeutschen Verkehrsverbandes Saar, Blies und Nahe und des Verkehrsvereins Saarbrücken
Shelfmark:
4 Z 2110
ZDB-ID:
ZDB Icon3132728-X
Place of publication:
Saarbrücken
Document type:
Periodical
Collection:
Periodicals
Erscheinungsverlauf:
1913 - 1914
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger

Volume

Persistent identifier:
1814750282_1914
URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-692899
Title:
1914
Volume count:
0002
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Volume
Collection:
Periodicals
Year of publication:
1914
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger
Digitised pages:
219

Chapter

Title:
Juni.
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter
Digitised pages:
34

Contents

Table of contents

  • Südwestdeutschland
  • 1914 (0002)
  • Cover
  • Januar.
  • Februar.
  • März.
  • April.
  • Mai.
  • Juni.
  • Juli.
  • Cover

Full text

sgeite 226 
ιιαν Sidwestdeutschland ι σννä α Xιασαασαα Nr.]8 
gehört dem Staat. Der größte Grundbesitz dem Kreis St. Wendel, 
der unter dem Vorsitz des Landrats v. Aschoff ganz gewaltige 
Summen aufgewandt hat, um die Besitzverhältnisse für alle Zeiten 
in einer der Bedeutung der Burg entsprechenden würdigen Weise zu 
regeln. Gleichfalls sind noch einige Kleinbauern und ein Nagel— 
schmied Besitzer eines geringen Teil Grundes in der Burg, die dort 
ihrem Tagwerk nachgehen und gerade dadurch ist der Burg ein 
eigenartiges Gepräge gegeben. Bei der Burg Lichtenberg darf man 
sich deshalb nicht nur Ruinen wie bei so vielen anderen Burgen dar 
stellen. Die frühere Landschreiberei ist durch den Kreis St. Wende! 
in den Jahren 190507 wieder aufgebaut worden, in welcher sich 
oben die Räume für den Kreistag befinden, in dem auch die Schränke 
mit den bei den Ausgrabungen gemachten Funden an alten Waffen 
stücken, Haushaltungsgegenständen, Skulpturen u. a. aufgestellt sind 
In den unteren Gemächern sind die Restaurations-Räume unter 
gebracht, in denen Burgmeister Reinert für des Leibes Atzung sorgt 
Ein Blick vom Bergfried gehört zu den schönsten, was ich auf 
meinen Wanderungen im Westrich sah. Ein Panorama von so be 
strickender Schönheit, daß man nur ungern seinen Standort verläßt 
Tief unten am Burgberg nach Süden liegt Thallichtenberg, mit 
seinem gastlichen Pfarrhause, in den Taleinschnitt eingebettet. Nach 
Osten von der Burg im Hintergrunde, eine Wegestunde entfernt, 
das bayerische Städtchen Kusel. Baumholder mit seiner 
regsamen Bevölkerung wird in der Regel als Ausgangspunkt für 
Fußwanderungen benutzt. Von da aus führt der Weg iun stets 
wechselnden Bildern in 1113 Stunden nach Lichtenberg. Ringsum 
ein Auftürmen von waldbestandenen Höhen. Aus den weit sicht— 
baren Tälern grüßen freundliche Dörfer. Wogende Felder und 
der Ernte entgegen reifende buntblumige Wiesen soweit nur das 
luge blicken kann, dazu das eigenartige Rot der frisch bestellten 
Acker. Ein Bild des Friedens und Wohlstandes, und hätte der 
Broßherzog von Oldenburg noch das Prachtwetter, welches mir 
beschieden war, gehabt, ich glaube, seine Begeisterung hätte Höhen 
erreicht. Da liegt nun ein so schönes Stück Gotteserde direkt vor 
den Toren unserer Großstadt, und wie wenig sind es, die Kenntnis 
