Full text: 1955 (0083)

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und 6 Pfg. Bei dem Pfeilerabbau 30 Zentner 
und das Fuder kostet hier zu hauen 16 ggr. 
4 Pfennig, womit er andernfalls Förderlohn und 
alle Unkosten bezahlen muß. Flöz Nr. 2 ist 4 Fuß 
4 Zoll mächtig und hat 44 Zoll reine Kohle, 
5 Lachter im Hangenden. Neben dem 1. Flöz 
befindet sich noch ein 36 Zoll mächtiges Flöz, 
welches vor Kurzem (1822) durch Schürfe erst 
entdeckt worden ist und gleiches Streichen und 
Fallen mit den übrigen hat.“ (Grubenarchiv 
Reden). 
Kohlengewinnung in meinem Aufsatz: „Grube 
Jllingen“, Bergmannskalender 1940, S. 83. 
Um auch die geringwertigen Kohlen verwen 
den zu können, ließ Baron von Kerpen in der 
Nähe der Grube eine Rußfabrik errichten. 
Über ihre Lage orientiert uns beifolgende Topo 
graphische Karte (siehe Abb. 2, Maßstab 1:5 km) 
aus französischer Zeit. Hier ist ,sie als „Fabrique 
de Noir de Fumee“ (Rußfabrik) eingetragen. 
Wann die Rußfabrik angelegt wurde, ließ sich 
nicht genau feststellen. Urkundlich belegt ist. 
Der Abbau der Kohle erfolgte unter den denk 
bar einfachsten Voraussetzungen in Galerien 
(„Pingen“) längst des Stoßes. Als Gezähestücke 
wurden Grubenaxt, -beil, -schippe, Keilhaue, 
Handfeustel, Bergeisen und Klammerhaken ver 
wandt. Das Handwerkszeug wurde in der Gru 
benschmiede geichärft. Die Hauer bohrten mit 
Schlangenbohrern Schießlöcher und sprengten mit 
einer Ladung Schwarzpulver, Als Beleuchtung 
dienten Öllampen mit offener Flamme. 
Weiteres über die Grube Jllingen und die 
daß am 23. 12. 1785 die Konzession zur Herstel 
lung des Rußes an eine Gesellschaft Engelke in 
Jllingen auf die Dauer von 18 Jahren zu dem 
mäßigen Pachtzins von 25 florin pro Jahr ver 
pachtet wurde. Diese zahlte für die geringwer 
tigen Kohlen 30 Kreuzer pro Fuder, für die fet 
testen Kohlen dagegen 1 florin (= 1 frz. Gul 
den) und 30 Kreuzer. Die Rußfabrik muß aber 
schon früher bestanden haben, denn nach den 
Standesregistem in Jllingen wurde 1773 der 
Tagelöhner Nikolaus Weber zu Jllingen-Rußhütte
	        
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