Full text: 1962 (0090)

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Die Trinkwasserversorgung 
der Saarbergwerke AG und 
ihre Entwicklung 
Von Betriebsführer Ernst Grande 
Strom- und Wasserversorgung 
Abteilung Wasserwerke 
^^as Wasser ist das kostbarste Gut des Men 
schen. Ohne Wasser kann weder der Mensch noch 
die Natur leben. Ausgrabungen beweisen, daß 
schon die frühesten Völker sich ihre Wohnstätten 
dort errichteten, wo das Wasser vorhanden war. 
Auch die Industrie, die zu ihrer Produktion viel 
Wasser benötigt, hat sich in der Nähe von Fluß 
läufen am stärksten entwickelt; wir denken hierbei 
an unsere Hütten und Kraftwerke. 
Die Gruben, deren Standorte durch die Lagerstätten 
der Kohle bestimmt sind, wurden überwiegend in 
Tälern angelegt. Auf den in Grubennähe befindlichen 
Waldhöhen hatte man ehedem vorhandene Quellen 
durch Mauerwerke gefaßt, das frei auslaufende 
Wasser unter Ausnützung des natürlichen Gefälles 
über Rohrleitungen — meistens Tonrohre — den Gru 
ben als Trinkwasser zugeführt. Der Industriebedarf 
wurde meistens durch das von den Wasserhaltungs 
maschinen hochgepumpte Grubenwasser gedeckt. 
Wo Gruben- und Quellwasser nicht vorhanden war, 
hat man sich vorhandenes Bachwasser oder auch 
Saarwasser, das sich in damaliger Zeit in einem 
besseren Zustand als heute befand, zunutze gemacht. 
Das Wasserwerk Malstatt — ursprünglich „König 
lich Bergfiskalisches Wasserwerk zu Malstatt“ — 
hat in den ersten Jahren seiner Betriebszeit von 
1880 —1904 diesem Zweck gedient, indem es fil 
triertes Saarwasser förderte. Das Wasser wurde 
über vier offene, mit Sand gefüllte Klärbecken, wo 
von zwei Filter je 900 m 2 und zwei Filter je 1800 m 2 
Oberfläche hatten, geleitet. Nach erfolgter Filtrie 
rung wurde das so gereinigte Saarwasser vom 
Wasserwerk Malstatt aus über eine gußeiserne 
Rohrleitung 250 NM (lichte Weite in Millimeter) nach 
der westlich von Dudweiler gelegenen Hochbehälter 
anlage Tullenhaus und dem beim Bahnhof St. Johann 
vorhandenen Hochbehälter der Eisenbahn ge 
pumpt. Die tieferliegenden Gruben des mittleren 
Reviers wurden von dem Hochbehälter Tullenhaus 
aus mit dem erforderlichen Industriewasser belie 
fert. Hierzu diente eine Ablaufleitung 250 NW Tul- 
lenhaus-Brefeld. Eine bei den Kreuzgräben-Schäch- 
ten (Brefeld) errichtete Pumpstation förderte einen 
Teil dieses Saarwassers über eine Gußrohrleitung 
275 NW nach den auf der Bildstocker Höhe erstell 
ten zwei Blechbehältern von je 365 m 3 Inhalt. Von 
hier aus konnten dann euch die Gruber. im östlichen 
Revier mit Industriewasser (Saarwasser) versorgt 
werden Die von der Schachtanlage Brefeld nach 
der Hochbehälteranlage Bild.'tock verlegte Gußrohr- 
Maschinenhalle 
des 
Wasserwerks 
Spiesermühltal
	        
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