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1914 (0002)

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Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: 1914 (0002)

Periodical

Persistent identifier:
1814750282
Title:
Südwestdeutschland
Sub title:
amtliche Zeitschrift des Südwestdeutschen Verkehrsverbandes Saar, Blies und Nahe und des Verkehrsvereins Saarbrücken
Shelfmark:
4 Z 2110
ZDB-ID:
ZDB Icon3132728-X
Place of publication:
Saarbrücken
Document type:
Periodical
Collection:
Periodicals
Erscheinungsverlauf:
1913 - 1914
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger

Volume

Persistent identifier:
1814750282_1914
URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-692899
Title:
1914
Volume count:
0002
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Volume
Collection:
Periodicals
Year of publication:
1914
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger
Digitised pages:
219

Chapter

Title:
Juni.
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter
Digitised pages:
34

Chapter

Title:
Erdorchideen des Saarbrücker Landes und Pflanzenschutz. Von Josef Ruppert.
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter
Digitised pages:
5

Contents

Table of contents

  • Südwestdeutschland
  • 1914 (0002)
  • Cover
  • Januar.
  • Februar.
  • März.
  • April.
  • Mai.
  • Juni.
  • Erdorchideen des Saarbrücker Landes und Pflanzenschutz. Von Josef Ruppert.
  • Tholey und der Schaumberg. Von Dr. Ingenieur Otto Eberbach.
  • Juli.
  • Cover

