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1931 (0009)

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Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: 1931 (0009)

Periodical

Persistent identifier:
1671265963
Title:
Der Saarkalender
Sub title:
ein Volksbuch für heimatliche Geschichtsforschung, Kunst, Naturwissenschaft, für saarländische Literatur, Statistik und Volkshumor
Shelfmark:
Z 647
ZDB-ID:
ZDB Icon2981281-1
PPN der Nachfolger-Zeitschrift:
1671266579
Place of publication:
Saarbrücken
Publisher:
Druck und Verlag von Gebr. Hofer AG
Document type:
Periodical
Collection:
Periodicals
Erscheinungsverlauf:
1923 - 1936
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger

Volume

Persistent identifier:
1671265963_0009
URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-516544
Title:
1931
Volume count:
0009
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Volume
Collection:
Periodicals
Year of publication:
1931
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger
Digitised pages:
191

Chapter

Title:
Gemischte Beiträge
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter
Digitised pages:
145

Chapter

Title:
Schülerstreiche
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter
Digitised pages:
3

Contents

Table of contents

  • Der Saarkalender
  • 1931 (0009)
  • Cover
  • Title page
  • Zum Geleit
  • Preface
  • Kalendarium
  • Gemischte Beiträge
  • Was lehrt uns die Geschichte der Saar
  • Der Dudweiler Tafelstreit
  • Unter der Trikolore 1793
  • Persönliche Erinnerungen an Schultze Kathrin
  • Interne Kohlenpolitik
  • Ein saarländisches Lehrergeschlecht
  • Aus den Anfängen der saarländischen Presse
  • Schülerstreiche
  • Die Bexbacher Revolution
  • Pariser Saarverhandlungen vor 170 Jahren
  • Zeittafel (Juli 1929 bis Juli 1930)
  • 10. Tagung des Bundes der Saarvereine in Trier
  • Deutsche Frauenarbeit an der Saar
  • Raub deutscher Eisenbahnlinien durch Frankreich
  • Aus Alt-Saarbrücker Kindheitstagen
  • Contents
  • Inserate

