Full text: 1954 (0082)

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Berglehrlinge im Lehr- Brolpause 
Stollen beim Einbringen 
des Ausbaues 
ausbildung soll den Menschen zugleich zum 
gemeinsamen Handeln und zur gegenseitigen 
sozialen Verantwortlichkeit erziehen. 
Zeugnisse und Befähigungsnachweise 
für immer mehr Berufe 
Gerade in den letzten Jahrzehnten hat die 
Berufsausbildung im Bergbau eine bedeutende 
Ausdehnung angenommen. Das geht schon aus 
einer Aufzählung derjenigen Beschäftigungs 
arten hervor, die heute eine sehr weitgehende 
Berufsausbildung voraussetzen. Der Hauer be 
sitzt ein Zeugnis über die von ihm abgelegte 
Hauerprüfung und damit den Nachweis der 
nötigen Kenntnisse im Auffahren von Strecken, 
im Verhieb der Kohle, im Stellen des Aus 
baues und in der fachmännischen Bedienung 
der Gewinnungs- und Lademaschinen. Unter 
den Vollhauern und anderen Untertage-Arbei- 
tern mit einem Berufausbildungszeugnis werden 
dabei die Kategorien des Kohlen-, Gesteins 
und Zimmerhauers, des Umlegers, des Maschi 
nenhauers, des Schrämers, des Laders, des 
Schießmeisters und des Ausbildungshauers 
unterschieden. Der Knappe hat nach dreijähriger 
Lehre die Knappenprüfung abgelegt, arbeitet in 
der Kameradschaft unter Anleitung der Hauer 
und wird nach zweijähriger Knappenzeit und 
einem besonderen theoretischen Lehrgang, der 
mit der Hauerprüfung abschließt, selbst Hauer. 
Selbstverständlich besitzen die Handwerker 
unter und über Tage — Schlosser, Schmiede, 
Dreher, »Elektriker, Elektrowickler, Elektro 
mechaniker, Fernmeldemonteure, Kraftfahrzeug 
schlosser, Schreiner und Maurer — die vorge 
schriebene Berufsausbildung und den Gesellen 
brief. In der Ubertagebelegschaft müssen auch 
Maschinisten, Kesselheizer, Chemielaboranten, 
Zeichner und Stenotypisten für ihren Beruf aus 
gebildet sein. 
Bei den Angestellten unter Tage stellen die 
Fahrhauer, Maschinen- und Elektromeister 
untergeordnete Aufsichtspersonen dar, die als 
Bergleute mit Berufsausbildungszeugnis und 
großer Erfahrung an Sonderlehrgängen teilge 
nommen haben und vom Bergamt als Aufsichts 
personen anerkannt sind. Der Steiger — ob 
Gruben-, Maschinen-, Elektro-, Ausbildungs-, 
Vermessungs-, Schieß-, Wetter-, Material- oder 
Unfallsteiger — hat die Bergschule absolviert 
oder eine gleichwertige Ausbildung durchge 
macht. Auf der Stufenleiter folgen der Abtei 
lungssteiger, der die Verantwortung für einen 
Streb oder eine Abteilung trägt, und der 
Grubenfahrsteiger, der die Verantwortung über 
eine Gruppe von Streben oder Abteilungen hat. 
Es gibt daneben den Maschinen-, Elektro- und 
Vermessungsfahrsteiger, und auf der höchsten 
Sprosse steht der mit der Verantwortung für 
den gesamten Untertagebetrieb einer Grube 
beladene Obersteiger. 
Uber Tage gibt es noch mehr Variationen von 
Berufen mit besonderer Ausbildung: Den 
Meister und Aufseher, den Tages-, Maschinen-, 
Elektro-, Ausbildungs-, Kokerei- und Bausteiger, 
den Fahrsteiger, den Maschinenwerkmeister als 
oberste Aufsichtsperson des Ubertagebetriebes 
einer Grube oder eines Kraftwerks oder einer 
Kokerei, den Bauwerkmeister, den mit päda 
gogischer Sonderausbildung versehenen Berg 
berufsschullehrer, den technischen Sachbear 
beiter, den Zeichner und Vermessungszeichner, 
den Kohlenmesser und Versandmeister, den 
Laboranten, Labor- und Chemietechniker, den 
Schalttafelwärter, den Magazin- und Holzplatz 
verwalter, den Fördermaschinisten, den Lok 
führer, den kaufmännischen Angestellten und 
verschiedene Angestellte der Sozialabteilung, 
der Kindergärten, der Haushaltungsschulen, 
Sportwarte und Grubenwächter im Angestellten 
verhältnis. 
Wer einen unter diesen zahlreichen Berufen 
bei den Saargruben ausübt, hat als Zeugnis 
oder Befähigungsnachweis in Händen: den 
Knappen- und den Hauerbrief, den Gesellen 
brief für die Handwerker, der nach Prüfung vor 
Handwerkerlehrlinge im Grundlehrgang: 
An der Anreißplatte
	        

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