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1924 (0002)

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Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: 1924 (0002)

Periodical

Persistent identifier:
1671265963
Title:
Der Saarkalender
Sub title:
ein Volksbuch für heimatliche Geschichtsforschung, Kunst, Naturwissenschaft, für saarländische Literatur, Statistik und Volkshumor
Shelfmark:
Z 647
ZDB-ID:
ZDB Icon2981281-1
PPN der Nachfolger-Zeitschrift:
1671266579
Place of publication:
Saarbrücken
Publisher:
Druck und Verlag von Gebr. Hofer AG
Document type:
Periodical
Collection:
Periodicals
Erscheinungsverlauf:
1923 - 1936
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger

Volume

Persistent identifier:
1671265963_0002
URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-498376
Title:
1924
Volume count:
0002
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Volume
Collection:
Periodicals
Year of publication:
1924
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger
Digitised pages:
261

Chapter

Title:
Gemischte Beiträge
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter
Digitised pages:
167

Contents

Table of contents

  • Der Saarkalender
  • 1924 (0002)
  • Cover
  • Inserate I
  • Title page
  • Zum Geleit
  • Preface
  • Kalendarium
  • Gemischte Beiträge
  • Contents
  • Inserate II
  • Cover

Full text

Saarkalender für das Jahr 1924. 
Jetzt ſchweigt die Chormuſik, denn mitten in der Kirche kniet der Abt zur Erde nieder und 
stimmt den Hymnus an: „Veni ereator Spiritus!“ 
Indes geleitet der Herr Pfarrer das Fürſtenpaar, den Oberkommandanten und den Prinzen 
zu den im Chor der Kirche aufgeſtellten roten Sesseln. Der Hofstaat nimmt die Logen ein, 
während der Abt mit seinem Stabe die beiden Alphabete auf den Boden schreibt. Sodann 
beginnt die Weihe der Altäre und der inneren Kirche. Und festlich klingt des „Benedictus Deus“, 
der Lobgeſang der Psalmen und die Jubelchöre. 
Der Fürſt verfolgt mit warmem Intereſſe den langen Gang der feierlichen Handlung, ſteht 
hochaufgerichtet in dem Chor der Kirche. Nur der Herr Erbprinz scheint des vielen Schauens müde, 
er ſpielt am Knaufe seines Degens und gähnt mitunter in die hohle Hand. 
. Nunmehr besteigt der Abt den violetten Thron zur Evangelienseite, die Mönche nehmen Plat 
im Chorgeſtühle, und auf die Kanzel tritt der Pfarrer. Er wendet ſich zum Hofe und zum Volke, 
anknüpfend an die Worte des Apostels Paulus: 
„Erfreuet Euch allzeit im Herrn, und abermals ſo ſage ich, erfreuet Euch!“ 
„Hochfürſtliche Durchlauchten, im Herrn geliebte Feſtgemeinde! 
Als vor drei Jahren unſer vielgeliebter Erbprinz Ludwig den Grundſtein zu der Kirche legte, 
an deren Weihe wir ſoeben teilgenommen, da mochte uns wohl manche Sorge noch erfüllen, 
ob nicht das Werk die Kräfte überſteige. Doch vor den Augen der Pfarrei, die ſelber arm 
und hilflos war, wuchs seither dieſes Gotteshaus zu hehrer Pracht empor. 
O Tag der Freude, Tag des Jubels, der du die Herzen wunderbar berührſt, gib Worte uns, 
den Namen Gottes zu lobpreiſen und ihm zu danken für ſo viel Huld und Güte; denn sie bewegte 
auch manch mildes Fürſtenherz und segnete das Heiligtum von Anbeginn. 
Wohl selten ward aus weiten Landen ein Kirchenbau mit Spenden derart reich bedacht, 
trug doch des Königs Majestät von Frankreich allein ein Drittel aller Koſten. Wenn diese Kirche 
aber je zu künftigen Geſchlechtern reden sollte, dann möge ſie ſich wohl erinnern ihres besten 
Gönners, Ihro Durchlaucht, des Fürſten Wilhelm Heinrich. Er war in guten wie in trüben Tagen 
der Pfarrgemeinde ſtarke Stütze, er iſt allein Urheber und Erbauer dieſer Kirche. Kein Weg war 
