Full text: 1957 (0085)

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Zur Aufspeicherung der an Sonn- und Feier 
tagen nicht abgenommenen Gasmengen und 
zum Ausgleich von Produktions- und Abnahme 
schwankungen ist ein Gasbehälter „26" von 
100 000 cbm Inhalt vorgesehen. 
Die ebenfalls zu dem ersten Ausbau gehö 
rende zentrale Benzolaufarbeitung bringt einen 
erheblichen technischen Fortschritt für die Ver 
wertung des Kokereibenzols, nicht nur für die 
Kokerei Luisenthal, sondern auch für die be 
stehenden saarländischen Kokereien. Das ge 
samte im Saarland anfallende Rohbenzol wird 
zur Zeit noch nach dem bisher üblichen Ver 
fahren mit Schwefelsäure raffiniert. Der Ver 
arbeitungsverlust beträgt hierbei je nach ver 
langtem Reinheitsgrad der Endprodukte bis zu 
15% und mehr, und es fallen dabei schwer ver 
wertbare Rückstände an. Die neue Benzolauf 
arbeitung Luisenthal „27" arbeitet nach einem 
neuen Verfahren, welches die vorstehenden 
Nachteile vermeidet und sich an der Ruhr be 
reits bestens bewährt hat. 
Das Rohbenzol wird hierbei unter einem 
Druck von etwa 4 atm und bei einer Tempera 
tur von etwa 300 °C mit Koksofengas schwach 
hydriert. Hierbei werden Schwefelverbindungen 
und sonstige Verunreinigungen umgewandelt 
und entfernt; ungesättigte Kohlenwasserstoffe, 
die durch ihre Neigung zur Verharzung im 
Benzol stören, werden dagegen zu wertvollen 
stabilen Lösungsmitteln aufhydriert. Der Raffina 
tionsverlust beträgt bei dieser Arbeitsweise 
höchstens 3 % und das raffinierte Rohbenzol 
kann sofort in Reinstware wie Reinbenzol, Rein 
toluol, Reinxylol usw. zerlegt werden. Diese 
Trennung wird in der Benzoldestillation „28" 
vorgenommen. In dem Tanklager „29" sind die 
erforderlichen Betriebs- und Stapelbehälter für 
die verschiedenen Produkte zusammengefaßt. 
Soweit die allgemeine Beschreibung der jetzt 
in Erstellung begriffenen Neubauten. Selbstver 
ständlich ist, daß in weitestgehendem Maße 
auch Vorkehrungen getroffen werden, um eine 
eventuelle Staub- und Rauchbelästigung der um 
liegenden Stadtteile auf das Minimum zu be 
schränken. Eine genauere Beschreibung einzel 
ner besonders interessanter Betriebsteile soll 
später mit entsprechenden Abbildungen ver 
öffentlicht werden. Zum Abschluß kurz die vor 
gesehenen Leistungszahlen der neuen Anlagen: 
für die Kokerei: 
Kohledurchsatz 900 000 t/Jahr 
Verkaufsfähige Kokserzeugung 670 000 t/Jahr 
Rohteererzeugung 33 000 t/Jahr 
Erzeugung von Ammonsulfat 6 600 t/Jahr 
Rohbenzolerzeugung 12 000 t/Jahr 
Verfügbares überschußgas 
ohne Grubenmethan 160 Miocbm/Jahr 
für die Benzolaufarbeitung: 
Normaler Rohbenzoldurchsatz 60 000 t/Jahr 
bei Hochleistung 72 000 t/Jahr 
Erzeugung an Reinstware 58 500 t/Jahr 
bei Hochleistung 70 000 t/Jahr 
Durch die neue Kokerei wird die bisherige 
Verkokungskapazität der Saarbergwerke ver 
doppelt und dadurch die Möglichkeit einer 
rationelleren Auswertung der Kohlenwertstoffe 
geschaffen. Es ist daher nur zu wünschen, daß 
der Bau der Neuanlagen ohne unvorhergesehene 
Störungen beschleunigt durchgeführt werden 
kann und die Anlagen termingemäß in Betrieb 
kommen. 
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