Full text: 1954 (0082)

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erforderlichen Anlagen erreicht werden. Für 
Frankreich befinden sich die an hydraulischer 
Kraft reichsten Wasserläufe in den (Nord-) 
Alpen und Pyrenäen, dann im Massiv Central, 
Jura und in den Vogesen. In den letzteren wird 
die Massenansammlung von Wasser durch die 
Verzweigung der Wasserläufe erschwert, mit 
Ausnahme des Weißen und Schwarzen Sees, 
die Anlagen zur Erzeugung elektrischer Energie 
besitzen. 
Man hat in Frankreich Wasserkraftanlagen im 
Hochgebirge, deren Turbinen von Stauseen ge 
speist werden, die ihren höchsten Wasserstand 
im Frühsommer haben, wegen der Schnee 
schmelze und des Gletscherwassers. Man baut 
aber auch Zentralen in der Ebene, welche ihre 
Spitzenleistung während des Hochwassers im 
Frühjahr und Herbst erreichen. Man sucht so 
den Leistungsausfall der einen oder anderen 
Anlage auszugleichen. Aber dies genügt bei 
weitem noch nicht, um den nötigen Energie 
bedarf zu liefern, ohne Heranziehung der ther 
mischen Kraftanlagen. Um nur mit hydraulischer 
Kraft den ganzen elektrischen Energiebedarf zu 
decken, müßte man Stauseen schaffen, mit einem 
Fassungsvermögen von mehreren Milliarden m 3 . 
Diesen idealen Zustand sucht man durch um 
fangreiche Projekte in der Zukunft zu erreichen. 
Die Trockenheit der letzten Jahre zeigt immer 
deutlicher, daß sehr bedeutende Wassermassen 
angesammelt werden müßten, um den Ausfall 
des natürlichen Wasserzuflusses auszugleichen. 
Große Wasserreservoire sind unerschöpfliche 
Gruben weißer Kohle, deren Ausbeutung kosten 
los ist. 
Der Bau einer thermischen Zentrale ist billiger 
als der einer hydraulischen, weil keine so um 
fangreiche Arbeiten (Staumauer, Druckleitungen 
z. B.) erforderlich sind. Außerdem kann man 
in den meisten Fällen die thermische Zentrale 
in der Nähe der Hauptverbraucherzentren er 
richten, wodurch die Unkosten langer Leitungen 
erspart werden. Schließlich ist eine thermische 
Zentrale keinen atmosphärischen Schwankungen 
unterworfen und liefert mit großer Sicherheit 
konstant die geforderte Strommenge. Aber ihr 
Betrieb ist teuer und erfordert Heranschaffung 
von großen Kohlenmengen und zur Überwachung 
ein zahlreiches Personal als eine hydraulische 
Zentrale. Ist ein Wasserkraftwerk gebaut, so 
ist sein Betrieb sehr billig, da die Wasserkraft 
nichts kostet. 
Das erste Stauwerk (Furens) mit einer Stau 
mauer von 55 m Höhe wurde in Frankreich in 
den Jahren 1861/66 gebaut; heute gibt es deren 
Hunderte. Vor Kriegsausbruch, im Jahre 1938, 
lieferten in Frankreich die hydraulischen Zen 
tralen etwa die Hälfte des gesamten Strom 
verbrauches in Höhe von 20 Milliarden kWh. 
Heute ist der Strombedarf etwa doppelt so hoch. 
Am Kriegsende, 1945, waren in Frankreich 
56 Wasserkraftwerke im Bau, die heute fertig 
gestellt sind. Zahlreiche andere sind schon be 
endet oder im Bau. Trotzdem bleibt noch viel 
zu tun. 1935 wurden pro Einwohner erzeugt: 
In Kanada 2136 kWh, in Norwegen 1094, in der 
Schweiz 1066, in den Vereinigten Staaten 745, 
in Frankreich 378, in Deutschland 300 kWh. 
Wenn diese Zahl für Frankreich auch heute 
etwas höher liegt, so wird doch die dem Lande 
zur Verfügung stehende hydraulische Kraft 
heute noch kaum zu einem Drittel ausgenützt. 
Frankreich ist gesegnet mit reichen Wasser 
kraftquellen, unter denen der Rhönefluß die be- 
Donzere - Mondragon: Die Staudämme
	        

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