SULB digital Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

1923 (0001)

Access restriction

There is no access restriction for this record.

Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: 1923 (0001)

Periodical

Persistent identifier:
1671265963
Title:
Der Saarkalender
Sub title:
ein Volksbuch für heimatliche Geschichtsforschung, Kunst, Naturwissenschaft, für saarländische Literatur, Statistik und Volkshumor
Shelfmark:
Z 647
ZDB-ID:
ZDB Icon2981281-1
PPN der Nachfolger-Zeitschrift:
1671266579
Place of publication:
Saarbrücken
Publisher:
Druck und Verlag von Gebr. Hofer AG
Document type:
Periodical
Collection:
Periodicals
Erscheinungsverlauf:
1923 - 1936
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger

Volume

Persistent identifier:
1671265963_0001
URN:
urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-512290
Title:
1923
Volume count:
0001
Publisher:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Document type:
Volume
Collection:
Periodicals
Year of publication:
1923
Copyright:
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Language:
ger
Digitised pages:
222

Chapter

Title:
Gemischte Beiträge
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter
Digitised pages:
148

Contents

Table of contents

  • Der Saarkalender
  • 1923 (0001)
  • Cover
  • Title page
  • Preface
  • Kalendarium
  • Gemischte Beiträge
  • Contents
  • Inserate
  • Cover

