Full text: 1955 (0083)

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Die Überschrämmethode in niedrigen Flözen 
Rückgang der Selbstkosten - 
Arbeit des einzelnen Bergmannes nicht mehr so hart und mühselig. 
Von Ingenieur Drouin 
1. Allgemeine Daten der Grube Maybach 
Der Abbau in Grube Maybach bewegt sich 
z. Zt. in zwei zu Ende gehenden Abbausohlen, 
der 3. und 4. Sohle und dies unter besonders 
schwierigen Bedingungen, da die „schönen" 
Flöze der guten Felder bereits vorher abgebaut 
wurden. Fast die gesamten in Abbau stehenden 
Flöze sind durch den Abbau des Flözes 13, 
weiches im Unterwerksbau auf der 4. Sohle ge 
baut wurde, unterfahren. 
Die Daten der in Abbau stehenden Flöze 
sind daher nicht erfreulich: 
Netto-Flözmächtigkeit: 1,00 m 
Wasch- und Klauberverluste: 45—50% 
Hangendes im allgemeinen mittelmäßig, 
Liegendes weich, so daß die eisernen 
Stempel einsinken. 
Mit Ausnahme von Flöz 11 ist dagegen die 
Kohle nicht hart; das Schrämen ist nicht unbe 
dingt erforderlich und das Schießen unnötig. 
Wir sprechen hier nur von Flözen mit einem 
Einfallen bis 15 3 . 
2. Frühere Abbaumethode 
Aus vorgenannten Gründen und hauptsäch 
lich infolge der relativ weichen Kohle hat da 
her Maybach ausgangs des Krieges keine Ver 
suche unternommen, zu mechanisieren, sondern 
den Weg der Konzentration beschritten. Die 
klassische Methode war der Streb von 200 m 
Länge mit Panzerförderer, der in der Nacht 
schicht umgclegt wurde, sowie Ausbau mit 
eisernen Stempeln und Holzkappen. Durch ver 
stärkte Belegung der Hauer im Streb wurden 
in günstigen Fällen Fortschritte von 2,40 m, bei 
einem Mittel von 1,80 m für die gesamte 
Grube, erzielt. Die Kohle wurde gut getränkt, 
jedoch nicht geschrämt. 
Die Einführung des Schrämens mit Schräm 
arm von 2,50 m erwies sich als schwierig, das 
Hangende wurde allzu heftig beeinflußt, der 
Schrämschlitz wurde zusammengedrückt, was 
dem Schrämen einen großen Teil seiner Wirk 
samkeit nahm; die Maschinen hielten einer der 
artigen Beanspruchung nicht stand und fielen 
häufig aus. Das Schrämen mit Schrämarm von 
1,20 m und zweimaligem Schrämen je Tag er 
wies sich dagegen als viel wirksamer und wir 
bezeichneten diese Methode als „Doppel 
schrämmethode". Die Nachtschicht schrämte 
einmal; die Frühschicht kohlte die geschrämte 
Kohle aus, stellte die Notstempel und schrämte 
anschließend ein zweites Mal. Die Mittags 
schicht kohlte wiederum aus und verbaute un 
ter Belassung einer Schrämgasse (s. Bild 1). 
3. Suche nach einer neuen Methode 
Die Doppelschrämmethode führte zu einer 
beträchtlichen Verringerung der Pickhammer 
arbeit, vermehrte aber dagegen die Schaufel 
arbeit, da am Ende der Mittagsschicht der Ab 
stand zwischen Strebfront und Förderer 4 m 
betrug, was ein zweimaliges Schaufeln be 
deutete. 
Weiterhin ließ diese Methode auch keinerlei 
Verbesserung mehr zu sowohl hinsichtlich des 
Abbaufortschrittes, da am Ende der Mittags 
schicht der vom Bergamt genehmigte Höchst 
abstand von 5,40 m zwischen altem Mann und 
Strebfront erreicht war, als auch hinsichtlich der 
Leistung, da jegliche Mechanisierung unmöglich 
war. Eine Leistungssteigerung konnte nur noch 
von einer Arbeitssteigerung der Belegschaft 
herkommen, aber der menschlichen Muskelkraft 
sind Grenzen gesetzt. 
Doppelschräromethode. 
Stand des Strebes um 6°° Uhr. 
Stand des Strebes um 
« i.Qm ~v 
Stand des Strebes um 15°°tlhr 
Stand des Strebes um l'TUhr
	        

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