Full text: 1955 (0083)

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Meß- und Sicherheitseinrichtungen 
Von M. Kubitzki 
Der reiche Anfall von hochwertigem Methan 
gas, das in zahlreichen Gruben im Bereich der 
Saarbergwerke beim Abbau der Kohle frei 
wird, hat anfangs zur Errichtung reiner Ent 
gasungsanlagen und in der weiteren Entwick 
lung zum Bau von Methan-Verwertungs-Anlagen 
geführt. Hierunter sind Anlagen zu verstehen, 
in welchen das Gas aus den unter Tage be 
findlichen Entgasungsfeldern nicht nur abge 
saugt, sondern durch Kompressoren je nach 
dem Verwendungszweck auf einen höheren 
Druck verdichtet und weitergeleitet wird. 
Dieses so gewonnene Methangas kommt 
allerdings nicht rein, sondern nur in Vermischung 
mit anderen Gasen vor, die zur Hauptsache 
aus Stickstoff und Sauerstoff bestehen, wobei 
der Gehalt an Rein-Methan Werte von ca. 
90 % an abwärts annehmen kann. Derartige 
Gasgemische sind aber, wenn sie nur 5—15% 
Methan enthalten, explosibel und allgemein un 
ter der Bezeichnung „Schlagwetter" bekannt. Es 
müssen daher beim Betrieb von Methangas- 
Anlagen besondere Sicherheitsmaßnahmen ge 
troffen werden, damit solche explosiblen Ge 
mische nicht in die Gebläse oder Kompressoren 
gelangen und von dort weitergeleitet werden. 
Das Oberbergamt hat daher verfügt, daß bei 
Methan-Verwertungsanlagen die Antriebsmoto 
ren der Kompressoren selbsttätig abgeschaltet 
werden müssen, sobald der Methangehalt im 
Gas auf 40 % sinkt, oder der Unterdrück in der 
Saugleitung zu hoch, in der Regel größer als 
minus 2 000 mm Wassersäule wird. Haben nun 
die Kompressoren wegen des zu niedrigen 
Methangehaltes abgeschaltet, so darf die Ent 
gasung nur noch durch besonders dafür zuge 
lassene Gebläse erfolgen, die das Gas durch 
eine Rohrleitung — Fackel genannt — ins Freie 
abblasen und selbsttätig außer Betrieb gehen 
müssen, wenn der Methangehalt weiter bis auf 
30 % abfällt? Unter diesem Wert darf das Gas 
nur noch durch seinen eigenen Auftrieb abge 
fackelt werden. Es wird weiterhin durch die 
Bergbehörde gefordert, daß der Unterdrück in 
der Saugleitung laufend registriert wird, so 
lange die Entgasung maschinell erfolgt. Diese 
Forderung, welche die Sicherheit der Personen 
der Anlage und der Grube gewährleisten soll, 
werden durch geeignete Meß- und Sicherheits 
einrichtungen verwirklicht, über welche hier ein 
Überblick gegeben wird. 
Zum besseren Verständnis ihrer Wirkungs 
weise sind nun in einem in Fig. 1 wiederge- 
für die Methan-Überwachung 
in Methangas-Anlagen 
gebenen Schema einer Methangas-Kompresso 
renanlage sämtliche zur Sicherheit und Kon 
trolle notwendigen Überwachungspunkte dar 
gestellt. Von ihnen aus werden die Meßwerte 
auf die Meß- und Regelgeräte übertragen, die 
zentral in einem Meßraum vereinigt sind. Das 
dargestellte Schema zeigt eine Saugleitung, 
durch welche das Gas — wenn notwendig über 
Vorverdichter (Gebläse) — angesaugt und von 
diesen den Kompressoren zugeführt wird. Von 
dort geht es mit einigen atü-Druck in eine Sam 
melleitung zu den Verbrauchern. Die Vorver 
dichter dienen gleichzeitig dazu, das Gas bei 
zu niedrigem Methangehalt durch die Fackel 
ins Freie zu drücken. Die in dem Schema an 
gegebenen Ziffern stellen die Meßpunkte für 
die nachfolgend angeführten Funktionen dar. 
Ziffer Funktion 
1 Registrierung des Unterdruckes in der 
Saugleitung. 
2 Registrierung der abgesaugten Gasmenge. 
3 Überwachung des Unterdruckes in der 
Saugleitung vor den Kompressoren, 
zwecks selbsttätigen Abschaltens der ge 
samten Anlage bei zu hohem Unterdrück. 
4 Messung des Methangehaltes in der 
Druckleitung, zwecks Abschaltens der ge 
samten Anlage bei Erreichen des Min 
destwertes von 40 %. 
5 Registrierung der Gastemperatur in der 
Druckleitung. 
6 Registrierung des Gasdruckes. 
7 Überwachung des Kühlwasserdruckes für 
die Kompressoren zwecks Abschaltens 
der gesamten Anlage bei Ausbleiben 
des Kühlwasser-Zuflusses. 
8 Messung des Methangehaltes zwecks Ab 
schaltens der Vorverdichter während des 
Abfackelns bei Erreichen des Mindest 
wertes von 30 %. 
Fig. 1 
Sobald also eine Störung im Sinne der unter 
Ziffer 3, 4, 7 und 8 aufgeführten Funktionen 
auftritt, wird gleichzeitig mit der automatischen 
Außerbetriebsetzung der Anlage ein Warn 
signal betätigt. Signallampen, die bei Eintritt 
der Störung aufleuchten, zeigen die Ursache 
der Störung an. 
Die unter den Pos. 1 und 2 aufgeführten Vor 
gänge dienen zusammen mit der Anzeige und 
der Registrierung des Methangehaltes von
	        

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