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1927 (0005)

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Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: 1927 (0005)

Periodical

Persistent identifier:
1671265963
Title:
Der Saarkalender
Sub title:
ein Volksbuch für heimatliche Geschichtsforschung, Kunst, Naturwissenschaft, für saarländische Literatur, Statistik und Volkshumor
Shelfmark:
Z 647
ZDB-ID:
ZDB Icon2981281-1
PPN der Nachfolger-Zeitschrift:
1671266579
Place of publication:
Saarbrücken
Publisher:
Druck und Verlag von Gebr. Hofer AG
Document type:
Periodical
Collection:
Periodicals
Erscheinungsverlauf:
1923 - 1936
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger

Volume

Persistent identifier:
1671265963_0005
URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-505642
Title:
1927
Volume count:
0005
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Volume
Collection:
Periodicals
Year of publication:
1927
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger
Digitised pages:
247

Chapter

Title:
Gemischte Beiträge
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter
Digitised pages:
175

Contents

Table of contents

  • Der Saarkalender
  • 1927 (0005)
  • Cover
  • Title page
  • Zum Geleit
  • Preface
  • Kalendarium
  • Gemischte Beiträge
  • Contents
  • Inserate
  • Cover

Full text

Saarkalender für das Jahr 1927. 
De ,„Reccwer“ kommt! Aus den früheren Gaſltrollezeiten der franzöſiſchen Soldateska ſind im Saargebiet 
manche Bezeichnungen zurückgeblieben. 3. B. weiſt die Ortsbezeichnung „Hangard“ (Dorf bei Neunkirchen) auf 
eine Franzoſenzeit hin, und Titelbezeichnungen, wie ,Hiſſje" (Huiſſier, Gerichtsvollzieher) ſind heute noch ge- 
bräuchlich. Wenig bekannt iſt aber, daß ſich mancherorts ein Titel lange gehalten hat, der heute vergesſen iſt. 
In Biſchmisheim nannte man den Steuereinnehmer bis zum Iahre 1870 den „Recewer“. Der Dorfpoliziſt machte 
ſtets bekannt, wann der „Recewer“ kommt. Jedenfalls rührte dieſe Bezeichnung aus den Kriegszeiten her, als 
die fouragierenden Truppen Napoleons im Feindesland den ,Receveur“ ſpielten. 
Ein Eiſenbahnerlebnis vom 15. Mai 1926. Ein Freund des , Saarkalenders“ teilt mir nachſtehendrs Vor- 
kommnis auf einer Karte ‘direkt nach ſeiner Ankunft in Neunkirchen mit: Im Abteil im Perſonenzug nach 
Neunkirchen, das vollgepfropft iſt, macht ſich ein abſcheulicher Geruch nach Käse bemerkbar. Jeder ſieht den 
Nachbarn mißtrauiſch an und jeder iſt empört, daß man ſowas ins Abteil mitbringt. Als man in Neuntirchen 
ankommt, kommt ein Mann aus dem Nachbarabteil herein, langt nach dem duftenden Paketchen, das er 
zwiſchen die Koffer ins Netz gelegt hat, und sagt lächelnd: „Ich han se als dohin gedahn, ſie ſtinke mir ſonſcht 
zu arig!“ 
Aus einer Franzoſenſchule. Die Schule müht ſich mit der Konjugation der franzöſiſchen unregelmäßigen Derbe 
ab und übt naîstre (geboren werden). Der Lehrer: „Wie heißt das Perfektum?“ Schüler ſchweigt. ,„Weißt 
du es nicht?“ Schüler: „Nein!“ „Der Nachbar, weißt du es auch nicht?“ „Nein!“ „Der dritte, weißt du es?“ 
Antwort: „Ne!“ , Set' dich rauf, ſo gut, wie der es wußte, hättet ihr es auch wiſſen müſſen.“ Der Schüler 
erſtaunt: „„Ich han's ja doch auch nit gewußt.“ Lehrer: „Aber, mein Iunge, du ſagteſt doch ng.“ 
Die zollfreien Gänſe. Mein Vater erzählte oft, daß vor 70 der Zoll für Lebensmittel, beſonders Geflügel, 
ſehr ſtreng war und die Grenze an der Goldenen Bremm hohen Zoll dafür erhob. Einmal kam ein Wagen daher, 
der Fuhrmann hatte Gänſe unter ſeinem Sitz verſteckt. Unterwegs traf er ein paar nette junge Mädchen aus 
Saarbrücken und forderte ſie auf, ſich auf den Wagen zu setzen. Sie kamen an die Goldene Bremm, das alte 