Full text

deite 220 ινινσνç GSũdwestdeutschland öůαανσαα Ur. 2 
22 
Erdorchideen des Saarbrücker Landes und Pflanzenschutz. 
Nachdruck verboten) Don fosef Ruppert, Saarbrücken 2 
Viesen stellenweise ihren grünbräunlichen Farbenton aufimpft. Mor—⸗ 
»hologisch ein Gegenstück zur Affenorchis, bietet ihre feingeteilte 
lippe ähnlichkeit mit einem unter einem großen, grünlichen Hut 
iufgeknüpften, lebensmüden Menschen (siehe Abbildung). Auch ihre 
rocknenden Teile riechen vorzüglich nach Waldmeister, und ein fran— 
ösischer botanischer Schriftsteller empfiehlt daher dieselben zur 
)arfümierung der Wäsche und deren Schubladen. Zu solch' profanen 
zwecken ist sie uns zu gut, wenn schon sie einige Blüten zur 
Erläuterung dieses Aufsatzes liefern mußte. 
Anacamptis pyramidalis, die hundswurz, die ebenfalls in diese 
zalkstete Gesellschaft gehört, scheint in unserem Bezirk heute zu fehlen. 
schultz gibt sie vor 68 Jahren bei Ensheim an; das dortige, in 
zrage kommende Gebiet ist indessen derartig genau untersucht und 
war mit negativem Erfolg, daß man diese Art als verloren be— 
rachten muß. — Jetzt tritt auf den Plan unstreitig die wunderlichste 
trscheinung unter unseren Orchideen, ja unter unserer deutschen 
RNlanzenwelt überhaupt: 
Himantoglossum hircinum, die Bocksorchis. Den lustigen Namen 
»erdankt die Pflanze einem Duft, mit dem sie viele Quadratmeter 
hrer Umgebung tagelang zu erfüllen vermag, der von einigen bock— 
irtig, von andern, faulenden Fischen ähnlich genannt wird. Maeter— 
inck beschreibt dieses „Ungeheuer“ folgendermaßen: „Es ist von 
Infang an mit bronzefarbenen Furunkeln, mit Merowingerbärten 
ind übelaussehenden lila Beulen bedeckt und verlängert sich endlos, 
oll und unwahrscheinlich in Gestalt eines schraubenzieherartigen 
zandes von der Farbe einer Wasserleiche“ (aus Diels, die Orchideen). 
die anfangs grünen Laubblätter sind bei völliger Entwicklung der 
zlütenähre halb oder ganz verfärbt und vertrocknet, demnach fahlgelb 
is braunschwarz, welcher Umstand das Abenteuerliche der Pflanze 
ioch erhöht. Sie ist bei Trier und Metz selten geworden; es ist 
ins 1912 gelungen, diese Art in der Forbacher Gegend, offenbar 
ndemisch, zu entdecken. (Siehe die verkleinerte Abbildung.) — 
Den Schluß unserer Pflanzenfamilie, deren hiesige Vertreter in 
hren naturgeprägten Gewändern und Gewohnheiten vor unserem 
ceistigen Auge nunmehr vorüberdefilierten, soll, in Beherzigung des 
last not least“, die Gattung der Ophrys bilden. Das Wort bedeutet 
m Sriechischen soviel wie „Augenbraue“, und die holländer nennen 
die Vertreter dieser Gattung noch heute so. Ob diese Bezeichnung 
»on der braunsammetigen Lippenbehaarung oder von den 2 kleinen, 
augenartigen, brauenüberzeichneten Punkten im Blüteninnern her— 
jeleitet sein mag? Die Gattung der Ophrys besitzt 4 deutsche Arten, 
zie wir alle 4 zu unserer Flora zählen dürfen. Als Erstblühende 
»xrfreut uns die: Ophrys aranifera; die „spinnentragende“ genannt, 
veil ihre Lippe einigermaßen einer grünlichbraunen Spinne von 
oben gesehen gleicht. Ihr folgt, 14 Tage 
später blühend. 
Ophrys muscifera, die „fliegentragende“. 
Ihr Labellum täuscht uns eine unverkennbare 
Stubenfliege vor. „Linné“ erwähnt schon 
dieses „pulcherrimum naturae spectaculum“: 
er fand die Pflanze 1741 auf der Insel 
Oeland und erkannte sie einer Schmeißfliege 
—— 
der Nähe unserer Stadt kommt diese Art nur 
an wenig Plätzen und stets einzeln vor; bei 
Zweibrücken jedoch, habe ich sie zu Hunderten 
an einem geeigneten Platz beobachtet. Fast 
zu gleicher Seit blüht die noch reizendere: 
Ophrys fuciflora, (siehe Abbildung) deren 
Blütenlippe sich uns in Gestalt und Größe 
einer hummel präsentiert. Ich fand diese, 
für unseren engeren Bezirk neue Urt vor 
einigen Jahren in 6 Exemplaren unfern der 
Sstadt; fast zu gleicher Zeit entdeckte sie 
Dr. Ludwig in der Forbacher Slora. An 
beiden Orten ist sie einheimisch! — 
Die vierte und zuletzt blühende: 
Ophrys apifera, deren Lippe einer Biene 
gleichen soll, ist bei uns von allen am häufigsten. 
Sie ist nicht so wählerisch betreffs der Inso— 
lationsneigung und geht bis auf die reinen 
Hordhänge. Mit der vorigen Art bildet sie 
ine der schönsten Waldorchideen muß jetzt noch erwähnt werden, 
