Full text: 1958 (0086)

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Flözfunde im Bereiche der Grube Göttelborn 
Ergebnisse von geologischen Untersuchungen / Von Karl Mussler, Markscheider BWD Fischbach 
Die Anlage eines Betriebes zur Gewinnung 
nutzbarer Mineralien, eines Steinbruches, 
eines Tagebaues, eines Stollens oder eines 
Schachtes, setzt geologische Untersuchungen 
über Bauwürdigkeit, Ausdehnung und Güte 
des Mineralvorkommens voraus. Vor Jahrhun 
derten haben im Saargebiet die ersten Flöz 
funde am Ausgehenden nicht ahnen lassen, 
welchen Kohlenreichtum unsere heimatliche 
Erde birgt. Später brachten im Saargebiet 
und in Lothringen systematisch durchgeführte 
Schürfarbeiten weitere geologische Erkennt 
nisse über unser Kohlenvorkommen. Die an 
fängliche, einfache Kohlengräberei an den 
Flözausgehenden entwickelte sich zu Stollen 
abbaubetrieben, die sich zum Teil weit aus 
dehnten und damit gute Aufschlüsse über Ab 
baugrenzen und Flözverhalten brachten. Dann 
mußte man in größere Teufen mit Seiger 
schächten Vordringen, womit der sogenannte 
Tiefbau seinen Anfang nahm. Es entstanden 
so in der zweiten Hälfte des vorigen Jahr 
hunderts zahlreiche Schachtanlagen, für deren 
Lage die bis dahin bekannten geologischen 
Verhältnisse mitentscheidend waren. 
Im Zuge dieser Neuschaffung von Schacht 
anlagen nahm im Jahre 1887 die Grube Göt 
telborn ihren Anfang. Ihre Lage am Südhang 
des Göttelborner Höhenzuges war so ge 
wählt, daß die Schächte, im Holzer Konglo 
merat angesetzt, in geringer Teufe das hän 
gendste Flammkohlenflöz (Flöz Eilert) durch 
sanken, um dann in den weiteren Teufen ein 
Flöz nach dem anderen aufzuschließen. 
Von den Schächten aus entwickelte sich die 
Grube nach Osten bis zum Fischbachsprung 
in ein Feld mit guten Flözen. Nach Westen zu 
fand die Grube ihr Ende am Holzersprung, wo 
von Westen her die ehemalige alte Grube 
Lampennest mit ihrem Abbau Halt gemacht 
hatte. Ein 1,5 km langer Querschlag nach Nor 
den erschloß die Magerkohlen mit zwei guten 
Flözen. So ergab sich ein Grubenfeld von 5 
bis 6 km Länge in streichender Ausdehnung 
und 2,5 bis 3 km Länge im Einfallen der Schich 
ten, also eine Flächengröße des Grubenfeldes 
von über 15 Quadratkilometer. 
So wie die Geologen eines jeden Landes 
ständig nach nutzbaren Mineralien suchen, 
jedes Kohlenrevier darauf bedacht ist, wei 
tere Grubenfelder zu erschließen, so hat auch 
die Leitung der Grube Göttelborn nach dem 
letzten Kriege zahlreiche geologische Unter 
suchungsarbeiten durchgeführt, um weitere 
bauwürdige Flöze innerhalb ihres Feldes zu 
erschließen. 
In den Jahren 1949 bis 1951 haben Auf 
schlußarbeiten (Bohrungen und Auffahren von 
Strecken) im Ostfelde der Grube Göttelborn 
das Flöz Josefa in einer streichenden Erstrek- 
kung von 1250 m als bauwürdig erkennen las 
sen, was einen zusätzlichen Kohlenvorrat der 
2. und 3. Sohle in diesem Flöz von 2 100 000 t 
ergab. 
Dieser Erfolg regte zu weiteren Untersu 
chungen an. Im Jahre 1952 durchgeführte Boh 
rungen ins Liegende von Flöz Josefa ergaben 
zwei weitere bauwürdige Flöze, die Gisela 
und Gisela Nebenbank genannt wurden. Wei 
tere Untersuchungen brachten eine strei 
chende Erstreckung der Flöze von etwa 1000 m. 
Damit waren auf der 2. und 3. Sohle weitere 
2 000 000 t bauwürdige Kohlenvorräte ge 
funden. 
In dieser Zeit waren beim Studium der geo 
logischen Verhältnisse des Lampennestfeldes 
Zweifel aufgetreten, ob das Meterflöz in die 
sem seit 1917 verlassenen Felde wirklich als 
das hängendste Flöz der oberen Flammkohle 
zu gelten hat oder ob darüber Flöz Eilert noch 
bauwürdig ansteht. Wohl war in den alten 
Schurflinien über dem Meterflöz kein Flöz fest 
gestellt worden. Auch in den untertägigen 
Aufschlüssen im Hangenden des Meterflözes 
war kein Flöz gefunden worden. 
Geologische Konstruktionen und Überlegun 
gen führten jedoch dazu, daß der Horizont 
des Meterflözes nicht der hängendste Flöz 
horizont der Flammkohle sein könne. 
Die erste Klärung der Frage brachte eine 
Bohrung im Westfeld 2, wo man vom unteren 
Kohlbachflöz in der 3. Sohle 95 m im Hangen 
den ein Flöz in gleicher Zusammensetzung 
fand, wie sie im Meterflöz des Lampennest 
feldes bekannt war. Die weitere Folge war 
das Auffahren eines Ausrichtungsquerschlages 
aus dem unteren Kohlbachflöz durch den Hol 
zersprung 2. Eine inzwischen in diesem Quer 
schlag niedergebrachte Bohrung erreichte tat 
sächlich Flöz Eilert. Der Querschlag wurde 
fortgesetzt und traf das Flöz in gleich schöner 
Ausbildung an, wie es im Westfeld der Grube 
Göttelborn gebaut war. Im weiteren Verfolg 
dieses Aufschlusses wurde die Grundstrecke 
Flöz Eilert über 1500 m weit nach Westen auf 
gefahren, hat damit das 500 m breite West 
feld erschlossen und steht schon 1000 m weit 
im Lampennestfelde. Weitere Untersuchungs 
arbeiten über den Umfang des bauwürdigen 
Feldesteiles in diesem Flöz sind im Gange.
	        

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