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1924 (0002)

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Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: 1924 (0002)

Periodical

Persistent identifier:
1671265963
Title:
Der Saarkalender
Sub title:
ein Volksbuch für heimatliche Geschichtsforschung, Kunst, Naturwissenschaft, für saarländische Literatur, Statistik und Volkshumor
Shelfmark:
Z 647
ZDB-ID:
ZDB Icon2981281-1
PPN der Nachfolger-Zeitschrift:
1671266579
Place of publication:
Saarbrücken
Publisher:
Druck und Verlag von Gebr. Hofer AG
Document type:
Periodical
Collection:
Periodicals
Erscheinungsverlauf:
1923 - 1936
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger

Volume

Persistent identifier:
1671265963_0002
URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-498376
Title:
1924
Volume count:
0002
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Volume
Collection:
Periodicals
Year of publication:
1924
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger
Digitised pages:
261

Chapter

Title:
Gemischte Beiträge
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter
Digitised pages:
167

Contents

Table of contents

  • Der Saarkalender
  • 1924 (0002)
  • Cover
  • Inserate I
  • Title page
  • Zum Geleit
  • Preface
  • Kalendarium
  • Gemischte Beiträge
  • Contents
  • Inserate II
  • Cover

Full text

Saarkalender für das Jahr 1924. 
polniſcher Abſtammung, teils in Ordnung, teils ohne alle Bande der Disziplin an uns 
vorüberzogen. Da plötzlich drangen deutſche Laute an mein Ohr und noch einmal 
erwachte mächtiger als je in mir die Sehnsucht nach meiner Heimat und meinen 
Lieben. Aufhorchend blickte ich den Nahenden entgegen, und wer malt mein Erstaunen 
und meine Freude, aks nach langer, langer Zeit einmal wieder ein echt Saarbrücker 
Deutsch an mein Ohr klang. „Un wann keener eniwer kommt, ich muß eniwer, 
mööche se mache. was se wolle!“ sprach ein Mann, fest in einen Pelzmantel gehüllt, zu 
ſeinen Kameraden. Ich gab sofort den Zügel meines Pferdes einem Kameraden und 
ging auf den Redner los. Unwirſch blickte er auf, als ich ihm aber die Hand ent- 
gegenſtreckte und freudig entgegenrief: „Glückauf, Landsmann von der Saar!“ da 
schaute er auf und: „Korn“ und „Walter“ erklang es wie auf Kommando von unſeren 
Lippen — wrir hatten uns sofort erkannt, troßgzdem aus den heiteren Saarbrücker 
Buben bärtige, ernſte und ſchlachterprobte Männer und Krieger geworden waren. 
Angesichts der mächtig angeſchwollenen und brauſend flutenden Beresina umarmten 
wir uns ſchrweigend, nicht ohne daß eine Träne in den ſtruppigen Bart rollte. Was 
wir uns mitzuteilen hatten, war wenig genug in dieſem Augenblicke; mur der 
Wunſch, erſt wieder den deutschen Boden unter den Füßen zu haben. war ein gemein- 
samer. „Wann Gott will, werre m’r aach Deitschland un Saarbricke widderſiehn,“ 
di"t;e tttgge Veo ſcttrtgg bil" “verrtk tre 'erdüch Tüte uſlgte Uk lort 
verdeiwelte Witterung.“ – „Grischan“, sprach Walter, „doruf is nit z'hoffe,“ und mit 
ſeiner Hand nach Südawweſten deutend, rief er prophetiſch: „So lang der Wind aus'm 
Spischerer Loch bloſt, is an besser Wetter nit z'denke!“ – „KAufgesessen“, ertönte jetzt 
das Kommando. noch ein Händedruck, und wir mußten uns trennen. Von meinem 
Rappen herab sah ich dem Jugendfreunde mit eigenen Gefühlen nach und bemerkte, 
wie er ſich im Fortgehen einen französſiſchen Generalshut auf sein Haupt ſtülpte und 
ſtolz aus die bewachte Bereſinabrücke losginng. Dem vermeintlichen hohen Offizier 
wurde kein Widerſtand entgegengesetzt, er kam auf, und was noch mehr sagen will, 
auch ü b e r die verhängnisvolle Brücke. Auch ich kam nach unsäglichen Kämpfen und 
Leiden endlich wieder nach Deutſchläand und dem lieben Saarbrücken zurück. „So oft 
aber mich jetzt“, ſo schloß Chriſtian Korn diese Epiſode aus seinem Kriegsleben, „der 
Weg in die Nähe des Spicherer Berges führt, gedenke ich des 27. Novembers 1812 und 
des St. Arnualer Jugendfreundes, der sich in dem ſchrecklichen Kriegsgewimmel im 
Innern Rußlands noch des heimatlichen Sprichworts zu erinnern wußte, das auf 
[err §q brücker Munde schwebt, sobald der Wind von den Spicherer Höhen 
verüberweht. 
  
Die Saarbrücker Bürgerſchaft an den Präſidenten Wilson. 
Unſer Wille zum Deuntſchen Reich. 
Wir Einwohner des Stadt- und Landkreiſes Saarbrücken. eines vein deutschen Gebietes. 
erheben feierlichſt Einſpruch gegen das in verschiedenen franzöſiſchen Zeitungen hervor- 
getretene Verlangen, uns von unserm Vaterlande zu trennen und uns Frankreich, einem 
uns innerlich völlig fremden Staate, einzuverleiben. Wir ſind Deutsche nach Abſtammung, 
Geschichte, Sprache und Gesinnung. Wir wollen auch jetzt in der Zeit des tiefsten un- 
glücks mil unseren deutschen Brüdern und Schweſtern weitervereint bleiben. Neun 
Jahrhunderte hindurch war das Saarbrücker Land ein ſelbſtändiges, deutsches Fürſten- 
tum, es wurde 1801, zur Zeit der französischen Revolution, Frankreich einverleibt, kam 
cber tburc<h den Pariser Kongreß 1815 wieden an Deutſchland, und zwar „an die 
preußische Rheinprovinz, entſprechend dem lebhaft und einmütig bekundeten Millen 
der Bürgerſchaft von Saarbrücken und St. Johann, der in dem anliegenden Beschluſſe 
vom 11. Juli 1815 niedergelegt iſt. Eine nochmalige Angliederung des Saarbrücker Gebietes 
an Frankreich würde unvereinbar sein mit den Grundsätzen des Präſidenten Wilson. die 
nicht nur von Deutschland, sondern auch von unseren Gegnern als Grundlage zu den 
Friedensverhandlungen angenommen worden sind. Wir bitten den Herrn Präſidenten 
und alle, die einen Frieden der Gerechtigkeit und der Versöhnung herbeiführen wollen, 
nicht zu dulden, daß wir von Deutichland tosgerissen werden. ; ; 
Saarbrücken, im Dezember 1918. | ; 
Im Auftrage von Tauſenden ychti@hrize: Luvwahner des Stadt- und Landkreises 
Saarbrücken: 
(Es folgen die Unterſchriften.) 
  
82 
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] 
 
	        

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1924. Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek, 1924. Print.
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