Full text: 1955 (0083)

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mehr in die beiden Rhonearme zurückgeleitet 
werden muß. Da dies mit natürlichem Gefälle 
mcht bewerkstelligt werden kann, sind mehrere 
schöpfwerkartige Pumpstationen eingerichtet 
worden, welche die Abwässer in die Rhone 
arme zurückpumpen. Der Wasserstand in den 
Entwässerungsgräben und damit der Grundwas- 
serstand kann durch automatische Schaltung der 
Pumpen ständig auf dem gewünschten Stand 
gehalten werden. 
Aus der beigefügten Karte ist ersichtlich, daß 
sämtliche Entwässerungsgräben der Camargue 
mit dem Vaccares-Teich in Verbindung stehen 
und somit die Verdunstungsfähigkeit seiner 
Oberfläche in Höhe von 150 Millionen (m 3 ) 
Wasser voll ausgenützt wird. Eine unter Berück 
sichtigung aller in Betracht zu ziehenden Fak 
toren aufgestellte Bilanz hat ergeben, daß künst 
lich durch Pumpen trotzdem noch etwa 160 Mil 
lionen (m 3 ) mehr oder weniger salzige Abwäs 
ser aus den Entwässerungsgräben in die Rhone 
zurückzupumpen bleiben. 
Die größte der bis heute in Betrieb genom 
menen Pumpstationen ist die von ALBARON, 
die seit 1950 funktioniert. Mit Rateaupumpen, 
ausgestattet mit einer Leistungsfähigkeit von 
8 000 Liter pro Sek., kann sie im Mittel 80 Mil 
lionen (m 3 ) Abwässer in die Rhone zurückpum 
pen. Sie wäre also imstande, das Niveau des 
Vacceres mit 10 000 ha Oberfläche um fast 1 m 
zu erhöhen. Für ihre Inbetriebnahme mußten, 
allein von den Genossenschaften, 40 km Gräben 
gezogen und 250 000 (m 3 ) Boden ausgehoben 
werden. Die durch ihren Bau und Betrieb her 
vorgerufene finanzielle Belastung beträgt 2 000 
Frs. pro ha Reisfeld und 500.- Frs. pro ha 
Wiese oder Weinberg. Weitere Pumpstationen 
sind im Bau und so nähert man sich immer 
mehr der Verwirklichung des festgesetzten Pro 
gramms, im ganzen 15 000 ha Reisfelder in der 
Camargue anzulegen. Mit dem Anwachsen der 
neu angepflanzten Reisfelder hält im allgemei 
nen auch das Anwachsen der Oberfläche neuan 
gelegter Wiesen und Kleefelder Schritt. 
Es ist aber nicht einfach damit getan, Reis 
anzupflanzen und zu ernten, man muß auch liii 
seine Lagerung und seine Behandlung bis zum 
handelsfähigen Produkt sorgen. Technisch ge 
sehen, war das Problem ein vollständig neues, 
denn die Arbeitsbedingungen anderer Länder 
lassen sich nicht ohne weiteres ins eigene Land 
übertragen. Man baute nach und nach Silos, in 
denen man heute 700 000 Zentner Rohreis, 
„Paddy“ genannt, lagern kann. Da ständig ein 
Teil der Ernte sich in Trockenräumen oder in 
den verschiedenen Fabriken zur Behandlung be 
findet, genügen diese Lagerungsmöglichkeiten 
augenblicklich, um die ganze französische Ernte 
zu lagern. Es ist besonders unangenehm beim 
Reis, daß er im allgemeinen schon vor der 
Lagerung getrocknet werden muß, denn er darf 
zur Lagerung und besonders noch zur späteren 
Behandlung nicht mehr als 14 °/o Feuchtigkeit 
enthalten. In einem normalen Jahr kann man
	        

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