Full text: 1955 (0083)

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bach und Hoiz durch eine Stollengrube aus 
gebeutet. 
Wie aus den oben angeführten geologischen 
Verhältnissen hervorgeht, ist das anstehende 
Gestein im Bereich des Tunnels und der Ein 
schnitte vorwiegend sandiger und toniger Art 
und infolgedessen tiefgründig verwittert. Die 
Bagger hatten zunächst leichte Arbeit im nörd 
lichen Einschnitt, mit dessen Erstellung zuerst 
begonnen wurde. Anders wurde es, als der 
„gewachsene Boden", d. h. festes Gestein er 
reicht wurde. Am 8. Mai 1953 bereits wurde 
ein schönes Flöz mit rund 1,20 m Kohle frei 
gelegt. Es handelt sich um das Flöz B, das 
auch 49-zölliges Flöz genannt wird und über 
dem nördlichen Tunnel-Eingang zutage geht. 
Jung und alt waren auf den Beinen, die teils 
schon durch die Bagger-Tätigkeit gelockerten 
Kohlen mit Eimern und Handwagen in den Kel 
ler zu „fördern". Von Woche zu Woche wurde 
der Einschnitt tiefer. Nach knapp vier Monaten 
hatte er bereits seine größte Tiefe von etwa 
28 m erreicht. Bei diesen Arbeiten wurden 
nacheinander die Flöze A, B, Bi und C frei 
gelegt, die an den Böschungen des Einschnitts 
deutlich zu erkennen waren. Von der Grühling- 
stollensohle abwärts sind die Flöze A und B 
abgebaut. Der stellenweise sehr stark zusam 
mengedrückte Bergversatz ist gut zu sehen. 
Söhlige Flözstrecken, in denen das Förderge 
stänge noch liegt, wurden freigelegt. Auf einer 
Schiene war in erhabenen Buchstaben und Zif 
fern zu lesen: „Burbacher Hütte 1865". Der Ab 
bau geht bis in die Zeit des vergangenen Jahr 
hunderts zurück. Ur- und Ururgroßväter der 
heutigen Generationen lagen hier vorm Stoß, 
die Kohlen in der einfachsten Art mit dem 
Pickel zu unterschrämen und zu gewinnen. 
Als der Einschnitt seine größte Tiefe erreicht 
hatte, wurde mit der Herstellung des nördlichen 
Tunnel-Portals in Eisenbeton begonnen. Der 
Tunnel wird kreisrund mit einem lichten Durch 
messer von 9,34 m. Während der alte Tunnel 
gerade war, wird der neue leicht gebogen mit 
einem Bogen-Halbmesser von 500 m. Zwischen 
durch wurden die Einschnitt-Böschungen, insbe 
sondere in den Bereichen, wo das weniger 
standfeste Kohlengestein ansteht, mittels Eisen 
beton befestigt. Die so entstandenen Beton 
streifen verlaufen so wie die Flöze A, B, Bi 
und C und zeigen deren Lage an. 
Ende Juli 1953 wurde mit der Herstellung des 
südlichen Einschnittes begonnen. Verhältnis 
mäßig schnell war an der Stelle des Tunnel- 
Eingangs fast die größte Tiefe des Einschnittes 
von etwa 37 m erreicht. Die letzten Reste der 
alten Grube Helene fielen den Baggern nun 
mehr zum Opfer. Der 665 m tiefe Schacht He 
lene 2, ganz verfällt, ist in seinem oberen, 
kreisförmigen, gemauerten Teil an der östlichen 
Einschnitt-Böschung noch zu sehen. Der 185 m 
tiefe Schacht Helene 1 wurde im Zuge der Ein 
schnittarbeiten verfällt. Alte Gestänge- und Ka 
belreste kamen an den Böschungen zum Vor 
schein. Die besonders an der östlichen Böschung 
freigelegten Stolien und Umbrüche im Bereich 
der Helenen-Schächte in der Grühlingstollen- 
sohle waren größtenteils noch offen und so gut 
erhalten, daß sie befahren werden konnten, 
trotzdem seit der endgültigen Einstellung der 
Grube Helene bereits rund 20 Jahre verflossen 
sind. Das Fördermaschinenhaus des Schachtes 2 
ist nun gänzlich verschwunden, während das 
des Schachtes 1 mit der 'Bezeichnung „Druk- 
kerei Schöndorf" noch steht. Der Einschnitt 
rückte mit seiner westlichen Böschung so nahe 
an das große, noch stehende Maschinenhaus, 
in dem die großen Hoch- und Niederdruck- 
Kompressoren standen, heran, daß einige Me 
ter des östlichen Gebäudeteiles abgerissen wer 
den mußten. Die alten Bergpensionäre von 
Bildstock und Friedrichsthal, die bei ihren täg 
lichen „Befahrungen" des Einschnittes auch den 
alten Grühlingstollen gesehen haben, dachten 
wohl voller Wehmut an die Zeiten zurück, da 
sie noch jung an Jahren, tagtäglich durch die 
sen ein- und ausgefahren sind. 
Mit dem Tieferwerden des Süd-Einschnittes 
wurden auch die Flöze F (am Tunnel-Eingang), 
Motz, 26-zölliges und 1. Liegendes freigelegt. 
Ein besonders ergiebiges Flöz war in der alten 
Grube Helene das Flöz Motz, das auch hier 
über 2 m mächtig und von sehr reiner Beschaf 
fenheit ist. In der Nähe des oben genannten 
Maschinenhauses zeigt das Flöz F eine deut 
liche Knickfalte. Weiter südlich läßt das Flöz 
Motz nahe der Erdoberfläche eine Verwerfung 
(Sprung) mit geringer Verwurfshöhe erkennen. 
In diesen sogenannten tektonischen Erscheinun 
gen handelt es sich um Störungen innerhalb 
des Gebirges, die in nachkarbonischer Zeit im 
Rotliegenden bereits entstanden sind, teils als 
Auswirkungen bei dem Zustandekommen des 
„Pfalz-Saarbrücker-Hauptsattels". Diese Störun 
gen haben demnach mit den Erdbewegungen 
als Folgeerscheinungen des Bergbaues nichts 
mehr zu tun. 
Anfang Oktober 1953 wurde mit der Her 
stellung des Tunnels begonnen. Zunächst wurde 
der Firststollen von Norden und Süden her 
als Gegenortbetrieb mit einem Querschnitt von 
rund 8 qm aufgefahren. Die Bohrlöcher zum 
Heraussprengen des Gesteins wurden mit Haus 
herr-Bohrmaschinen, die auf einem besonders 
konstruierten Bohrwagen montiert sind, heraus 
gestellt. Das durch die Sprengarbeit hereinge 
wonnene Gestein wurde mit Salzgitter-Lader in 
Kippwagen geladen und vor dem Stollen auf 
die Halde gekippt, von wo es mittels Baggern 
auf Lastwagen verladen, auf die Bergehalde 
gefahren und dort gestürzt wurde. Am 18. De 
zember hatte das noch stehende Zwischenmittel 
im Stollen eine Stärke von nur noch 2,80 m, 
was durch ein Vorbohrloch festgestellt wurde.
	        

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