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1924 (0002)

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Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: 1924 (0002)

Periodical

Persistent identifier:
1671265963
Title:
Der Saarkalender
Sub title:
ein Volksbuch für heimatliche Geschichtsforschung, Kunst, Naturwissenschaft, für saarländische Literatur, Statistik und Volkshumor
Shelfmark:
Z 647
ZDB-ID:
ZDB Icon2981281-1
PPN der Nachfolger-Zeitschrift:
1671266579
Place of publication:
Saarbrücken
Publisher:
Druck und Verlag von Gebr. Hofer AG
Document type:
Periodical
Collection:
Periodicals
Erscheinungsverlauf:
1923 - 1936
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger

Volume

Persistent identifier:
1671265963_0002
URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-498376
Title:
1924
Volume count:
0002
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Volume
Collection:
Periodicals
Year of publication:
1924
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger
Digitised pages:
261

Chapter

Title:
Gemischte Beiträge
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter
Digitised pages:
167

Contents

Table of contents

  • Der Saarkalender
  • 1924 (0002)
  • Cover
  • Inserate I
  • Title page
  • Zum Geleit
  • Preface
  • Kalendarium
  • Gemischte Beiträge
  • Contents
  • Inserate II
  • Cover

Full text

  
P 
Saarkalender für das Jahr 1924. 
Die Hütt’. 
Aus den „Bildern aus dem Saargebiet“. 
Von Liesbet Dill. 
Sie lag mitten in dem Riesendorf, rauch- 
geſchwärzt, von weißen Dampfschwaden ein- 
gehüllt, mit ihrem Wald von ragenden 
Schornsteinen, den Hdchöfen und eiſernen 
Hallengerippen. Dampfend, ächzend, ſtöh- 
nend und knirſchend arbeitete ſie Tag und 
Nacht; ihre runden Feueraugen glühten 
Sommer und Winter, und die wunderbaren, 
vielfarbigen Feuerwerke ihrer Eſſen ſtiegen 
unermüdlich zum Himmel auf, der über 
dieſem Stück Erde eine dunklere Farbe zu 
tragen ſchien als sonstwo. 
Sein Büro lag zwiſchen dem Blockwalz- 
werk und dem Abladehof für fertiges Eisen, 
und das einzige vergitterte Fenſter ging auf 
dieſen Hof hinaus, auf dem unter dröhnen- 
dem Geraſſel die ſchweren Schienen und 
Schwellen abgeladen wurden. Weder Som- 
mer noch Winter drang die Sonne herein; 
denn die Brandmauer des Walzwerks be- 
ſchattete die Ecke, in die ſich, sein Büro 
drückte, nebenan tönte das ohrengerreißende 
Knirſchen der Blockscheren, die mechaniſch 
die dicken weißglühenden Gußblöcke durch- 
schnitten, als wären sie von Stanniol. — 
Er hatte sich an dieſe Geräusche gewöhnt, 
wie der Müller an das Klappern seiner 
Mühle, die Hütt m u ß t e ſtampfen und 
raſſeln und Rußregen ausschütten, rote 
Feuerbäche ausspeien, dann fühlte man. daß 
gearbeitet wurde. Seinem Stehpult 
gegenüber hingen zwei Bilder, die außer 
dem Fahrplan für das Saargebiet und einer 
Tabelle „Deutſchlands Eiſenerzeugnisſsſe“ den 
einzigen Schmuck der gelbgetünchten Wände 
bildeten, ein ſtockfleckiger Steindruck von 
1857, eine Ansicht der damaligen Hütte, die 
keinen Menſchen außer Rudolf Panger mehr 
interessierten, und eine neuere Aufnahme 
von irgendeinem Jubiläum her. das den 
Martinsofen, Gebläſemaſchinenhaus, Erz- 
platz und die Eisengießerei darstellte, leicht- 
heſhnelt und von weißen Dampfſchwaden 
überzogen. ; : 
Ein Bild, das er nie verſäöumte. seinen 
Freunden zu zeigen, die ihn zuweilen auf 
ſeinem „Birro“ beſuchten, da man Rudolf 
Panzer sonst nirgendwo antraf. Auf diese 
modernen Anlagen der Hütt'’ war er ſo 
ſtolz, als habe er sie ſelbſt erfunden. 
Von seinem Fenſter aus konnte er sehen, 
wie in der Ferne der Stahl! gegoſſen wurde, 
dieſer rotglühende Bach, der aus dem Ofen- 
ſchlund herabfloß, dick, mit schwarzen Fäden 
durchrogen, wenn er noch nicht ganz rein 
war und von einem prachtvollen Rot, wenn 
er gereinigt war. Er sah die kleinen Loko- 
motiven dahineilen mit ihren mannshohen 
glühenden Eisenblöcken, das Feuerwerk der 
Konverter, die durch die Dachöffnungen des 
Thomaswerkes in die Nacht hinausſprühten, 
daß die Funkenrenen weithin blitzten. 
Des Morgens weckte ihn ſchon das 
Donnern der Hütt'. Die Feiertage waren 
ihm unheimlich; zu Hauſe in der Sofaecke 
bei seiner Pfeif’ dachte er an sein „Birro“, 
an die Poſt, die dort lagerte; nach Tiſch, 
wenn ſie alle schliefen, drückte er ſich ſtill 
aus seinem Haus, und wenn er dann ſein 
stilles „Birro“ vor ſich sah, rieb er ſich die 
Hände und freute ſich. 
Er hatte nie Zeit gefunden, mit seinen 
Kindern spazieren zu gehen, trotzdem der 
Wald faſt hinter seinem Hauſe begann, 
außer seiner Hochzeitsreiſle. ~ wo er seiner 
Frau Heidelberg und Bingerbrück mit dem 
Niederwalddenkmal und dem Mäuſeturm 
gezeigt hatle und die Schönheiten der 
„Pfalz“ + war er nie mehr aus seinem 
Geburtsort herausgekommen. 
Als ihn sein Vater, der königliche Mark- 
ſcheider, auf die Hütt’ brachte, wurde er 
zunächſt Lehrling mit 80 Mk. Gehalt und 
Weihnachtsgratifikation. Seine erste Woh- 
q velWî Mk tüte FO UO GR 
gebeſſert und jetzt bewohnte er ein Häuschen 
für sich, hatte einen Garten, aus dessen 
Boden er das Unmöglichſte herausarbeitete, 
hatte Hühner und Tauben, und im No- 
vember ſchbachteten sie ein Schwein, das 
man das ganze Jahr fütterte und bewachte, 
uf dees Würſte er sich das ganze Jahr 
reute. 
warte O !!. grüßte holt Faye: 
Er trug nie einen Ueberzieher, das war eine 
Marotte von ihm, wie die Abhärtungskur, 
die er unter einer Pumpe im Hof betrieb 
und hir ihn seinen ſheuwetionus. ert 
z:; tt hutte. >21 tr Uu auf 
seinem „Birro“ am wenigsten Material ver- 
braucht wurde, er ohrfeigte die Lehrlinge, 
wenn sie Bindfaden und alte Federn weg- 
vs;! Bie o e U:; lächer lich "paß 
auf Panzers Büro die Lehrlinge die Um- 
schläge umdrehen mußten, und selbſt Leim 
  
104 
 
	        

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1924. Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek, 1924. Print.
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