Full text: 1959 (0087)

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Hirschbach. Als im Jahre 1946 <lie Jägersfreuder 
Bergkapelle gegründet wurde, ließ er sich dort 
aufnehmen. Mit dieser Kapelle hat unser Jubilar 
schon mehrere große Konzertreisen unternommen. 
Vor etlichen Jahren konzertierten die Jägersfreuder 
anläßlich eines Jahrestreffens des Bundes europäi 
scher Jugend in Fulda, dann beteiligten sie sich 
1956 an einem internationalen Musikwettbewerb 
in Varallo (ItaUen), wo sie den dritten Preis errin 
gen konnten, und 1958 fuhren sie nach München 
zum Deutschen Turnfest und marschierten im im 
posanten Festzug der siebzigtausend Turner mit. 
All diese erlebnisreichen Fahrten werden unserem 
Jubilar in unvergeßlicher Erinnerung bleiben. 
Was Peter Quack sonst noch an Freizeit erübri 
gen kann, kommt seiner Familie und seinem Gar 
ten zugute. Er hat sich mit dem Ketteler-Verein 
ein Häuschen gebaut und besitzt einen 16 Ar gro 
ßen Garten. Sein zweieinhalbjähriges Enkelkind, 
an dem er sehr hängt, begleitet ihn auf Schritt 
und Tritt, wenn er darin arbeitet. 
Die Gartenarbeit ist auch für Ausbildungshauer 
Quack ein gesunder Ausgleich zur bergmän 
nischen Tätigkeit, die er seit vierzig Jahren aus 
übt. Am 13. 11. 1917 fuhr unser Jubilar als Schlep 
per auf Grube Jägersfreude an. Mit 22 Jahren war 
er Kohlenhauer. Bis 1952 hat er ununterbrochen 
vor Stoß gestanden, während der Evakuierungszeit 
1939 bis 1940 in einer Grube im Ruhrgebiet, sonst 
immer in der Grube Jägersfreude. Seit 1952 ist 
Peter Quack als Ausbildungshauer unter Tage tätig. 
Er kommt gut mit den Lehrlingen zurecht, die in 
ihm den erfahrenen Bergmann achten. 
* 
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D er 56jährige Bergmannsbauer Hermann Zieg 
ler aus Dilsburg gönnt sich nach der Schicht 
keine Ruhe. Wie schon sein Vater und Großvater, 
die ebenfalls Bergmannsbauern waren, arbeitet 
er in seiner Freizeit auf dem Acker und im 
Stall. Zwar hat er es leichter, seit seine beiden 
Söhne und die Tochter erwachsen sind und mit 
helfen und auch weil er infolge der verkürzten Ar 
beitszeit und des An- und Abtransports durch Auto 
busse früher wieder zu Hause ist als zu Beginn 
seiner bergmännischen Tätigkeit. Er war am 
15. 6. 1917 auf Grube Dilsburg angefahren und bis 
zur Stillegung der Grube im Jahre 1931 dort als 
Hauer geblieben. Nach kurzer Tätigkeit in Von- 
der-Heydt arbeitet er zweieinhalb Jahre lang auf 
Grube Jägersfreude. Am 1. September 1934 wurde 
er auf Grube Luisenthal verlegt, wo er bis zur 
Evakuierung im Jahre 1939 blieb. Nach einem 
kurzen Zwischenspiel in Göttelborn mußte er sidi 
an den Räumungsarbeiten in Luisenthal beteiligen. 
Nachdem er anschließend zwei Monate auf Grube 
Bergmannsbauer Hermann Ziegler bestellt mit HüK und Hott 
die eigenen Äcker 
Viktoria gearbeitet hatte, wurde er am 21. 8. 1941 
wiederum nadi Götteliiorn verlegt, wo er heute 
noch als Putzer unter Tage tätig ist. 
Die Mühe und Arbeit, die sidi Bergmannsbauei 
Ziegler in seinem Leben madite, hat sich gelohnt. 
Fünf Jahre nach seiner Verehelidiung mit einer 
Bergmannsbauerntochter baute er sich ein Haus 
und bewirtschaftete seine drei Hektar Land. Dabei 
lag nicht die geringste Last auf den Schultern sei 
ner Frau, der die Arbeit aber Freude madite und 
die es heute noch nicht fertig bringt, die Hände in 
den Schoß zu legen. Als sehr günstig erwies es 
sich, daß das Land ungeteilt zusammenlag, so daß 
die Eheleute keine weiten Wege zu ihren Feldern 
zurücklegen mußten. Ein Hektar Land hat Berg 
mannsbauer Ziegler inzwischen seiner verheirate 
ten Tochter überschrieben, der er auch beim Bau 
ihres Hauses unter die Arme griff, So verbleiben 
ihm nur noch zwei Hektar, die er mit Weizen, 
Roggen, Gerste, Hafer, Kartoffeln und Klee be 
baut. Im Stall haben Zieglers zwei kräftige Kühe 
stehen, die gleidizeitig als Gespann dienen. Außer 
dem besitzen sie zwei Schweine und eine Menge 
Federvieh. Das Leben der Eheleute Ziegler ist 
reich an Arbeit, aber es ist ein erfülltes Leben, das 
ihnen Befriedigung gibt. Niemals würden sie es 
übers Herz bringen, das von den Vätern ererbte 
Land brach liegen zu lassen, um es sich bequemer 
zu machen. Das verstieße gegen ihre Lebensge 
wohnheiten, gegen das Vermächtnis ihrer Väter 
und gegen das bäuerliche Blut, das in ihren Adern 
fließt.
	        

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