Full text: 1959 (0087)

und die Ertragslage des Unternehmens zu ver 
bessern. Die Lösung dieses Problems bietet sich 
in der Errichtung einer neuen, mit ausreichender 
Sicherheit besonders produktiven Schachtanlage 
auf einer möglichst reichen Kohlengrundlage. 
Eine wirklich reiche Kohlengrundlage zur Er 
richtung einer neuen Förderanlage hatte dem 
Saarbergbau bisher nicht zur Verfügung ge 
standen. In naher Zukunft, d. h. vom Jahre 1962 
ab eröffnet die mit dem Abschluß des Vertrages 
zwischen der Bundesrepublik Deutschland und 
der Französischen Republik zur Regelung der 
Saarfrage vom 27. Oktober 1956 in Kraft getre 
tene Regelung des zukünftigen Kohlenabbaus 
im Warndt der Saarbergwerke AG den Zugang 
zum Warndtkohlenvorkommen. 
Das Kohlenvorkommen im Warndt 
Der Warndt ist wegen des dort in geringer 
Teufe anstehenden reichen Steinkohlenvorkom 
mens ein bergbaulich besonders interessantes 
Gebiet. Eine größere Anzahl von Tiefbohrun 
gen sowie die Baue der Grube Velsen und der 
grenznahen lothringischen Gruben, die seit län 
gerer Zeit in den Warndtfeldern Abbau treiben, 
vermitteln weitgehende Kenntnisse über die im 
Warndt vorliegenden Deckgebirgs- und Lage 
rungsverhältnisse. 
Das Deckgebirge, das von Nordosten nach 
Südwesten an Mächtigkeit zunimmt und dem 
Steinkohlengebirge diskordant überlagert ist, 
besteht aus stark wasserführendem, standfestem 
mittlerem Buntsandstein (Trias), unter dem 
zonenweise Oberes Rotliegendes (Perm) abge 
lagert ist. 
Der große, etwa 200 bis 300 Meter nach Nord- ' 
osten verwerfende Warndtsprung teilt das 
Warndtkohlenvorkommen in einen nördlichen 
und einen südlichen Teil. In beiden Teilfeldern 
sind die Lagerungsverhältnisse durch den im Ge 
neralstreichen der Schichten von Nordosten nach 
Südwesten verlaufenden Merlenbacher Sattel 
maßgeblich bestimmt, dessen Sattelhöchstes tek 
tonisch stärker gestört ist. Die Schichten fallen 
auf dem Nordflügel des Sattels in Feldesmitte 
mit 45 bis 50°, nach Nordosten und Südwesten 
mit 25 bis 3C° ein. Auf dem Südflügel beträgt 
das Einfallen in Feldesmitte ebenfalls etwa 45 n , 
nimmt jedoch nach Südwesten südlich des 
Warndtsprunges bis auf 80° zu. Die Lagerung 
aes Südflügels ist als störungsfrei erkannt. 
Auf dem Nordflügel steht nur die Fettkohle 
an. Auf dem Südflügel des Sattels sind über der 
Fettkohle und einem 400 bis 500 Meter mächti 
gen flözleeren Mittel auch die unteren und obe 
ren Flammkohlen abgelagert, und zwar mit 
Übersicht iu den Pachtfeidern im Warndt
	        

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