davon haben. Kaum eine Stunde Bahnfahrt nach Kusel oder Baum— 
solder und von dort zu Fuß, oder von St. Wendel aus mit Wagen 
»der Auto, und eine Landschaft tut sich dem Besucher auf, wie es 
wohl wenige gibt. 
Bei meinen Ausführungen sei auch noch eines Mannes beson— 
ders gedacht, den in ebenfalls uneigennütziger Weise, mit viel 
Dpfern au Zeit und Geld, die Erforschung der Burg sich zu einer 
Lebensaufgabe gemacht hat. Es ist dies Herr Pfarrer Haarbeck in 
khallichteuberg. Seine Schriften über die Burg haben das Augen— 
merk der weiteren Kreise auf die Burg Lichtenberg gelenkt. Der 
erste Teil der Geschichte der Burg ist gedruckt bei H. Kayser in 
kaiserslautern und im Buchhandel für 76 Pfg. zu haben. (Ver⸗ 
'asser W. Haarbeck; siehe Hinrichs „Wöchentl. Verzeichnis“ 1913 
Nr. 46, Seite 1592.) Wie aus vorhergehendem Artikel ersichtlich, 
st ein 700-Jahrfonds zur Aufbringung weiterer Geldmittel gegründet 
vorden. Gaben werden von Herrn Pfarrer Haarbeck jederzeit mit 
jerzlichem Dank entgegengenommen und au die Kreiskommunal— 
asse in St. Wendel abgeliefert, an welche auch Gaben mit dem 
Vermerk „Für den 700-Jahrfonds der Burg Lichtenberg“ direkt 
ingesandt werden können. Auch jede kleine Gabe ist willkommen. 
M. 
Sonnwendnacht. 
hohe zum Bternenhimmel emporschießt, rauchende 
funkengarben und sprühende Glut hinaus— 
schleudernd in die dunkle, schweigende Nacht. — 
Da erhebt sich trutziglich ein feierlicher, jubelnder 
Sang. Kraftvoll klingt es hinaus in die stille, 
nüächtliche Weite: 
„Siehe, wir singenden Paare, 
Schwören am flammenaltare, 
Deutsche zu sein!“ 
Der glühende Holzstoß ist verloschen. Doch die 
geilige flammenglut unsrer Sonnwendnacht wird 
weiterlohen tief in unseren herzen. Denn sie darj 
ja nicht sterben, nicht untergehen in den kleinlichen 
Sorgen des grauen, philisterhaften Alltags! 
FHeilige flamme glüh! Glüh und verlösche nie!“ 
Und sie muß in uns weiterglühen, die heilige 
fFlamme, alles ersticken und verzehren, was niedrig 
und gemein, was unrein ist! Sonst würde unser 
Sonnwendfeuer nie mehr sein als Schall und RKauch, 
ein leeres Spiel! Albrecht Meyen, Nauen 
Sonnenhöhe — frühlingswende! 
Allmutter Sonne hat ihren Höhepunkt erreicht, 
die Natur und uns Menschenkinder erfüllt sie mit 
neuer, schwellender Lebenskraft. Uun steigt ihre 
Bahn wieder abwürts. Tag für Tag, stetig, un⸗ 
aufhaltsam weicht das Licht der finsternis. — 
Sonnwendnacht! funiprüchtige Sommernacht 
mit leise sprühendem Glühküfergefunkel, trüumen- 
dem Waldweben, ahnungsvoller, tiefer Geheim— 
nisse voll, hat uns wieder vereint zu gemeinsamer 
Weihestunde. Allüberall im weiten deutschen DPoter⸗ 
ande treffen sich in dieser Stunde, treu dem alten, 
urvüterlichen Brauche unsere Brüder am flammen- 
den Holzstoße. 
Alle erfülit von denselben geheimnisvoll weben⸗ 
den und wirkenden Krüften uralten, sagenum— 
wobenen Polksglaubens. 
Im weiten Kreis stehen sie Hand in Hhand um 
den müchtigen quolmenden holzstoß. Behende 
frißt sich die flamme mit gierig seckenden feuer— 
zungen nach oben. Bis schließlich eine gewaltige 
—— 
“ 
————
	        

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1914. Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek, 1914. Print.
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