Full text: 1962 (0090)

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Blasversatz in einem Streb mit Reibungsstempeln 
ohne zusätzlichen Ausbau in Holz 
O ie Entwicklung zu den heutigen Großabbau- 
betrieben und die zunehmende Mechanisierung 
lassen ein weitgehendes Sortieren unter Tage nicht 
mehr zu und haben den früheren Handvoll- oder 
-teilversatz durch Blas-, Spül-, Fließ- oder Schleu 
derversatz verdrängt. 
Im Saarbergbau wurden 1960 27,5 % der Gesamt 
förderung in Voll- und Teilversatzstreben gewonnen, 
davon 63 % aus Blasversatzstreben. Blasversatz 
wird zur geringeren Absenkung derTagesoberfläche 
eingebracht. Gleichzeitig erreicht man hierdurch eine 
gute Beherrschung des Hangenden, was sich auf 
alle übrigen Arbeitsvorgänge im Streb günstig aus 
wirkt. Weiterhin werden die Wetter geschlossen 
durch den Streb geführt und Schleichströme im Al 
ten Mann vermieden. Die Ausgasung der Flöze ist 
dadurch besser zu überwachen. Nachteilig bleibt 
jedoch immer der höhere Druckluftverbrauch der 
Blasstrebe und der höhere Kostenaufwand für die 
Blaseinrichtungen und für das Heranschaffen des 
Versatzgutes von über Tag bis zum Streb. 
In früheren Jahren wurde der Blasversatz bei reinem 
Holzausbau im Streb durchgeführt. Der Blasversatz 
draht, der das Herausbrechen der Blasberge in das 
Fahr- oder Förderfeld verhindert, wurde an den vor 
handenen Ausbau genagelt und der gesamte Holz 
ausbau zugeblasen. Derartige Strebe benötigten 
täglich sehr viel Holz, und oft machte das Heran 
schaffen dieser Mengen bedeutende Schwierig 
keiten. 
Mit dem Einsatz stählernen Strebausbaus war der 
Blasversatz in dieser Form nicht mehr möglich, da 
die Stahlstempel und -kappen vor dem Blasen ge 
raubt werden mußten. Besondere Holzstempel zum 
Befestigen des Blasversatzdrahtes wurden erforder 
lich, die als verlorener Ausbau die Blasversatzwand 
stützten und als Notausbau im geraubten Blasfeld 
dienten. Dennoch war der Blasversatz bei Stahlaus 
bau mit verlorenen Holzstempeln, wobei nach Ein 
führung der Kurzgelenkkappen auch eine stempel 
freie Abbaufront möglich wurde, ein beachtlicher 
Fortschritt, der heute immer noch seine Bedeutung 
hat. 
Hierbei tritt nun die Frage nach den Ausbaukosten 
sehr in den Vordergrund. Es wird fast ausschließlich 
die Meinung vertreten, daß der Ausbau in Bruch 
baustreben billiger sei als in Blasversatzstreben, 
Von Dipl.-Ing. Alfons Schäfer, Grube Kohlwald 
weil — wie oben erwähnt — verhältnismäßig viel 
Holz erforderlich sei. 
Auf der Grube Kohlwald wurde im Blasstreb 1-West, 
Flöz Brassert, SchiffweNer-Feld, dagegen bewiesen, 
daß die Ausbauarbeit und die Ausbaukosten bei 
zweckmäßigen Ausbauformen und Einrichtungen 
sogar geringer sein können als in vergleichbaren 
Bruchbaustreben. 
Die Streblänge beträgt 0 268 m, die Flözmächtig 
keit 2,36 m, die 0 Förderung 930 tato bei 1,25 m 
Feldesbreite. Der Streb läuft als fallender Z-Bau- 
Streb (Einfallen 6—8°) und ist mit einer Walzen 
schrämmaschine auf Panzerförderer ausgerüstet 
(0-Werte des 1. Halbjahres). 
In der Hauptsache sind vier Verbesserungen beson 
ders hervorzuheben: 
1. Der Einsatz von rückpfändbaren Kappen bei 
Stahlausbau, 
2. der Verzicht auf verlorenen Holzausbau im Ver 
satz, 
3. das Rauben der Stahlstempel mittels Haspel, 
4. der Einsatz moderner Bergetransportwagen. 
Abb. 1: Blasstreb Flöz Brassert — Einsatz rückpfändbarer 
Kappen vor und nach dem Rauben der Stempel
	        

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