Full text: 1955 (0083)

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gen erkennen sie den gewaltigen Fortschritt auf 
technischem Gebiet an und empfinden dankbar, 
daß die Maschine dem Bergmann die schwerste 
Arbeit abnimmt. Den Jüngeren, denen unsere 
Jubilare ihren Arbeitsplatz nun bald überlassen, 
wird dies hauptsächlich zugute kommen. Die 
alten Bergleute aber dürfen sich getrost zur 
Ruhe setzen. 
Bevor unsere Jubilare jedoch von der Grube 
abkehren, haben wir einigen von ihnen einen 
Besuch abgestattet, um ihr Leben den übrigen 
Kameraden als Beispiel vor Augen zu führen. 
Allen — auch den vielen Ungenannten, — dan 
ken wir immer für die in Treue geleistete Arbeit. 
Wir werden ihrer immer ehrend gedenken und 
wünschen ihnen einen gesegneten Feierabend 
In diesem Sinne verabschieden wir uns von un 
seren Jubilaren mit einem herzlichen 
CLUCK AUFl 
Schachtsteiger Anton Baus an der Arbeit mit seinen Bienen 
Habach — ein hübsch auf einer Höhe gelege 
nes Dorf — von Wäldern umsäumt und in wo 
gende Felder eingebettet — ein weiter Blick hin 
über welliges Hügelland — in der Feme der 
Turm des Schaumbergs als zarte Silhouette am 
Himmel sichtbar. Und dort etwas abgelegen, ein 
schmuckes, sauberes Bauernhaus, inmitten von 
Obstwiesen: das Anwesen des 55 - jährigen 
Schachtsteigers Anton BAUS auf Grube Maybach. 
Wir finden den Jubilar, der gerade 2 Tage 
riickfeiert, in seinem Bienenhaus an der Arbeit. 
In dem weißgekalkten, mit Platten belegten 
Raum, der durch große Fenster erhellt wird, ste 
hen 43 Stöcke in 2 Etagen übereinander. Das 
wilde Summen der Völker dringt bis hierher. 
Aber von lästigem Besuch der Bienen bleiben 
wir im Bienenhaus verschont. Steiger BAUS 
zeigt uns verschiedene Geräte, über die ein Im 
ker seineis Stils verfügen muß: einen Brutappa 
rat zum Züchten der Königinnen (er kann auch 
zum Ausbrüten von Hühnereiern benützt wer 
den), Königinzuchtkästen, 2 Schleudern, darunter 
eine elektrische, 1 Dampfwaschschmelze zum Ein 
schmelzen der alten Waben und eine Mittel 
wandpresse mit der unser Jubilar 30 Mittelwände 
pro Stunde hersteilen kann. Diese Wände gießt 
er mittels eines kleinen Apparates elektrisch in 
die Rahmen ein, die wiederum in die Bienen 
kästen eingesetzt werden und den Bienen den 
Bau der Waben erleichtern. Der Steiger öffnet 
die rückwärtige Wand eines Bienenkastens. Ein 
wildes Gesumm schlägt uns entgegen. Durch ein 
feinmaschiges Drahtgitter geschützt, beobachten 
wir das Gewimmel auf den Waben. Und diese 
selbst! Maschinell könnten sie nicht exakter her 
gestellt werden. Doch da, welch seltenes Glück! 
Die Königin tritt mit ihrem Gefolge von 8 Bienen 
auf. Deutlich ist sie an ihrer größeren, schlanke 
ren Form zu erkennen. Noch während des wichti 
gen Geschäftes des Eierlegens (2000 bis 3000 pro 
Tag) wird sie von ihren „Hofdamen“ gefüttert. 
— Unser Jubilar züchtet in der Hauptsache die 
Kanika-Rasse, aber von der Flora-Rasse, die 
er sich auf schwierigem Wege in Österreich be 
schaffte, besitzt er ebenfalls einige Völker. Wenn 
er auch nach wie vor seine selbst gezüchteten 
Königinnen bei der staatl. anerkannten Beleg 
stelle in Hüttersdorf befruchten läßt, um rein 
rassige Völker zu bewahren, so legt er in letzter 
Zeit doch nicht mehr den gleichen Wert auf die 
Reinzucht, sondern geht vielmehr zur Leistungs 
zucht über. 60°/o des geernteten Honigs ist Tan 
nenhonig. Über die Durchschnittserträge befragt, 
hüllt er sich lächelnd in Stillschweigen. Welcher 
Imker machte auch diese Aussage! Dafür eine 
andere Zahl. Zur Fütterung im Winter benötigt 
er allein 6V& Zentner Zucker. 
Theoretisch und praktisch ist Imker Baus auf 
der Höhe. Er liest nicht nur die diesbezüglichen 
Fachzeitschriften, sondern nimmt auch von Zeit 
zu Zeit an Lehrgängen der Staatlichen Imker 
schulen teil. 
In den Monaten Mai und Juni machen ihm 
die Bienen am meisten Arbeit. Alle 7 Tage muß 
er sämtliche Völker nachsehen und jede einzelne 
Wabe in die Hand nehmen, um das Schwärmen 
zu verhindern. Während seiner umfassenden Er 
klärung gibt uns der Jubilar einige Kostproben 
verschiedener Honigsorten und schließlich auch 
des selbstgebrauten „Bärenfangs“, des bekann 
ten ostpreussischen Honigschnapses, der so herr 
lich mundet, daß wir vielleicht etwas länger im 
Eienenhaus bleiben als unbedingt erforderlich. 
Vor den Bienenständen befindet sich ein gro 
ßer Fischweiher, den Steiger BAUS selbst ange 
legt hat. 4 Jahre brauchte er dazu. Aber auch hier
	        

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