Zollhaus. Ein Beamter trat heraus, muſterte den Wagen. „Habt Ihr was zu verzollen?“ „„Ja,“ sagte der Fuhr- 
mann und wies auf die jungen Mödchen, „nur ein paar Gäns.“ Der Zollbeamte ſchmunzelte, „Paſſiert," rief er, 
und ließ ſie vorbei. E. D. 
„Haſcht Du die Sunn?“ Wie vielen in Brebach und Umgegend erinnerlich ſein wird, war der alte Schorn- 
ſteinſegermeiſter Weismüller ein Original, dabei aber ein Patriot, der jederzeit bei der Hand war, die Feſtlich- 
keiten der Kriegervereine und anderer Dereine durch ein Feuerwerk zu verſchönern. Nun war eines Tages in 
Fechingen ein Feſt und der Feuerwerksveranſtalter, wie gewöhnlich, auch dabei. Doch plöhlich gab es eine 
Stockung im Feuerwerk, das Hauptzugſtück fehlte. Schließlich rief W. nach vergeblichem Suchen seinem abſeits 
ſtehenden Söhnchen zu: Haſcht Du die Sunn? „Ne Babbe“, war die Antwort, ,,die haſcht Du im Bruſchtlappe- 
ſack“, und richtig, dort war die Sonne und bald ſtrahlte ſie am dunklen Firmament. 
Ein luftiges Stückchen wird von zwei alten St. Iohanner Freunden erzählt. L. gerät, wie es in jetziger Zeit 
nicht wundernimmt, in pekuniäre Verlegenheit und geht, um Rückſprache mit R. zu nehmen, der ihm an jedem 
Skatabend verſprochen hatte, hilfreich einzuſpringen. Das waren, wie überall, liebe Worte, zur ſchönen Tat 
kam es natürlich nicht. L. geriet dadurch in leichtbegreifliche Erregung, wurde ſchließlich wütend, traktierte den 
alten Freund mit Grobheiten und Beleidigungen, warf ſchließlich die Türe zu und ſtürmte die Treppe hinunter. 
R. in voller Haſt ihm nach und ruft dem Enteilenden zu: „– u n d w a s d u j e ß t d en k ſt, d a s t u ' i ch 
g anz b e ſt im mt a u ch n i ch t !“ 
Unſer Meiſter“, ſo ſchreiben mir zwei Lehrbuben, ,,iſt ſehr ſtreng, Eſel, Rinſerte ſind gegen uns ſeine 
Lieblingsausdrücke. Daß er ſich ſelbſt uns als Schaf vorſtellen ſollte, blieb sein Pech. Eine neue Maschine 
machte uns in ihrer Handhabung Schwierigkeiten, der Meiſter ſpringt herbei, in wenigen Minuten läuft die 
Maſchine und er ruft uns zu: „Na, ihr Eſel, sſeht her, paßt auf, mit der Maſchine wird ja jeder Schafskopf 
fertig!“ 
Marſchal Wack von St. Iohann. Als der alte Napoleon 1812 die Nasſau-Saarbrücker für ſeinen ,,glor- 
reichen“ Feldzug nach Rußland aushob, mußte auch ein alter St. Iohanner namens Wack mit. Jeder Troupier 
Hatte damals den Marſchallſtab im Torniſter, und so sagte auch unser guter Wack, als er ſich verabſchiedete: 
„Entweder komme ich als Marſchall, oder nie wieder." Es kam aber anders, denn er kam mit einem Schuß 
in die Ferſe zurück, beim Fortlaufen hatte cr ihn erhalten. Seitdem hieß die Familie „„Marſchall Wack“. 
Der ſchukfeſte Klos. Auf dem Hof Großwald ſteht der Beſitzer mit einem Eiweiler Bauer zuſammen, als im 
Tal eine große Schießerei vor ſich geht; es waren einige Bauern auf der Iagd. In einiger Entfernung arbeitete 
ein alter Knecht vom Hof, der „Klos“. Plötzlich fängt der Klos verdächtig an zu kratzen. Der Beſitzer ſagte: 
„Ich menn der Klos hat e Ladung krieht."“ Worauf der Bauer ſagte: „Ma, Herr Bauer, een Schuk micht (macht) 
dem Klos neiſchd!“ 
Dorſicht iſt die Mutter der Weisheit! Ein St. Iohanner Handwerksmeiſter ſtand morgens in der bekannten 
Wirtſchaft Alt St. Iohann am Büfett, er hatte „Eene geteent“, als ein Schieber – es war Kurz nach dem 
Krieg ~ zu ihm kommt und ihm Lötzinn onbietet. Der Meiſter war ob derartiger Angedvote vorsichtig geworden 
und sagte zu ihm: „Sah emol, haſchde Feſchdpreiſe, odder ſinn se freibleibend Lerchesflur?“ (Auf der Lerchesflur 
iſt das Gesſängnis.) 
  
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1927. Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek, 1927. Print.
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