Full text: 1962 (0090)

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endlich, die Förderung wieder in Gang zu bringen. 
Das war, erkennt Knorzer an, nur möglich durch 
das uneingeschränkte Vertrauen, das die Arbeiter 
in ihn setzten, die er nur mit der Vertröstung auf 
die künftige Förderung bezahlen konnte. Ein schö= 
nes Lob für den Saarbergmann schon in der da= 
maligen Zeit. 
Wenn auch Knorzer dem Distrikt von Monat zu 
Monat bessere Rechnungsabschlüsse einsenden 
konnte, so sollte doch seine Stellung bald unhalt= 
bar werden. Nach und nach waren 10 Gruben in 
Gang gekommen, die für Rechnung der Republik ar= 
beiteten: Dudweiler=Sulzbach, Wellesweiler, Kohl* 
wald, Illingen, Wahlschied, Rußhütte, Gersweiler, 
Großwald, Reisweiler und Exweiler. Außerdem 
eröffneten nach und nach auch die verpachteten 
Gruben von Schwalbach, St. Ingbert und Geislau* 
tern wieder ihren Betrieb. Im Durchschnitt arbei* 
teten während der Amtszeit Knorzers 360 Arbeiter 
in den 10 Staatsgruben, doch war die Zahl der Ar= 
beiter schwankend; einmal hat Knorzer auch 50 
Kriegsgefangene als Arbeiter angefordert. Eine 
Ertragsziffer aus dieser Aufbauzeit zu geben, ist 
unmöglich. 
Im September 1795 wurde der Distrikt Sarrelibre 
aufgehoben und durch die Generalverwaltung der 
besetzten Länder zwischen Rhein und Mosel unter 
Leitung des Bürgers Bella ersetzt. Im Dezember 
1795 wurde Knorzer entlassen und verhaftet. Man 
warf ihm Fehler in der Rechnungslegung vor. 
Knorzer selbst, der in seinen Beschwerden bis zum 
Innenministerium in Paris vordrang, weist freilich 
diese Anschuldigungen in der schärfsten Form zu* 
rück und behauptet, man habe ihn nur beseitigt, 
um einen Verwandten von Bellas Sekretär an 
seine Stelle zu setzen. Wer hat recht? Erst von der 
Firma Equer wurde Knorzer später wieder mit et= 
was bescheidenerem Aufgabenkreis eingesetzt. 
An die Spitze der Grubenverwaltung wurde ein 
gewisser Zimmermann berufen, dem als tech* 
nischer Inspektor ein Ingenieur Watremetz 
beigeordnet wurde. Watremetz, dem alle Gruben 
und Hütten zwischen Rhein und Mosel unterstan* 
den, war zwar ein recht fleißiger Mann, aber er 
war kein großer Geist und hatte zudem nur wenig 
Erfahrung im Bergbau. 
Langsam war inzwischen die Förderung gestiegen 
und hatte mit 17 000 — 22 000 t (die Zahlenangaben 
für diese Jahre schwanken) wieder knapp die 
Hälfte der Jahresförderung des Jahres 1792 er* 
reicht. 
Inzwischen wurde Bella entlassen und die General* 
direktion aufgelöst. Dadurch gelang es der Firma 
Cerf Zacharias aus Metz, in einem mit General 
Moreau abgeschlossenen Vertrag die Pacht aller 
Gruben und Hütten im vormals nassauischen Ge= 
biet zu erhalten. Außerdem aber verhandelte eine 
Firma J. B. Equer & Co mit dem Finanzministe* 
rium in Paris und erhielt tatsächlich am 5. Thermi* 
dor des Jahres V (23. 7. 1797), trotzdem sie kein 
günstigeres Angebot abgegeben hatte, die Pacht 
der Gruben und Hütten auf die Dauer von 9 Jah* 
ren. Seltsam ist es, daß General Moreau keinen 
Widerspruch dagegen erhob und daß die Firma 
Cerf ohne jeden Anspruch auf Entschädigung von 
ihrem Vertrag zurücktrat. Das macht es fast zur 
Gewißheit, daß es sich bei den beiden Firmen um 
den gleichen Kreis von Industriellen und Kapital* 
gebern gehandelt hat. 
Man kann sagen, daß der erste Versuch, die Gru* 
ben unter staatlicher Verwaltung auszubeufen, 
fehlgeschlagen war. Schuld daran sind die anor* 
malen politischen und militärischen Verhältnisse 
in dieser Zeit. 
Als die Firma Equer ihren Pachtvertrag antrat, 
war die Lage bereits entscheidend geändert. Mili* 
tärische und politische Einflüsse haben den Betrieb 
nicht mehr gestört. Nur vorübergehend wurde 
1801 auf Grund des Friedens von Luneville die 
Sequesterverwaltung über die vormals nassauischen 
Gruben aufgehoben. Die Gruben wurden den Er* 
ben des Fürsten, der Herzogin von Braunschweig* 
Bevern und der Marquise de Soyecourt zugespro* 
chen. Aber bereits nach zehn Monaten wurden 
die Gruben wieder in das Eigentum des französi* 
sehen Staates übergeführt. Der Pachtvertrag der 
Firma Equer wurde dadurch nicht beeinflußt. 
Die Pachtsumme, die die Firma Equer bezahlen 
mußte, wurde auf insgesamt 71 000 Livres fest* 
gesetzt. Davon entfielen auf Dudweiler=Sulzbach 
14 000, Wellesweiler 21 000, St, Ingbert 12 000, 
Schwalbach 9000, Gersweiler 5000, Großwald 4000, 
Rußhütte 3000, Wahlschied, Kohlwald und Illin* 
gen je 1000. Vorübergehend wurden die Einkünfte 
von acht dieser Gruben als Dotation für die Ehren* 
legion verwandt. Die Gesellschaft war verpflichtet, 
den Gemeinden die Kalk* und Hausbrandkohlen 
und den Hütten und Fabriken die bisher bezogenen 
Kohlenmengen zu den bisherigen ermäßigten Prei* 
sen zu liefern. 
Mit Erlaß vom 24. Germinal Jahr VI (14. 4.1798) 
wurde die Verwaltung der Gruben und Hütten für 
die vier neuen Departements als staatliche Auf* 
Sichtsbehörde eingerichtet. Sie bestand aus einem 
Inspektor und zwei Beisitzern. Inspektor wurde 
Watremetz, der die gleichen Aufgaben schon vor* 
her hatte. Sein Adjutant wurde Balthasar Wilhelm 
Stengel, der Sohn des großen Saarbrücker 
Baumeisters Friedrich Joachim Stengel, ehemaliger 
fürstlicher Oberbaudirektor und Kammerrat und 
nach 1815 preußischer Oberregierungsrat. Watre* 
metz blieb bis zur Aufhebung seines Postens im
	        

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