ihm zu weit und keine Reise zu beſchwerlich, galt es, dem Ausbau und dem Schmucke dieſes Heilig- 
tums zu dienen. Er brachte ſelbſt von Rom des Papſtes Gönnerſchaft und Segen und lenkte 
auch in Deutſchland viele Augen auf den Neubau dieser Kirche. So floſſen denn aus Rom 
und andern Städten, vom Deutſchen Orden und den Kurfürsten die reichen Mittel all zuſammen, 
die es ermöglichten, den Kirchenbau so herrlich zu gestalten. 
Nicht minder mühte sich Hochfürſtliche Durchlaucht, die Fürſtin Sophie um den inneren 
Schmuck der Kirche. So ſtifteten auf ihre Fürſprache die Polenkönigin und Herzogin von 
Lotharingen die Mittel zur Beschaffung einer guten Orgel, der Biſchot Saint Simon von 
Metz den ſchönen Baldachinaltar im Chor der Kirche. 
Es möge auch niemalen die Erinnerung verblaſſen an jenes ſchöne Einvernehmen, in dem 
Lutheriſche und Reformierte mit uns geholfen haben an dem Aufbau dieſes einen Tempel Gottes. 
Wie rührend iſt doch Eintracht unter Brüdern, beſonders wenn ſie in dem Geiſte echten Chriſten- 
tumes ſzhr Des soll die Kirche als ein Denkmal edler Duldſamkeit noch kommenden 
echtern zeugen. 
ſejlech .. en. aller Vater, der gar so mild die Herzen rührte, ihm sei vor allem unſer 
Dank. Von ſeiner Herrlichkeit erzählen ewiglich die Himmel, und seiner Hände Werk zeigt uns 
dss Ftrvtwent: vy!e. herrlich klingt sein Name auf der weiten Erde, ſein Ruhm erſchallet weiter 
s der Himmel reicht – – ] ] –~ –~ = 
Die Predigt iſt zu Ende, alles ſteht noch in dem Banne der gelauſchten Worte, als der Herr 
Abt zum Hochaltare ſchreitet. Das feierliche Amt beginnt und bei der Messe aſſiſtieren dem 
ſrtlaten der biſchöflichh Kommisſſar und Pfarrer Namour. Ein junger Chorherr wirkt 
als Zeremoniar. * : 
Jetzt brauſt die Orgel durch die Kirche und frommer Sang erfüllt den hohen Raum. Und 
wie das Wort des Priesters durch manch offen Herzenstor den Weg gefunden, so schwingt ſich 
in der Macht der Töne die Seele selber hoch empor. 
Ein Glöcklein klingt, und tauſende Knie beugen sich zur Erde, und durch die tiefe Stille 
weht ein Hauch der Ewigkeit. So kehrt der Heiland in die Kirche Sankt Johanns des Täufers 
ein, und jedes fromme Herz wird zum Altar, darauf das Feuer hehrer Gottesliebe lodert. 
Dann stimmt der Pfarrer das Te Deum an, und machtvoll weht des Volkes Lobgeſang 
zum Himmel: „Herr, Großer Gott, Dich preiſen wir!“ ~ Es eifern Orgel, Pauken und Trompeten 
mit den Menſchensſtimmen, als sollt der Jubelchor Jahrhunderte durchdringen. – 
Und wieder zieht der Abt in feierlichem Zuge durch die Kirche, es folgt der Fürſt, der Hof 
und was von Rang und Stande ſonst zugegen war. Auch in die große Schar des Volkes kommt 
Bewegung, es leeren sich die Bänke und alles ſtrömt dem Ausgang zu. Noch zeigen zwei auf 
mich, weil ich allein zurückgeblieben war. Erst tuſcheln sie, dann sagt der eine: „Jſt wohl ein 
Türke, da er so garſtig lange Hosen trägt.“ ~ Der andere iſt der Meinung: „Mir deucht wahr- 
ſcheinlicher, daß er noch gar ein Sklave ſei, unfreiem Stamme zugehörend. Steht doch in dicken 
  
Büchern oft zu lesen, daß ſelbigen die Köpfe kahl geschoren und die Perücke wie der Zopf . | 
ganz unbekannte Dinge ſind.“ 
„Sie – Sie ~– Holla Sie! der es meiner Seel engeſchloof – Sie Herr!“ redete eine 
Stimme auf mich ein. Um mich her hatte ſich das Grau der Dämmerung mehr und mehr aus- 
gebreitet, nur die ewige Lampe sandte noch immer ihren gleichen matten, geheimnisvollen 
Schimmer. „Ach läder, gelt ich han Se geſteert? –~ Wenn Se awer noch e besje ſetze bleiwe wolle, 
  
130 
 
	        

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1924. Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek, 1924. Print.
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