Full text: 1953 (0081)

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Ü&et die Petweudm^ det PAeuote 
bei der Regie des Mines de la Sarre 
Von Dt. Alfred Jäger, Velsen 
Beim Verschwelen der Steinkohle fällt außer 
dem Schwelkoks Schwelteer in Mengen bis 
10 Gewichtsprozent, bezogen auf die Einsatz 
kohle, an. Dieser enthält in hohem Prozentsatz 
sogenannte „saure öle" (Phenole), die wert 
volle Zwischenprodukte für die chemische In 
dustrie darstellen. Im Chemischen Forschungs 
laboratorium des Schwelwerks Velsen wurde 
neuerdings die Zusammensetzung dieser öle 
aufgeklärt. Es wurden darin etwa 100 Körper 
gefunden und gewichtsmäßig bestimmt. Dabei 
wurde festgestellt, daß sich aus dem Schwelteer 
Grundkörper für Synthesen aller Art verhältnis 
mäßig billig isolieren lassen, die bisher teil 
weise mühsam künstlich hergestellt werden 
mußten. 
Auf Grund der Ergebnisse dieser Erforschung 
des Schwelteeres wurden aus dem Reagenzglas 
heraus Verfahren entwickelt und technische An 
lagen gebaut, die es ermöglichen, aus den 
Schwelteerphenolen Kunstharze für die weiter 
verarbeitende Industrie zu erzeugen. Dabei ist 
besonders zu erwähnen, daß bisher die Schwel 
teerphenole von Fachleuten als minderwertig 
und für die Weiterverarbeitung als ungeeignet 
bezeichnet wurden. Der Grund dieses Urteils 
war wohl die mangelhafte Aufklärung der Zu 
zusammensetzung dieser 
„sauren öle" gewesen. 
Die jetzt in Velsen er 
zeugten Harze mußten in 
technischem Maßstabe 
kundenreif entwickelt 
werden. Sie sind bereits 
in der Industrie einge 
führt. Aus Mangel an 
Rohstoffen können jetzt 
schon nicht genügende 
Mengen davon hergestellt 
werden. Es werden durch 
chemische Aufarbeitung 
und Synthese eine Reihe 
Harzlösungen, ebenso 
Festharze, erzeugt, und 
zwar: 
VELSOL: Eine Harzlösung, 
die zur Herstellung 
von Holzfaserplatten 
(HOLOPLATTEN) be 
nutzt wird. Durch be 
sondere Einarbeitung 
synthetisch weiterverarbeiteter Kohlenwert 
stoffe aus dem Teer ist es neuerdings mög 
lich, termitenfeste Holzfaserplatten zu er 
zeugen, ein für Lieferungen nach Afrika 
entscheidender Faktor. 
KUNSTHARZ A - 1: Eine Harzlösung, die zur 
Herstellung von elektrischen Isolierplatten, 
die unter dem Namen „Pertinax" allge 
mein bekannt sind, dient. Das fertige „Per 
tinax" ist ein Preßstoff, der zu 50 Gewichts 
prozent aus Harz und 50 Gewichtsprozent aus 
einem Spezialpapier besteht. 
KUNSTHARZ A-2: ist eine Harzlösung, mit 
der Holzfurniere zur Herstellung von Hart 
holz durchtränkt und gepreßt werden ein 
besonders modifiziertes Kunstharz. A-2 
dient für Hartholz in der Elektroindustrie. 
Hartholz enthält 40 Gewichtsprozent Kunst 
harz und findet vielseitige Verwendung im 
Waggon-, Schiffs- und Flugzeugbau zur 
Herstellung von Weberschiffchen, Zahn 
rädern usw. 
KUNSTHARZ A-3: dient zur Herstellung des 
allseits bekannten „Novotext". „Novotext“ 
findet Verwendung als Lagerschalen für 
Walzenlager in Stahl- und Eisenwerken. 
Die Lagerschalen werden mit Wasser ge- 
über den Stand der wissenschaftlichen Arbeiten des Chemischen Laboratoriums 
der Regie des Mines de la Sarre gab der Stand der Saargruben auf der Aus 
stellung anläßlich der Europäischen Bergmannswoche eine ausführliche Übersicht.
	        

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