Full text: 1960 (0088)

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hab's“. — 3. Belehren, d. h. Tatsachen beibringen: 
Was er zu lernen hat, baut er sich dann aus den 
eigenen Erfahrungen auf. — 4. üben: Das einmal 
Gefundene muß viel geübt werden (Schreibmaschi- 
nen-Tippen kann man verstandesgemäß schnell er 
fassen, man muß aber viel üben), um die Sache end 
lich zu meistern. 
Einzellernen kann gründlich und schnell gehen. 
Das Lernen in der Gruppe führt aber zu einem 
sichereren Erfolg auf Grund des Wettbewerbs. Der 
einzelne kann seine Leistung nach der der anderen 
messen und dadurch steigern. Besondere Belobi 
gungen oder kleine Preise können wertvolle Lern 
hilfen sein. 
Die Hauptfehler, die in der Arbeitsunterweisung 
gemacht werden, lassen sich wie folgt zusammen 
fassen: Erfahrungen werden aufgezwungen; die 
Erfahrungen muß man bei den Lernenden selbst 
wachsen lassen. — Es wird zu viel verlangt, das 
entmutigt, so daß der Lernende nicht mehr die see 
lische Energie aufbringt, sich ernsthaft an die Sache 
heranzumachen. Es wird zu wenig verlangt; der 
Lernende nimmt die Arbeit nicht mehr ernst und 
wird nachlässig. — Die Unterweisung erfolgt zu 
schematisch; der Arbeitende wird innerlich nicht an 
der Arbeit interessiert. — Äußere Umstände be 
einflussen das Lernen ungünstig. (Zu wenig Zeit, 
schlechter Arbeitsplatz, mangelhafte Werkzeuge 
usw.) — Zu wenig Sorgfalt bei der Personalein 
stellung; bei einer Maschine überlegt man lange, 
ob man sie kauft; dabei ist der Mensch, der ein 
gestellt wird, wichtiger als eine Maschine. — 
Schlecht geplante Unterweisung: es wird unvoll 
ständig, umständlich, zeitraubend, und es wird zu 
mühsam gelernt. 
Beim Anlernbeginn ist eine Reihe von wichtigen 
Gesichtspunkten zu beachten: Dem Neuling muß 
klar werden, daß sich jeder an eine bestimmte Ord 
nung im Betrieb anpassen und sich nach den An 
ordnungen des Leiters richten muß. Zur Einführung 
ist es wichtig, daß man dem Neuling die räumliche 
Anordnung des Betriebes zeigt (Garderobe, Wasch 
raum, Toilette, Kantine, Büros usw.). Außerdem muß 
man ihm gleich die Pausenordnung erklären, ob 
und wo geraucht werden darf, und ihn gleich dar 
auf aufmerksam machen, wo Gefahren lauern, wenn 
man sich irgendwie unvorsichtig verhält. 
Man muß dem Neuling auch klarmachen, wie wich 
tig es in einem großen Betrieb ist, auf Sauberkeit 
und Ordnung zu achten; das trägt mit bei zur Un 
fallverhütung. Lehrlinge kann man gut zur Ordnung 
erziehen, wenn man ihnen jeweils, z. B. für eine 
Woche, den Kehr- und Aufräumdienst überträgt. 
Auf diese Weise wird dem Lehrling klar werden, 
wieviel Arbeit es dabei gibt und wie wichtig sie ist. 
Er wird die Ordnung und Sauberkeit der Arbeiter 
dann schätzenlernen. 
Der Neuling muß weiter darauf hingewiesen wer 
den, wie schwer und wichtig die Arbeit des einzel 
nen ist. Man muß dem Neuling zeigen, daß man zu 
seiner Arbeit Vertrauen hat, dann wird ihn sein Ehr 
geiz packen, und er wird alles tun, um das Ver 
trauen nicht zu enttäuschen. Falsch wäre es, ihm 
von vornherein zu sagen: „Sie tun das, was ich 
Ihnen sage, keine Widerrede, kleiner Mann!“ 
Es ist auch klüger, z. B. zu sagen: „Wir wollen das 
so machen“, als „Sie müssen das so machen“. Der 
Arbeiter hat dann das Gefühl, daß er zu einer Ge 
meinschaft gehört und daß nicht er alleine etwas 
tun muß. Im Wir-Ton hört es sich mehr wie eine 
kameradschaftliche Erklärung an. In der Ich-Form 
redet man am besten dann, wenn es sich um Ver 
antwortung handelt. Wenn ein Arbeiter eine Frage 
hat, darf man sie nicht einfach überhören oder mit 
einer Handbewegung abtun, oder gar denjenigen 
mit einem ärgerlichen Wort verscheuchen: „Lassen 
Sie mich in Ruhe mit Ihrer Fragerei!" 
Weiter muß der Lernende das Wesentliche beob 
achten können und seine Fehler und Mängel selbst 
feststellen können. Den Neuling muß man von 
seinem geistigen Niveau aus betrachten; wenn einer 
z. B. eine besondere Vorbildung hat, darf man ihm 
nicht zu primitiv erklären, sonst lehnt er sich ge 
kränkt auf: „Ich bin doch kein Kind mehr!" 
Beim übungsverlauf sind die Übungen vorzuberei 
ten, zu gliedern und die Gesamtarbeit zu unter 
teilen. Man muß Teilziele angeben, damit der Ar 
beitende schon zwischendurch einen Erfolg sehen 
kann.
	        

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