Full text: 1957 (0085)

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um den Hals oder am Hut getragen wurde, eine 
in den nordfranzösischen Gruben früher übliche 
Befestigungsart. Eine einmalige Füllung gab die 
ganze Schicht hindurch Licht, doch führte der 
Knappe für unvorhergesehene Fälle noch eine 
Ölflasche aus echtem Kuhhom mit sich. 
An Stelle der Öllampe trat dann die Karbid 
lampe (Bild 5), die ein sehr grelles Licht ab 
gibt und in den schlagwetterfreien Gruben des 
Erzbergbaues noch heute ihre Dienste tut. Der 
untere Lampentopf dient zur Aufnahme der Kar 
bidbrocken, der obere ist Wasserbehälter und be 
sitzt eine Regulierschraube für den Wasserzufluß. 
Während der Hauer die große Lampe mit etwa 
1,4 kg Gewicht benutzt, ziehen die Förderleute 
die kleinen Lampen mit etwa 0,3 kg Gewicht vor, 
die sie am Fahrhut tragen und dadurch beide 
Hände frei haben. 
Im Kohlenbergbau zeigte sich die Gefährlichkeit 
der offenen Lampen bei dem großen Gruben 
unglück 1812 in England, als viele Bergleute in 
folge Explosion schlagender Wetter ums Leben 
kamen. 1816 erfand Davy die Sicherheitslampe, 
die ursprünglich eine einfache Öllampe war. (Bild 
6). Uber den Brenner war oben auf den runden 
Topf ein Drahtkorb gestülpt zum Schutz gegen 
die Schlagwettergase. Die Lichlkraft dieser Lampe 
war aber nur sehr gering, da der Drahtkorb das 
Licht nicht durchließ. Durch die spätere Ein 
schaltung eines Glaszylinders zwischen Topf und 
Korb wurde dieser Nachteil zum Teil behoben, 
doch blieb die Leuchtkraft bei längerem Ge 
brauch durch eine stark rußende Ölflamme immer 
noch recht spärlich. 
All diese Nachteile des Davy’schen Grubenge 
leuchts gaben der Lampentechnik wertvolle .An 
regungen. So entstanden in den folgenden Jahr 
zehnten in den Bergbaurevieren fast jeden Lan 
des alle möglichen Bergmannslampen, deren Auf 
zählung hier zu weit führen würde. In vielen 
Zechen des Ruhrreviers gab es eine Ölsicherheits 
lampe, die „Westfälische Lampe“. Die Nachfolger 
der Davy’schen Lampe besaßen den Fehler, daß 
in ihrem Drahtkorbe, zwischen der die Flamme 
speisenden Luft und den Verbrennungsgasen Wir 
belströme auftraten, die die Leuchtkraft beein 
trächtigten. Das System der Westfälischen Lampe 
beseitigt diesen Mangel, indem die Luft der 
Flamme von außen unter dem Glaszylinder hin 
durch, welcher auf einem feindurchlöcherten Sieb 
ring ruht, zugeführt wird; dabei treten die Ver 
brennungsgase durch den Drahtkorb aus. 
Die für die damalige Zeit an sich sehr gute 
Leuchtkraft genügte auf die Dauer nicht mehr; 
eine Eigenschaft, die allen Öllampen eigentümlich 
ist: sie lassen im Laufe der Schicht bedeutend 
nach. 
Vorteilhafte Besserung schuf hierin die Erfin 
dung der Wolff’schen Benzin-Sicherheitslampe in 
den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts. (Bild 7). 
Statt der früheren dunklen Ölflamme erstrahlt 
jetzt ein helles, weißbrennendes Licht von drei 
viertel Kerzenstärke. Im Lampentopf ist eine Zünd 
vorrichtung eingebaut und ein elektrischer Mag 
netverschluß verhindert das öffnen der Lampe in 
der Grube. Die Schlagwettersicherheit wurde durch 
Überstülpen eines zweiten Drahtkorbes erhöht. 
Die Benzinsicherheitslampe spielt bekanntlich zur 
Feststellung von Schlagwettern immer noch eine 
große Rolle. 
Und schließlich unsere elektrische Metallfaden 
lampe, auch schon wieder viele Jahre alt (Bild 8). 
Gegenüber der Benzinbeleuchtung besitzt sie den 
Vorteil vollkommener Schlagwettersicherheit und 
höherer Leuchtkraft (1 Kerzenstärke). Explosionen, 
die auf ihren Gebrauch zurückzuführen sind, hat 
es nie gegeben. Wird nämlich das — mindestens 
4 Millimeter starke — Schutzglas über der Birne 
zerschlagen, so wird auch die Glühbirne so zer 
trümmert, daß der Glühfaden abbricht, also sofort 
stromlos wird und erlischt. 
Die Grubenlampe, die inzwischen weitere er 
hebliche Verbesserungen erfahren hat, ist eine 
treue Freundin und Begleiterin des Bergmannes. 
Tief unten im Erdenschoß leuchtet ihr strahlen 
des Licht und spendet seiner Arbeit Helligkeit 
und Segen. 
METALLWERK EHEMANN GMBH. 
Friedrichsthal-Saar Telefon suizbach 2418 
Metailgiesserei - Bearbeitungswerkstätte 
Herstellung von Abgüssen aus Messing, Rotguß, Bronze, Aluminium in Sand- 
und Schleuderguß, roh und bearbeitet nach eingesandten Zeichnungen und 
Modellen 
Lager der Böhler-Edelschweißdrähte und -Elektroden
	        

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