Full text: 1958 (0086)

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Schiefer bestehenden Schichten, in denen u. a. 
noch weitere Exemplare von Estheria-Iimbata 
und Candona-elongata gefunden wurden, ent 
sprechen genau den Tagesaufschlüssen der 
Leaia-Zone im Raume Wiebelskirchen-Han- 
gard. In den anschließend erbohrten Schich 
ten, die petrographisch abwechslungsreich, 
buntfarbig und von verschiedenen Störungen 
durchsetzt waren, konnte bis zur Basis der Ott- 
weiler Schichten keine Kohlenbildung mehr 
beobachtet werden. Das Holzer Konglomerat 
als liegender {= unterer) Grenzhorizont der 
überwiegend buntfarbigen Ottweiler Schich 
ten wurde mit einer Mächtigkeit von fast 6 m 
zwischen 241 und 247 m Teufe abgeschlossen, 
nachdem von 230 m bis 239 m die Arkose-Sand- 
stein-Zone durchbohrt worden war. Das Holzer 
Konglomerat besteht im Bohraufschluß „Rohn" 
aus mehreren durch dünne Sandsteinschichten 
getrennten Konglomeratbänken, die vorwie 
gend Gerolle aus Quarzit, Gangquarz und 
Grauwacke bis zu 40 mm Durchmesser enthal 
ten. Der stratigraphisch wichtige Seigerab 
stand zwischen der Basis des Holzer Konglo 
merates und dem unteren Horizont der Leaia- 
Zone beträgt an dieser Stelle rund 134 m. Un 
mittelbar unter dem Holzer Konglomerat, das 
diskordant auf einer Abtragungsfläche zur 
Ablagerung gekommen ist, stieß die Bohrung 
in die graufarbigen Saarbrücker Schichten und 
damit in flözführendes Karbon. Die obere Ab 
teilung dieses Schichtenkomplexes, die Heili- 
genwalder Schichten mit dem Flözzug der 
Oberen Flammkohle, nehmen infolge der Ab 
tragung von Westen nach Osten mehr und 
mehr ab und keilen schließlich völlig aus. Im 
Bereich der „Bohrung Rohn" fehlt bereits der 
hangende Teil der Oberen Flammkohle mit 
den wichtigen Flözen Huyssen, Brassert und 
KölpLn. Der liegende Teil des Flözzuges mit 
den Flözen Laroche, Klügel, Freund und der 
Sophie-Gruppe wurde zwischen 280 m und 
322 m Teufe mit einem mittleren Einfallen von 
19 bis 25° erbohrt. Auf Grund der bei der 
Kernaufnahme festgestellten Flözausbildung 
der hangenden Flammkohle ist mit der siche 
ren Abbauwürdigkeit der Flöze Klügel, Freund, 
Sophie 1 Sophie 2 zu rechnen. Die Gesamt 
mächtigkeit der durch die „Tiefbohrung Rohn" 
aufgeschlossenen Heiligenwalder Schichten, 
die an dieser Stelle mehrere außergewöhn 
lich mächtige Bänke von grobkörnigem Kon 
glomerat (Korngröße bis zu 60 mm) enthalten, 
beträgt noch 295 m. 
Nachdem die Tonsteine 1 und 1 a bei 543 
und 548 m Teufe durchsunken worden waren, 
stand das Bohrloch in den Luisenthaler Schich 
ten. Die beiden Tonsteine sind — wie kaum 
anders zu erwarten war — normal ausgebil 
det. Für beide konnte ein Einfallen von 24° 
ermittelt werden. Während der Tonstein 1 mit 
einer Mächtigkeit von 19 cm innerhalb des 
begleitenden Flözverbandes liegt, ist der 
ebenfalls 19 cm starke Tonstein 1 a in einer 
Sandschieferbank eingelagert und somit nicht 
an Kohle gebunden. Flöz Kallenberg, das als 
Leitfiöz der Luisenthaler Schichten und damit 
der Liegenden Flammkohle anzusehen ist, 
wurde bei 576 m durchteuft. Die zwischen die 
sem und Tonstein 1 anstehenden 33 m mächti 
gen Gebirgsschichten entsprechen fast genau 
dem aus den bisher bekannten Aufschlüssen 
ermittelten Normalabstand. Im Verlaufe des 
weiteren Bohrbetriebes wurde Flöz Serlo als 
nächstes Flöz der Unteren Flammkohle zwi 
schen 598 und 601 m durchbohrt. Leider zeigte 
die Oberbank in diesem Bohraufschluß eine so 
starke Aufspaltung und Verunreinigung, daß 
eine Bauwürdigkeit nicht mehr vorliegt. Die 
Unterbank dagegen kann mit Sicherheit als 
bauwürdig angesehen werden. Für Flöz Kli-. 
ver, das als drittes Flöz der Liegenden Flamm 
kohle in rund 610 m Teufe erbohrt worden war, 
erbrachte die Kernaufnahme keine befriedi 
gende Kohlenmächtigkeit, so daß dieses Flöz 
nicht in die Abbauplanung mit einbezogen 
werden kann. Da jedoch der Bohrkern im Be 
reich dieses Flözverbandes tektonische Stö 
rungserscheinungen erkennen ließ, ist anzu 
nehmen, daß die Kohle örtlich an Mächtigkeit 
verloren hat. Uber die Bauwürdigkeit dieses 
Flözes kann daher erst bei Vorliegen späterer 
untertägiger Aufschlüsse entschieden werden. 
Die moderne Drehkran-Bohrmaschine vom Typ Rotary- 
Doy 275, die erstmals im Saarland bei der „Tiefbohrung 
Rohn" eingesetzt wurde.
	        
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