ehe wir das lichtgewordene Gehölz ganz verlassen. Es ist dies: 
Orchis fuscus; auch purpureus genannt. Der Blütenschaft dieser 
stolzen Art schießt bis zur Höhe von fast einem Meter kerzengerade 
empor, und die reiche Blütenähre leuchtet in weiß, rot und braun 
veithin. Gar trefflich versteckt sich diese Art hinter niedrigem Busch- 
werk der Bergflanken oder im Wachholdergestrüpp der höhenzüge. 
zie ist als wärmeliebende und kalkstete Bewohnerin der Südhänge 
inseres Muschelkalkgebietes bekannt, eine wahre Sierde ihres Wohn— 
ortes und müßte unbedingt unter Schutz gestellt werden. Diese Pflanze 
besitzt außer Formenschönheit und Farbenpracht auch noch einen sehr 
angenehmen Cumaringeruch (Duft nach gemähtem Heu), der beim 
Welken besonders kräftig hervortritt (lhr Schwanengesang). Man 
rifft das braune Knabenkraut zuweilen auch weißblühend an; diesen 
Albino habe ich einmal im Gebiet (bei 3weibrücken) beobachtet. 
Orchis fuscus steht öfters mit Orehis masculus zusammen, und da sie 
beide etwa zu gleicher Zeit blühen, bastardieren sie auch. Dieser 
Bastard ist indessen eine der größten orchideologischen Seltenheiten. 
Wilms fand ihn einst bei Münster in Westfalen, aber der andere Fundort 
des Deutschen Reiches liegt in unserer Gegend, nämlich bei 3weibrücken. 
Tin weiterer Bewohner kurzgrasiger Höhen ist: 
Orchis militaris. Bei uns kalhkstet, vereinzelt und ziemlich selten. 
Es ist mir unerklärlich, warum sich gerade diese Art bei uns nicht 
wohl fühlt; im Elsaß, besonders aber in Oberbaden schon reichlicher, 
bedeckt sie beispielsweise im Saaletal bei der Rudelsburg und anderer— 
eits im walliser Rhonetal zu Tausenden die hänge und Alluvialwiesen. 
Tine kleine Kolonie der Kreuzung dieser Art mit Orchis fuscus existiert 
übrigens bei Zweibrücken. Als Schlußstein der Gattung Orchis muß 
ich noch der Orchis Simia (Affen-Orchis) Erwähnung tun. Eine 
südländerin, die sich bis zum Oberrhein und Metz verlaufen hat. 
Diese sonderbare Art besitzt einen blaßviolettgrauen Blütenhelm und 
eine rosafarbene Lippe; letztere aber hat in ihren, zu 4 linealschmalen 
Zipfeln auswachsenden Extremitäten eine unverkennbare ähnlichkeit 
nit einem Miniaturaffen; selbst ein kurzes Stummelschwänzchen ist 
vorhanden (siehe Abbildungs. In Anbetracht dieser wunderbaren 
Filigranarbeit von Mutter Natur habe ich es seinerzeit nicht unterlassen 
können, ein Exemplar der Metzer Slora hier „anzusalben“. Dieser Metzer 
Neudoaffe fühlt sich anscheinend bei uns sehr wohl, denn er blüht 
ährlich und dürfte, wenn nicht botanische Vandalen ihn hinmorden, 
für unsere Flora gesichert sein (eine Blüte jedoch hat er zur Illustration 
hergeben müssen). Ich wünsche ihm reiche Nachkommenschaft. Dieses 
in Botanikerkreisen ungern gesehenen Vergehens: „Die eigene Slora 
nuf Kosten der reichen Nachbarn zu kräftigen“, muß ich mich in der 
Folge noch zweimal zeihen. Den strengen Ausdruck des „Flora— 
älschens“ halte ich nur da für berechtigt, 
vo ökologisch gänzlich unpassende rtlich— 
zeiten den fremden Gästen zugemutet werden. 
so ein gezwungener Emigrant paßt aller— 
dings nicht in jedwede Pflanzensozietät. 
Würde übrigens von Pflanzengeographen 
ofort fremd angesprochen. Wo aber rings 
um uns die gleichen Arten sitzen und bei 
uns vielleicht ehedem gewohnt haben, da 
qalte ich ein Korrigieren der Natur für er— 
laubt. Gelingt überdies leider, trotz an— 
gewandter Mühe, nur in den seltensten Fällen. 
Wir kommen nun zu einer ebenfalls sehr 
interessanten und bei uns nicht minder seltenen 
Art, zur: 
Aceras anthropophora, dem sog. hängen— 
den Menschen. Ein echtes Renommierstück 
der Trier-Cuxemburger Flora von alters her. 
Diese Art haben wir aber auch im Bezirk; 
bei Sweibrücken wurde sie in den letzten 
Jahren an derselben Stelle wiederholt an— 
zetroffen, und im Jahre 1912 entdeckte sie 
Ir. Ludwig in der Forbacher Flora, welch' 
etzterer Standort wohl auf eine Einwande— 
rung von Metz hindeutet. Schon im Ober— 
klsaß trifft man diese thermophile Pflanze in 
ansehnlichen Kolonien, im Kanton Waadt aber 
ist sie schon so häufig, daß sie den dortigen 
im
	        

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1914. Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek, 1914. Print.
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