Full text

Saarkalender für das Jahr 1923 
Der Maltizer Jäger. Die Vorſtellung vom wilden Jäger, der auf feurigem Roſſe in Sturm 
und Wolken dahinfährt, iſt in der Volks8ſage uralt. Jm Saargebiet wird der wilde Jäger viel- 
fach mit dem ehemaligen fürſtlich naſſauiſchen Oberjägermeiſter von Maldiß oder Maltiz in Ver- 
bindung gebracht. Von Maldiß iſt ohne Zweifel ein ebenſo gefürchteter Forſtbeamter als leiden- 
ſchaftlicher Waidmann geweſen. Er würde durch ſeinen unheimlichen Geiſterſpuk ſonſt wohl kaum 
no< lange Zeit Furcht und Entſetzen verbreitet haben. Wie aber der harmloſe Gut5pächter vom 
Furpacher Hof bei Neunkirc<en, Schneider (anfangs der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts), 
einmal ungewollt die Rolle von Maldiß übernommen hat, dürfte wohl nur wenigen bekannt ſein. 
Schneider ritt eines Sommertages von Saarbrücken nach Neunkirchen. Er trug ſich nach Jäger- 
art und hatte am grünen Hute eine grüne Feder. Al3 er gerade am Blechhammer vorbeikam, 
hub ein Gewitter mit ſeinem tollen Vorſpiel an. Heulend wirbelte der Sturmwind den Straßen- 
ſtaub auf und hüllte Reiterszmann und Pferd in eine faſt undurchdringliche Wolke. Um dem 
Wetter noch rechtzeitig zu entkommen, gab Schneider ſeinem Schimmel die Sporen, der wild und 
ängſtlich davonſprengte. Mitten in dem Wirbelſturm gewahrte der „wilde Reiter“ zwei Männer, 
die zu Bildſäulen erſtarrt ſchienen und dazu Mienen machten, als ſeien ſie von allem Entſeßen 
gepackt. Zn einem Gaſthauſe in. Dudweiler wartete Schn. auf das Ende des Unwetters. Bald 
darauf erſchienen in der Wirtsſtube zwei Bergleute und erzählten den Gäſten in höchſter Er- 
regung ihr gruſelig Erleben. Sie hätten .den „Maltizer“ nun einmal wirklich geſehen, er wäre 
fürchterlich, ſie dankten Gott, mit heiler Haut davongekommen zu ſein. Schneider, der dieſe Ge- 
ſchichte oft erzählte, bemerkte ſtets dabei : „I< hatte keinen Anlaß, durch meine Aufklärung den 
guten Leuten das angenehme Gruſeln zu verleiden“. Noch heute nennt man die Wieſen am Blech- 
hammer (Jägers8freude), wo der „wilde Jäger“ ſich gezeigt hat, die Maltieſer Wieſen. 
Ein ſchlagfertiger Patient. Als leitender Arzu des Knappſchaftslazaretts wird Dr. Languth 
eines Tages ein augenkranker Patient vorgeführt, der troßdem eine ausgezeichnete Sehſchärfe zu 
beſitzen ſchien. Da deutete ihm der Sanitätsrat auf das gegenüberliegende Wohnhaus: „Sehen 
Sie mal da drüben im erſten Sto> am zweiten Fenſter rechts, da ſitzt gerade eine Fliege, können 
Sie die noch ſehen?“ =- „Ei natürlich“, antwortete der ſchlagfertige Bergmann, „ich ſehe ſogar 
den ſchlimmen Fle> auf dem rechten Auge der Mücke!“ =- Derſelbe Patient, der übrigens ein 
richtiger „Quierſchter“ (aus Quierſchied) war, hatte einige Tage danac< Ausgang, als ihn der 
Arzt zufällig in höchſt bezechtem Zuſtande auf dem Marktplaß antraf. Er hielt ſich gerade 
krampfhaft an Bäckerfrizen Scheuertor feſt. „Was machen Sie da,“ herrſchte ihn Dr. L. an. 
„I< warte aufs Lazarett,“ war die Antwort. „Ja wiſſen Sie denn ſchon nicht mehr, wo das 
Lazarett iſt?“ „Ei natürlich weiß ich das, jekt dreht ſich der Marktplatz herum, dann die Haupt- 
ſtraße, dann muß auch das Lazarett bald kommen!“ 
Bei der Shulprüfung. Früher wurden noch öffentliche Schulprüfungen abgehalten, zu denen die 
Lehrer und Eltern allgemein eingeladen wurden. Nach der Prüfung wurden Milchbröt<hen an die 
Schüler ausgeteilt. Bei einer ſolchen Prüfung in der Schule des Lehrers Rodermann ſtellte der 
Rektor Kniebe einem Mädchen folgende Rechenaufgabe: „Du haſt bei Simons 12 Lampengläſer 
gekauft und dafür 1 Mk. 68 Pfg. bezahlt. Euere Nachbarsfrau will deiner Mutter 2 dieſer Gläſer 
abfaufen, wieviel muß ſie dafür bezahlen ?“ Das Mädchen ſtockte mit dem Anſabe. Da trat 
Herr Rodermann hinzu und entſchuldigte ſich, er habe ſeine Kleinen niemals auf Lampengläſer, 
jondern immer nur auf Milchbrötchen und Würſtchen abgerichtet. =- Bei einer anderen Prüfung 
wurde ein Schüler gefragt, wieviel Elemente es gebe. „Fünf,“ antwortete er. „Wie heißen ſie ? 
„Feuer, Waſſer, Luft, Erde und Schnaps.“ „Wer hat dich ſolchen Unſinn gelehrt ?" fragte der 
Schulrektor. „Mein Vater,“ erwiderte der Junge, er ſagt immer, wenn ich ihm bei Jeſelts Eduard 
jein Viertelhen holen muß: „Schnaps iſt mein Element“ 
Schlagfertig. Der Bankier Brach, von dem man ſagen konnte „grot vun Geſtalt was hei juſt 
nich, dat Grote ſatt em innerlich“, war wegen ſeiner Schlagfertigkeit bekannt. Hierüber einige 
Beiſpiele. Als Vater Reinhold noch im Rheiniſchen Hof war und ſein Sohn Guſtav das Hotel 
Briſtol verwaltete, wollten die Abendgäſte im Rheiniſchen Hof noc< im Briſtol ein Glas Bier 
trinfen und drangen in Brach, mitzugehen. Vergeblich. Auf erneute Aufforderung antwortete er? 
„Sie wiſſen, meine Herren, ich bin vom Alten Teſtament, rich halte alſo zum Vater, Sie ſind 
Chriſten, gehen Sie zum Sohn!“ = Jn der „Saubucht“, einem Dämmerſchoppenlokal, wird Br. 
von einem blutjungen Ulanenleutnant, wie folgt, atta>iert: „Sie, Herr Brach, könnte ich bequem 
in meine Weſtentaſche ſte>en!" Antwort: „Tun Sie das, Herr Leutnant, aber wundern Sie ſich 
nicht, wenn dann Ihre Weſtentaſche klüger iſt, wie Jhr Kopf!“ 
160
	        

Cite and reuse

Cite and reuse

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Volume

METS METS (entire work) MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF DFG-Viewer OPAC
TOC

Chapter

PDF RIS

Image

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Volume

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Image

To quote this image the following variants are available:
URN:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

1923. Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek, 1923. Print.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

How much is one plus two?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.

Diese Website benutzt Cookies, die für den technischen Betrieb der Website erforderlich sind.