Full text: 1954 (0082)

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der Handwerkskammer ausgestellt wird, den 
Facharbeiterbrief für die technischen Zeichner 
und Chemielaboranten, den Bergvermessungs 
techniker-, den Kaufmannsgehilfen- oder den 
Bürogehilfenbrief, die Fahrhauer- und Meister 
bescheinigung, das Steiger-Abschlußzeugnis oder 
noch andere, von der Regie des Mines für die 
Teilnehmer an Sonderlehrgängen nach be 
standener Prüfung ausgestellte Zeugnisse. 
Der Lehrling und der Knappe 
Die Berufsausbildung, die dabei auf den Saar 
gruben selbst erteilt wird, dient zunächst ein- m 
mal der Heranbildung der Knappen. Im Saar 
land ist für den Bergmannsberuf eine drei 
jährige, normale Berufsausbildung vorgeschrie 
ben. Der Berglehrling schließt nach bestandener 
Aufnahmeprüfung mit der Regie des Mines 
einen Lehrvertrag ab und wird in die beim 
Oberbergamt geführte Lehrlingsrolle einge 
schrieben. Das Mindestalter für die Anlegung ist 
14 Jahre. Im Alter von 14 bis 16 Jahren erhält 
der Lehrling seine praktische Ausbildung über 
Tage, nämlich in den Lehrstätten und Lehr 
stollen ebenso wie auf den verschiedenen 
Ubertageanlagen wie Sieberei, Holzplatz und 
Werkstatt für die Instandhaltung der Maschinen 
und des Grubenmaterials und auf den Bau 
stellen. Mit 16 Jahren fährt er in die Grube ein 
und arbeitet während eines Jahres im Lehr 
revier, wo er sich unter der Anleitung von 
Ausbildungshauern und -steigern mit den Unter 
tagearbeiten vertraut macht. Die Ausbildungs 
zeit wird jedoch auf zwei Jahre für die mit 
16 Jahren und auf eineinhalb Jahre für die mit 
17 Jahren angelegten Lehrlinge herabgesetzt. 
Sämtliche Lehrlinge sind zum Besuch der berg 
männischen Berufsschule für 40 volle Schichten 
während jedes Ausbildungsjahres verpflichtet. 
Die Lehrpläne werden der Bergbehörde zur Ge 
nehmigung vorgelegt. Am Schluß der Ausbil 
dung findet dann die Knappenprüfung statt, die 
in Anwesenheit von Vertretern der Bergbe 
hörde abgehalten wird und sich sowohl auf eine 
praktische Prüfung unter Tage als auch auf 
schriftliche Arbeiten und eine mündliche 
Prüfung erstreckt. Der Knappenbrief mit dem 
goldenen Schlägel und Eisen auf dem schwarzen 
Einband wird in feierlicher Form in einer Ver 
anstaltung überreicht, an der „die Ingenieure, 
Aufsichtspersonen und Lehrer der Grube und 
die Vertreter des Oberbergamtes teilnehmen. 
Aus dem Knappen wird ein Hauer. Nach zwei 
jähriger Tätigkeit in der Grube, die nach einem 
von der Bergbehörde genehmigten Programm 
geregelt wird, und nach Teilnahme an einem 
60stündigen theoretischen Lehrgang kann der 
Knappe die Hauerprüfung ablegen. 
Für die Bergleute, die erst nach erreichtem 
18. Lebensjahr auf der Grube angelegt werden, 
ist eine kürzere Ausbildungszeit vorgesehen. 
Nach einer zweiwöchigen Lehrzeit einführenden 
Das Bergeauslesen 
erfordert alle Aufmerksamkeit der Lehrlinge 
Charakters über Tage, während der sie z. B. 
lernen, einen Stempel zu schneiden und die 
Untertagemaschinen umzulegen und während 
der sie insbesondere mit den Unfallverhütungs 
vorschriften bekannt gemacht werden, arbeiten 
sie sechs Monate im Lehrrevier. Danach werden 
sie an verschiedenen Betriebspunkten unter der 
Anleitung von ausgebildeten Hauern beschäf 
tigt. Nach dreijähriger Tätigkeit unter Tage 
können sie am Hauerlehrgang teilnehmen und 
die Hauerprüfung ablegen. 
Alle benötigten Handwerker, nämlich die 
Schlosser, Dreher, Schmiede, Elektriker, Elektro 
wickler, Elektromechaniker, Fernmeldemonteure, 
Kraftfahrzeugschlosser und Schreiner erhalten 
ihre vollständige Ausbildung in den Berufs 
schulen und den Betrieben der Regie. 
Auch die Zeichner, Laboranten, Vermessungs 
techniker und Bürolehrlinge machen eine drei 
jährige Lehrzeit durch. Sie besuchen 40 Tage im 
Jahr eine öffentliche Berufsschule und legen die 
Schlußprüfung vor der Industrie- und Handels 
kammer ab. 
Fahrhauer und Meister sind Aufsichts 
personen, die auf der Grube an einem Sonder 
lehrgang, bestehend aus 30 zweistündigen Vor 
trägen im Laufe von ungefähr zwei Monaten, 
und an einer zusätzlichen Ausbildung von sechs
	        

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