Volltext: 1953 (0081)

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Bergmann Balies 
In der Schachthalle 
der Grube Reden. Hin 
ohrenbetäubende r 
Lärm, der beim Zu 
sammenstößen der För 
derwagen zu höchstem 
Fortissimo anschwillt. 
Zwischen Gleisen und 
rollenden Wagen vor 
bei schlängeln wir uns 
zur Bergezapfstelle vor, 
wo der 57jährige 
B a 11 e s Konrad 
beschäftigt ist. Dumpf 
schlagen die gebroche 
nen Berge in dem 
Waggon auf. Ein Hand 
griff. Und immer stür 
zen neue Massen aus 
dem riesigen Becher 
werk, das 100 t Berge 
faßt, herab. So füllt der 
Bergezapfer Förderwa 
gen auf Förderwagen. 
Bei dem Lärm in der 
Halle versteht man 
kaum sein eigenes 
Wort. Wir verlassen 
deshalb die Arbeits 
stelle, damit uns der 
Jubilar etwas von sich 
erzählen kann. Das 
Leben hat ihn hart an 
gepackt. Mit 14 Jahren 
verliert er seinen Vater 
und muß als Ältester 
von 7 Geschwistern 
den 14 Morgen großen 
Betrieb der Mutter be 
wirtschaften. Und dies 
neben seiner Arbeit 
auf der Grube. Nach 
den beiden Jahren über 
Tage wird er 1911 als 
Schlepper auf Grube 
Reden beschäftigt. 1915 
Bergmann Baltes an der Bergezaplstelle 
kommt er zum Militär. 
Noch in den letzten Jahren des Krieges erleidet 
er eine Gasvergiftung, die Magen- und Darm 
störungen zur Folge hat. Wegen dieser Leiden 
kann er nur noch mit leichteren Arbeiten be 
schäftigt werden — erst als Lokomotivführer, 
dann als Haspelführer in Blindschächten. In 
folge einer Hautvergiftung, die ihn ein halbes 
Jahr aufs Krankenlager wirft, kommt er über 
Tage an seine jetzige Arbeitsstelle. 
NEUFANG MALZBIER 
Als Gemeinderats- und Verwaltungsratsmit 
glied kämpft er gegen jede Art von Bürokratis 
mus und setzt alle seine Kräfte ein, der Allge 
meinheit zu dienen. Wenn es um Recht oder Un 
recht geht, nimmt er kein Blatt vor den Mund. 
Dann scheut er vor keinen noch so hitzigen 
Wortgefechten zurück und ruht nicht, bis er 
seinen Willen durchgesetzt hat. „Nur gut, daß 
ich in allen Lebenslagen meinen Humor be 
wahre", meint der Jubilar, der ein rechter Spaß 
vogel ist. 
Baltes hat einen Sohn und eine Tochter. 
Letztere ist bereits verheiratet. Der Sohn arbeitet 
auf der Anlage Marsaut vor Stoß. J. M.
	        

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