Full text: 1955 (0083)

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Von F.Fadok 
Saarbrücken 
Mattarn , 
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Wenn wir uns- einmal der Mühe unterziehen, 
aus unserer schnellebigen Zeit heraus einen Blick 
in die beschaulichere früherer Jahre zu werfen, 
wenn wir aus der Hetze der heutigen Zeit ein 
mal einen Blick werfen in alte Urkunden, die 
schon vor über 100 Jahren geschrieben wurden, 
so sind wir nur zu oft geneigt, von der „guten 
alten Zeit“ zu sprechen. Daß aber auch diese 
alte Zeit mit Sorgen und Nöten erfüllt war, zei 
gen uns einige Urkunden, die wir heute näher 
betrachten wollen. 
So lesen wir in einem Schreiben vom 7. Okto 
ber 1836 an den König!. Obersteiger Ammann in 
Odenbach, die Verstärkung der Belegschaft be 
treffend: 
„Nach einem am 4. v. M. vorgelegten Verzeich 
nis schlagen Sie 11 Individuen zur Aufnahme 
als Grubenjungen bei den Gruben zu Odenbach 
und Roth vor, berichten aber an demselben Tag 
auf das von dem Bergarbeiter Jobs. Heyl sen 
gestellte Gesuch um Arbeit für sich und seine 
2 Söhne, daß man aus Furcht vor stockendem 
Absatz dem Gesuche desselben nicht werde ent 
sprechen können. 
Zu Ihrem Vorschlag zur Annahme von 11 Jun 
gen liegt also ein Widerspruch, den Sie aufklä 
ren werden, und man darf sich frei solchen Vor 
schlägen nicht von persönlichen Rücksichten oder 
Familien Verhältnissen leiten lassen, sondern soll 
blos das Interesse des Dienstes und cfer Grube 
im Auge haben. 
Sie werden sich daher pflichtmäßig darüber 
äußern, ob jetzt wo der Winter herannaht und 
der Absatz nicht so stark als im Sommer ist, 
11 Jungen mit Vortheil und zum Nutzen der 
Grube angelegt werden können, und ob es nicht 
räthlich bei der jetzigen Belegschaft zu belassen 
bis zum künftigen Frühjahr.“ 
In einem anderen Schreiben vom 17. Oktober 
1837 wird der König!. Obersteiger Ammann in 
Odenbach von dem König!. Bergamt in Kaisers 
lautern aufgefordert, rieh über die Wiederein 
stellung eines Bergmanns zu äußern und sich 
über Kohlenschätzungen zu rechtfertigen Doch 
lassen wir das Bergamt selbst sprechen: 
„Der früher und bis zum Jahre 1830 als Häuer 
b:i den König! Steinkohlengruben zu Odenbach 
und Roth in Arbeit gestandene Jakob Metz von 
Roth erschien heute auf dem Bergamt und mel 
dete sich um Wiederaufnahme. Nach einem vor 
gezeigten Abschied diente derselbe während sechs 
Jahren in der König! Bayerischen Armee, von 
wo er am 16. August 1834 entlassen wurde. Auf 
die an iihn gestellte Frage, warum er sich nicht 
schon längst um Arbeit gemeldet habe, erklärte 
er, er habe diess schon öfters gethan bei Ihnen, 
und Sie hätten ihm immer das Versprechen ge 
geben, ihn bei der nächsten Gelegenheit zur 
Wiederaufnahme in Vorschlag zu bringen. Sie 
werden hiermit angewiesen hierüber zu berichten 
und sich rechtfertigen, warum Sie gedächten Ja 
kob Metz bisher noch nicht zur Aufnahme vor 
geschlagen haben. 
Nach dessen Aussagen und so wie man gestern 
vom König]. Einnehmer Müller vernommen, sol 
len nur wenig Kohlenvorräthe mehr vorhanden 
seyn, wenn diess der Fall, und gegen Metz nichts 
sonst vorliegt, was dessen Annahme verhindern 
könnte, so könnte er wohl jetzt schon mit Vor 
theil verwendet werden, worüber Sie sich gut 
achtlich äußern werden. 
Nach der Kohlenförderungs-Tabelle pro Sep 
tember waren am Schluß September 258 Fuder 
04 Ctr. Kollien in Vorrath und bis heute sind 
doch vielleicht auch 80 bis 100 Fuder gewonnen 
worden, und es könnten demnach seit drm 1. Ok 
tober 338 bis 358 Fuder dem Verkaufe ausge 
setzt worden reyn, die nach obigen Äußerungen 
zu schließen beinahe alle verkauft waren. 
Ein solcher Absatz in so kurzer Zeit ist auf 
fallend, und Sie werden sich doch wohl im Ab
	        

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