Full text

gar kein Verſtändnis zeigen. Damals galt ja die Prügelſtrafe noh als ein ganz bedeu- 
tendes Erziehungsmittel, und ich muß es meinen alten Lehrern nachrühmen, daß ſie 
es gut anzuwenden verſtanden. Der Verbrauc<g an Stöcken war bei uns auch nicht 
unbedeutend, ein Mitſchüler, deſſen Vater Förſter war, mußte jede Woc<he mehrere 
„Erziehungsmittel“ mitbringen. Und die waren von dem Förſter im Wald fachmänniſch 
geſchnitten! Unſer Beſtreben war natürlich, dieſes pädagogiſche Hilfsmittel zu beſeitigen. 
Alle Verſteke in der Klaſſe wurden dazu benußt. Eines Tages erſchien uns das Ofen- 
rohr der geeignetſte Platz. Geſagt, getan; der Stock verſchwand im Ofenrohr. Jn der 
Eile konnten wir aber die Klappe auf das Rohr nicht mehr richtig aufſetzen, alles 
Klopfen half nichts. Durch das Erſcheinen unſeres „Michel“ wurde unſere Arbeit geſtört. 
Gleich zu Beginn des Unterrichts ſtand die Notwendigkeit feſt, daß der Stock nachhelfen 
mußte. Aber, wo war er? Dienſteifrig, wie wir uns nun einmal nach außen hin gaben, 
halfen wir ſuchen und lachten innerlich vor Schadenfreude. DoH unſer „Michel“, der 
an dem Tag eine ganz helle Hoſe und eine ſchneeweiße Weſte trug, mußte etwas gemerkt 
haben. Er ging auf das Ofenrohr zu, während wir uns- in reſpektvolle Entfernung 
brachten. „Michel“ rüttelt, ſchüttelt und ſchlägt auf das Rohr, ſtemmt ſich dagegen; da 
auf einmal fliegt die Klappe ab, herauskommt der Sto und der ganze Ruß fällt 
auf die ſOHneeweiße Weſte und die helle Hoſe. Wie haben die Kleidungsſtücke ausgeſehen! 
Cbwohl wir wußten, was uns blühte, konnten wir ein helles Lachen nicht unterdrücken. 
Ob ſc<uldig oder nicht, jeder bekam ſeine Abreibung. Und ſie half, der Sto> wurde 
ſeit jenem Vorfall nicht mehr verſteckt. -- 
Es war in der Chemieſtunde. Die „Knack“ experimentierte und legte gewohnheits- 
gemäß ſeine Brille in irgend eine Eke. Jeder dutfte ſelbſt Aezungen an Glasſch<herben 
vornehmen. Am Experimentiertiſc<, war natürlich ein Gedränge, unſere „Knack“ ließ 
uns jedoch frei gewähren und war ſichtlich erfreut über unſer doh nur vorgetäuſchtes 
Intereſſe. Eine Teufelei ſollte ausgeführt werden. Ein Mitſchüler nimmt die Brille, ſie 
wird im ſelben Augenblick über die äßzenden Dämpfe gebracht und auch gleich blind. 
Unauffällig wird ſie an ihren alten Platz gelegt. Die Stunde iſt zu Ende, alles ver- 
ſchwindet aus dem Chemieſaal, um ſich zunächſt in dem dunklen Flur zu verſteken. Dec 
Lehrer verläßt auch den Saal und im Herausgehen ſetzt er ſeine Brille auf. Sofort 
nimmt er ſie wieder herunter, greift gemütlich nach dem Taſchentuch, um die Gläſer 
abzureiben. In unſerem Verſteck gibt es nun aber für uns Frechlinge kein Halten mehr, 
mit Lachen begleiten wir dieſe Szene." Nun begreift „Knack“, was geſchehen iſt. Doch 
der ſeelengute 'Menſc<h lächelt nur und ſchüttelt den Kopf, ſteckt aber künftig die Brille 
beim Chemieunterricht ſtets in die Bruſttaſche. 
Wir haben Phyſik. Der Lehrer erklärt mit vielem Drum und Dran die Magdeburger 
Halbkugeln und die Einwirkung des luftverdünnten oder luftleeren Raumes auf die 
Körper, beſonders auf einen Apfel. „Puh, Jungens, der Apfel muß ganz zuſammen: 
ſhrumpeln!“ Der Verſuch ſollte alſo gemacht werden. Der Famulus muß natürlich 
helfen. Der Schalk ſitzt dieſem aber im Nacken, anſtatt die Glasgloke mit dem darunter- 
liegenden Apfel an die Luftpumpe anzuſchließen, ſchließt ex die Glocke an die Gasleitung 
an. Die Luftpumpe läßt er im Leerlauf arbeiten. Alles ſteht erwartungsvoll um den 
Experimentiertiſch. Der Verſuch mißlingt natürlich. Erſt der übergroße Gasgeruh bringt 
Aufklärung. Folge: Strafpredigt und Arreſt. 
Derſelbe Lehrer machte in der Aula einen ſchönen Verſuch mit dem Pendel. Da das 
Pendel immer nach der gleihen Richtung ſchwingt, kann die Drehung der Erde. daran 
bewieſen werden. Auf dem Fußboden war ein Kreis gezogen und hier ſtündlich die 
Schwingungsrichtung vermerkt. Dieſer Verſuch ſollte natürlich allen Klaſſen gezeigt 
und erklärt werden. Man hatte aber nicht mit den Primanern gerechnet. Dieſe hatten 
ſich in der Pauſe in die Aula geſchlihen, das Pendel angehalten und ihm eine andere 
Schwingungsrichtung gegeben. Als nach der Pauſe mehrere Klaſſen in der Aula ver- 
ſammelt waren, der 'Profeſſor nach einleitenden Worten zur Beweisführung übergehen 
wollte und das Pendel anſah, merkte er, was geſchehen war. Vor dem allgemeinen 
Gelächter und einzelnen Zurufen: „Und ſie bewegt ſich doh!“ und nicht zuletzt durch 
das hämiſche Lächeln einzelner Lehrer veranlaßt, rannte er wütend aus der Aula, Der 
Verſu<ß wurde nicht mehr wiederholt. -- 
Es iſt in der Oberſekunda. Wir haben gerade franzöſiſche Lektüre. Der Lehrer 
ſchlendert gewohnheitsgemäß an den Bänken vorbei, das Buch in der Hand. Wir 
(X
	        

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1931. Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek, 1931. Print.
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