Full text: 1956 (0084)

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Die Sandgewinnung am Westschacht 
Von Maschinenwerkmeisfer Br unke der Grube Velsen 
Der in den Jahren 1951 — 1954 errichtete 
Westschacht der Grube Velsen liegt mitten auf 
einer in westlicher Richtung abfallenden Bunt 
sandsteinschicht. Ein in unmittelbarer Nähe un 
terhalb der Schachtanlage nordwestlich anstei 
gender Hang ermöglicht die Anlegung einer 
Sandgrube. Der hier in ausreichendem Maße 
anfallende Sand soll die ausgekohlten Streben 
des neuerschlossenen Warndtkohlenfeldes mit 
Versatz versorgen. Noch sind die Versuche nicht 
abgeschlossen, in welcher Mischung der Sand 
in die Streben versetzt werden soll. Die hier 
vorhandenen Kohlenflöze besitzen zumeist eine 
steile Lagerung, die bis 45 Grad und darüber 
ansteigt. Die Versuche gehen nun darauf hin 
aus, ob der Sand mittels Wasserzusatz in- die 
Streben gespült werden muß, oder bedingt 
durch das starke Einfallen trocken versetzt wer 
den kann. Im ersten Fall soll das Mischungs 
verhältnis 1 :1 betragen. Bei voll aufgenomme 
nem Betrieb in den Untertagerevieren des West 
feldes rechnet man mit ca. 1 500 m 3 Sand pro 
Tag. 
SCHEMA o*r SANOGCMWUNG 
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Nachstehend soll nun die bei den Saargruben 
erstmalig zur Anwendung kommende Art der 
Sandgewinnung beschrieben werden: 
Die in unmittelbarer Nachbarschaft liegenden 
Merlebacher Gruben führen dieses Verfahren 
schon seit längerer Zeit durch. Wir können 
also hier die dort gesammelten Erfahrungen 
nutzbringend auswerten. Die Gewinnung kann 
man in 4 Abschnitte unterteilen. 
a) Geländevorbereitung. 
b) Bohren. 
c) Sprengarbeiten. 
d) Verladung und Transport. 
Zu a) Geländevorbereitung: Der mit Busch 
werk und Baumwurzeln bestandene Sand 
berg muß von diesen gesäubert werden, um 
dann den Mutterboden abräumen zu kön 
nen. Dieser wird später wieder auf die Ab 
bausohle aufgetragen, damit die Wieder 
aufforstung des gesamten Gebietes mög 
lich gemacht werden kann. Hierdurch wird 
erreicht, daß der Warndt auch an dieser 
Stelle sein grünes Kleid behält und Industrie 
und Natur harmonisch ineinander übergehen. 
Zu b) Bohrarbeiten: Das Lösen der Sandmassen 
erfolgt durch Sprengarbeit. Die hierzu er 
forderlichen Bohrlöcher für den Sprengstoff 
werden mittels einer amerikanischen Schlag 
drehbohrmaschine, Type „BUCYRUS T 27", 
siehe Bild Nr. 2 entlang der Abbaufront in 
seitlichem Abstand von ca. 5 m und von der 
Böschungskante im Abstand von 5—7 m so 
wie ca. 10—20 m tief, niedergebracht. 
Der Bohrlochdurchmesser beträgt 150 mm. 
Die Bohrmaschine bewegt sich auf Raupen 
ketten und wird mit einem 15 PS-Motor an- 
Bohrmaschine 
getrieben. Dieser kann auf das Fahrwerk 
bzw. das Bohrwerk geschaltet werden. Die 
Stromzuführung erfolgt von der Schachtan 
lage über eine Freileitung auf Hilfsmasten 
bis in die Nähe des Abbaufeldes. Von hier 
mit einer Gummischlauchleitung bis zur 
Bohrmaschine mit einem Aktionsradius von 
ca. 100 m. 
Zu c) Sprengarbeiten: Nachdem die Bohrarbei 
ten beendet sind, erfolgt die eigentliche 
Schieß- oder Sprengarbeit. Die einzelnen 
Bohrlöcher werden mit Sprengstoff besetzt. 
Zur Anwendung gelangt GELATINE-DONA-
	        

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