Full text: 1955 (0083)

etwa 70 m breiter Einschnitt käme. Hierbei 
müßten zahlreiche Wohnhäuser geopfert 
werden und der Ort Bildstock würde durch 
den Einschnitt in zwei, durch eine Brücke zu 
verbindende Teile zerlegt. 
2) Einen Umgehungs-Einschnitt, der die JIlinger 
Straße ungefähr im Bereich des alten Fried 
hofs (Ecke Grühling- und Jllinger Straße) 
schneidet, herzustellen. Auch hier würde der 
Einschnitt rund 60 m tief, der Ort dadurch 
in zwei Teile zerlegt. Eine Anzahl von Wohn 
häusern müßte verschwinden. 
3) Einen neuen Einschnitt und unter dem be 
bauten Ortsteil Bildstock einen 330 bis 340 m 
langen Tunnel, der rund 150 m seitwärts, 
westlich des alten Tunnels zu liegen käme, 
herzustellen. In diesem Falle brauchen keine 
Wohnhäuser geopfert zu werden, der Ort 
wird nicht in zwei Teile geschieden. 
Für die Wahrung des Ortsbildes wie auch 
hinsichtlich der entstehenden Unkosten ist das 
letztere Projekt das günstigere und wurde zur 
Ausführung angenommen. 
Grundsätzlich waren nachstehende Überle 
gungen für die Verwirklichung des Projektes 
von ausschlaggebender Bedeutung: 
1) Die große Menge der anstehenden Kohlen 
und ihre gute Beschaffenheit. 
2) Die Tatsache, daß der diese Kohlen ein 
schließende Bereich, sofern sie jetzt nicht 
abgebaut werden, als hochgelegene Insel 
in dem übrigen Abbaubereich stehen bleibt. 
Sie würden, falls man sich erst später für 
einen Abbau entschlösse, nur unter dem 
Aufwand erheblicher finanzieller Mittel für 
die notwendigen Ausrichtungs-Arbeiten er 
reichbar sein, während zum heutigen Zu 
griff die entsprechenden Anlagen bereits 
vorhanden sind. 
3) Daß die heutige Technik umfangreiche Erd 
arbeiten verhältnismäßig leicht auszuführen 
und Tunnel-Wanderungen, die derart be 
weglich sind, zu bauen imstande ist, daß 
diese sich den über dem Abbau eintreten 
den Bodenverformungen hinreichend anpas 
sen und damit untragbare Lage- und 
Querschnitt-Veränderungen des Tunnels so 
wie Brüche in den Tunnel-Wanderungen 
vermieden werden. 
Bezüglich der geologischen Verhältnisse des 
Gebirges, in dem das neue Bauvorhaben aus 
geführt wird, ist folgendes zu sagen: 
Das hier anstehende Gebirge gehört dem 
Steinkohlengebirge an. Es besteht aus einer 
Wechsellagerung von feinkörnigem Konglo 
merat, Sandstein, Sandschiefer, Schieferton mit 
dazwischengeschalteten dünneren und dickeren 
Kohlenbänken und Kohlenflözen. Das Einfallen 
der Gebirgsschichten beträgt durchschnittlich 13 
Grad und ist ungefähr nach Norden gerichtet. 
Die Gebirgsschichten im nördlichen Einschnitt 
Oben: Betonstein-Fabrikation. Herstellen des Gitter- 
Gerüstes. Mitte: Gießen der Beton-Formsteine auf dem 
Rütteltisch. Unten: Blick in den alten Grühlingstollen 
(Ostseite des südlichen Einschnittes).
	        

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