Full text: 1954 (0082)

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ihn selbst und seine Mitarbeiter, als die Sprech 
maschine beim ersten Versuch Erfolg hatte und 
aus dem Trichter das hineingesprochene Kinder 
lied „Mary had a little lamp“ wieder heraus 
tönte. Das war Zauberei. Eine Maschine konnte 
sprechen, phantastische Ungeheuerlichkeit! 
Im Menlo Park gab es Menschenaufläufe, um 
das Wunder zu bestaunen. Und ein Wunder 
folgte dem anderen, der Sprechmaschine die 
elektrische Glühlampe, der Lampe Großanlagen 
für elektrische Beleuchtung, dann Anlagen zur 
magnetischen Scheidung von Eisenerzen, der 
Nidceleisenakkumulator, Einrichtungen zur Her 
stellung von Zement, eine 
Kinoaufnahmeapparatur und 
anderes mehr. 
Die gewaltige Arbeitskraft 
Edisons verknüpfte sich mit 
immerwährender Gesundheit. 
Er war in seinem Leben nie 
mals ernsthaft krank, dabei 
ein unermüdlicher Arbeiter, 
der sich mit wenigen Stunden 
Schlaf begnügte. Der große 
Erfinder erreichte ein Alter 
von 84 Jahren. 
1765 wurde in Pennsylva- 
nien (USA) ein Mann geboren, 
dessen Namen für immer in 
die Geschichte der Dampf 
schiffahrt eingegangen ist: 
Robert Fulton. 
Bis zu seinem 25. Lebens 
jahr war Fulton ein ge 
schätzter Kunstmaler, der 
unter anderen auch den 
amerikanischen Präsidenten Benjamin Franklin 
porträtiert hat. Durch diesen kam er auch 
nach London in die Alte Welt. Aber eine 
neue Kunst, „die Technik", zog ihn an und der 
Maler wird zum Ingenieur. Durch unermüdlichen 
Fleiß gelang es ihm nach vielen Fehlschlägen, 
sich mit zahlreichen neuen Ideen durchzusetzen. 
Er bekam 1798 ein Patent in Frankreich auf ein 
neuartiges Kanalbausystem. Damals war der 
Kanalbau ein ausgedehntes Arbeitsfeld für 
junge Ingenieure. Napoleon selbst ließ sich von 
Fulton die Baupläne vortragen. Allein das 
Kriegsgeschehen jener Tage verlangte mehr 
nach Kriegswaffen als nach Friedenstaten. Ful 
ton unterbreitet die ersten Vorschläge zu 
seinem Unterseeboot der französischen Regie 
rung. In seiner Eingabe heißt es: „Die Zerstö 
rung der englischen Marine sichert die Freiheit 
der Meere, und Frankreich mit seinen reichen 
natürlichen Hilfsmitteln wird allein und ohne 
Rivalen die europäischen Mächte im Gleich 
gewicht halten." 
Fultons Unterseeboot war sechseinhalb Meter 
lang, zwei Meter im Durchmesser. Es wurde von 
drei Männern mit einer Kurbel, die eine vier- 
flügelige Schraube drehte, angetrieben. Es 
konnte drei Stunden in 7,5 Meter tiefem Wasser 
tauchen. Aber der Motor war noch nicht erfunden, 
und die Erfindung Fultons blieb unzulänglich. 
Seit jenem Tag arbeitete Fulton unermüdlich an 
dem Ausbau eines Dampfschiffes. Der 17. Au 
gust 1807 — ein Jahr nach seiner Rückkehr 
nach Amerika — ist der Geburtstag der Dampf 
schiffahrt. Unter dem Spott und dem Hohn 
gelächter der Zuschauer setzte sich in New York 
das erste Schaufelrad-Dampfschiff der Welt mit 
40 Gästen an Bord in Bewegung. Als es gegen den 
Strom die Richtung nach Al 
bany nahm und der Menge 
am Ufer mit einer unge 
ahnten Geschwindigkeit ent 
schwand, bemächtigte sich 
ehrfürchtiges Staunen der 
Masse und ein großes Ahnen 
durchzog die Menschen, weil 
sie fühlten, Zeugen eines um 
wälzenden Ereignisses zu 
sein. Ein Wunder hatte sich 
vor ihren Augen abgespielt. 
Die Welt der Maschinen 
fahrzeuge überflügelte die 
Welt der Postkutschen und 
der Segelboote. Auto und 
Dampfschiff traten auf den 
Plan. Mit der Geschichte der 
Kraftfahrzeuge ist der Name 
Rudolf Diesel untrennbar ver 
knüpft (1858—1913). Ihm ge 
lang es, die technische Welt 
1893 durch ein Buch heraus 
zufordern, das den Titel trug „Theorie und Kon 
struktion eines rationellen Wärmemotors zum 
Ersatz der Dampfmaschinen und der heute be 
kannten Verbrennungsmotoren". 
Die theoretische Seite der Dieselschen Dar 
legungen wurde für richtig erklärt, die prak 
tische Ausführung hingegen für gänzlich un 
durchführbar. Aber jedes Kind sieht heute auf 
der Straße Kraftfahrzeuge mit dem Namen des 
genialen deutschen Erfinders „Diesel". Das Ge 
heimnis des Dieselmotors besteht darin, daß in 
ihm im Gegensatz zum Benzinmotor (Ottomotor) 
ein Kraftstoffgemisch ohne Zündkerze zur Ent- j 
Zündung kommt. Dies wird durch eine sehr hohe 
Verdichtung der Verbrennungsluft im Zylinder 
erreicht, wobei über 600° auftreten, so daß der 
dann eingespritzte Kraftstoff sich von selber 
entzündet. 
Alle Weltfirmen haben die Patente zur Her 
stellung von Dieselmotoren erworben. Unter 
den schweren Kraftmaschinen (Industriemaschi 
nen, Lokomotiven, Schiffsmaschinen) ist der 
Dieselmotor die bedeutendste Kraftmaschine ge 
worden. In seinem Buch „Die Entstehung des 
Robert Fulton, 1765—1815
	        

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