Full text: 1955 (0083)

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Un tfaaA&eüjPavieviei. 
von Kurt H o p p s tä d te r, Wiebelskirchen 
Eine Arbeit, die sich zum Ziel setzt, die Na 
men der Saargruben und ihrer Anlagen zusam 
men zu stellen und zu erklären, müßte eigentlich 
eine einfache Sache sein. Denn wenn man über 
legt, daß diese Namen verhältnismäßig jung sind, 
so sollte man tatsächlich annehmen dürfen, die 
Namen selbst und die Veranlassung zur Namen 
gebung seien noch bekannt. Aber leider ist 
dem nicht so. Zunächst hat es seine Schwierig 
keit, den Bestand der Namen, die ja mit dem 
Eingehen der Anlagen wieder vergehen, zu er 
fassen. Grubenanlagen entstehen und vergehen 
im Laufe der Jahrzehnte und entstehen unter 
anderen Namen und an anderen Orten neu in 
dem Maße, wie der Kohlenabbau fortschreitet. 
Der hundertste Geburtstag ist bei einer Grube 
oder bei einem Schacht fast so seiten wie bei 
den Menschen. 
Weil dem so ist, roll hier versucht werden, 
möglichst viele dieser Namen auch in ihrer Her 
kunft festzuhalten. Vollzähligkeit habe ich sicher 
lich nicht erreicht und hoffe daher, daß das, was 
fehlt, dem oder jenem Lokal forscher oder alten 
Bergmann noch Veranlassung gibt, die Liste zu 
vervollständigen. 
Bei den Namen wird man mühelos mehrere 
Gruppen unterscheiden können. Da sind einmal 
die Namen, aus denen die Zweckbestimmung 
der Träger hervorgeht (z. B. Steigershaus). Aus 
anderen Namen ergibt sich die Lage in einem 
bestimmten Dorfbann, in einer Flur oder gar 
Himmelsrichtung von der Grube aus. In einer 
großen Gruppe von Namen leben die bei der 
Namengebung führenden Männer des Bergbaues 
entweder in ihren Familien- oder in ihren Vor 
namen weiter, ja sogar die Vornamen ihrer weib 
lichen Familienangehörigen haben zur Taufe von 
Schächten herhalten müssen. Auch das preußi 
sche Herrscherhaus hat in einigen Fällen Pate 
gestanden und endlich gibt es Namen, mit denen 
nachträglich bedeutenden Männern ein Denkmal 
gesetzt worden ist. 
In verhältnismäßig vielen Fällen läßt sich bei 
Anlagen, die einen Vornamen trugen, der Trä 
ger dieses Namens nicht mehr ermitteln, da Stel 
len oder Personen, bei denen diese Kenntnis ver 
mutet werden konnte, versagt haben. Audi da 
bleibt die Hoffnung, daß eine Vervollständigung 
doch noch möglich sein wird. 
Viele Quellen sind benutzt worden, um das 
Verzeichnis aufzustellen, Zeitungen, Zeitsdiriften, 
Amtsblätter, B ergmann skalender und heimat 
kundliche Schriften, mündliche Angaben von 
befragten Personen. Es ist unmöglich, sie hier 
anzi geben. Aus Gründen der Raumersparnis muß 
daher dieser allgemeine Hinweis genügen. 
Und nun die Liste der Namen. 
Albertschacht (audi Ostschacht) bei Dudweiler 
Albertschacht bei Maybach 
1873 abgeteuft und nach dem Vornamen des 
Ministers Maybach benannt. 
Albertschacht bei Lu Lenthal 
1862 abgeteuft und nach dem Vornamen des 
Bergrates Dr. Albert Serlo (1824—1898) be 
nannt. 
Altenwald. 
Die Siedlung im „alten Wald“ entstand in 
der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Bald 
nachher wurden hier auch Kohlen gegraben. 
Doch wurden die bescheidenen Gruben 1817 
eingestellt. Die ersten Schächte der neueren 
Grube wurden 1851 abgeteuft. 
Altsteigershaus bei Merchweiler. 
Ehemalige Beamtenwohnung der alten Grube 
Merchweiler. 
Amelungschacht bei Von der Heydt. 
Nach Karl Gustav Amelung (1818—1866) be 
nannt, der als Bergassessor auf den Saar 
brücker Gruben besdiäftigt war und später 
Berghauptmann in Breslau wurde. 
Andreasschacht, zu der alten Grube Hostenbach 
geihörig. 
Annaschacht bei Püttlingen. 
Der frühere Simscbelterschacht erhielt 1902 
den Namen Annaschacht nach dem Vornamen 
der Frau des damaligen Bergrates Althans. 
Annaschacht bei Wiebelskirchen. 
1893 abgeteuft und nach der Ehefrau des 
Oberberghauptmanns, Ministerialdirektor v. 
Velsen benannt. 
Aspenschacht bei Köllerbach 
1891 abgeteuft und nach dem Flurnamen 
„in den Aspen“ benannt. 
Barbaraschacht, zu der alten Grube Hostenbach 
gehörig. 1870 abgeteuft und nach der heili 
gen Barbara, der Schutzpatronen der Berg 
leute benannt. Die nach dem Krieg neu er 
schlossene Grube Bexbach mit dem dabei er 
bauten Großkraftwerk erhielt ebenfalls den 
Namen der Schutzheiligen.
	        

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