Full text: 1954 (0082)

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Ukiett&Qe-/fofttfteissaegfe im Saarbergbau 
Von D i p 1. -1 n g. Gustav Schmidt 
L ange Jahre hindurch wurde im Saarbergbau 
die gesamte benötigte Preßluft über Tage in 
Kompressorzentralen erzeugt. Der Druck am 
Kompressor betrug je nach der Größe des 
Netzes und der Bemessung der Rohrleitungen 
5 bis 6 atü, so daß vor Ort etwa 4,5 atü vor 
handen waren. Dieser Druck reichte für die bis 
dahin in Betrieb befindlichen mittelschweren 
Bohrhämmer von etwa 20 kg Gewicht vollkom 
men aus. 
Im Zuge der nach dem Kriege einsetzenden 
starken Mechanisierung entstand das Bedürfnis 
nach noch leistungsfähigeren Bohrhämmern mit 
Gewichten von 50 bis 60 kg. Die ersten dieser 
überschweren Hämmer wurden aus den USA 
eingeführt; es waren die Typen T 350 der Firma 
Sullivan und die Type DA 35 der Firma Inger- 
soll-Rand. Später kam noch der Bohrhammer 
Type HM 470 W der Firma Boehler hinzu. 
Allen diesen überschweren Bohrhämmern ist 
gemeinsam, daß sie zur Erreichung ihrer vollen 
Leistung Drücke von etwa 6 atü benötigen. Da 
diese Drücke unter Tage nicht vorhanden sind, 
war man gezwungen, besondere Untertage- 
Kompressoren zu beschaffen und aufzustellen. 
Man hat also bewußt darauf verzichtet, den 
Druck im gesamten Preßluftnetz zu erhöhen. 
Diese Maßnahme wäre vollkommen unwirt 
schaftlich, da hierdurch automatisch auch der 
Luftverbrauch für Undichtigkeitsverluste und 
Dauerläufer (Ventilatoren, Wetterdüsen, Pum 
pen) ansteigen würde, der vielfach allein etwa 
40 Prozent der gesamten Lufterzeugung aus 
macht. Außerdem müßte die gesamte erzeugte 
Luft, also auch die nicht für die überschweren 
Bohrhämmer benötigte, auf den erhöhten Drude 
gebracht werden. 
Abb. i: 
Vorort-Kompressor Joy, Type WK 82 - T 
Äußere Ansicht 
Abb. 2: 
Vorort-Kompressor Joy, Type 40 
Außere Ansicht 
Bei den Untertage-Kompressoren kann man 
zwei Bauarten unterscheiden: Zunächst die 
Kompressoren die Luft aus der Atmosphäre an 
saugen und auf etwa 6 bis 7 atü verdichten; 
sie werden als Vorort-Kompressoren bezeichnet. 
Außerdem beginnt der Nachverdichter oder 
Zwischenverdichter an Bedeutung zu gewinnen; 
dies ist ein Kompressor, der aus dem Preßluft 
netz Luft mit einem Druck von 3—4 atü an 
saugt (Vordruck) und auf etwa 6—7 atü ver 
dichtet (Enddrudt). 
Beide Bauarten haben ihre ganz bestimmten 
Anwendungsgebiete: 
Bei Verwendung eines Vorort-Kompressors 
wird das Preßluftnetz entlastet, während bei 
Verwendung eines Nachverdichters dem Netz 
zusätzliche Luft entnommen wird, da der Luft 
druck an den Verbrauchern gesteigert wird und 
diese mehr Luft verbrauchen. Aus diesem Grund 
ist die Verwendung eines Nachverdichters nur 
auf den Gruben zweckmäßig, die über eine 
Kompressorzentrale mit ausreichender Reserve 
verfügen. 
Eine weitere Voraussetzung für die Verwen 
dung eines Nachverdichters ist eine reichlich 
bemessene Rohrleitung zu dem Nachverdichter. 
Diese muß so bemessen sein, daß der Vordruck 
bei der erhöhten Luftmenge nicht unter 3 atü 
absinkt. Andernfalls tritt infolge des erhöhten 
Druckverhältnisses eine Ueberlastung des An 
triebsmotors auf und eine Erwärmung des Kom 
pressors, für die er nicht vorgesehen ist. Außer 
dem sinkt die Liefermenge ab, wie weiter unten 
noch näher erläutert wird. 
Schließlich kann für die Wahl des Kompres 
sors auch die Rücksicht auf die Wärmeentwick-
	        
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