Full text: 1953 (0081)

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Für die Gesundheit der Bergleute: 
Moderne Röntgenstation auf Rädern 
Von Ingeboig M a r g ai t, Saarbrücken 
S chichtwechsel auf Grube Luisenthal. In kleinen 
Gruppen kommen die Bergleute vom Schacht. 
Sie gehen in die Waschkauen auf beiden Seilen 
der Anlage. Schwarz sind ihre Gesichter vom 
Kohlenstaub, und nur die Augäpfel leuchten un 
heimlich weiß. 
Nicht weit davon entfernt auf einem grünen 
Rasenstück unter einer Baumgruppe steht der 
neue Röntgenwagen der Regie. Die Männer, die 
dort arbeiten, sehen die Bergleute vorüber 
gehen. Sie sehen sie Tag für Tag, einmal auf 
dieser Grube, einmal auf jener. Sie wissen um 
die schädliche Wirkung des Steinstaubes, der 
nicht nur ihre Gesichter schwärzt, sondern auch 
die gefürchtete Bergmannskranheit — die Sili 
kose — verursacht. 
Zur Bekämpfung dieser Krankheit wurde der 
Röntgenwagen im Januar 1952 in Dienst gestellt. 
Schon kurz nach dem Kriege befaßten sich die 
maßgebenden Stellen der Direktion de la Main- 
d'Oeuvre der Regie des Mines de la Sarre auf 
Anregung von Direktor Montaut mit dem Ge 
danken, die Röntgenuntersuchungen der Ge 
steinshauer, die etwa seit 1935 durchgeführt 
werden, auf sämtliche Bergleute auszudehnen, da 
sie alle mehr oder weniger der Staubwirkung 
ausgesetzt sind. Nach längeren Verhandlungen 
mit dem Oberbergamt erließ dieses dann auch 
im November 1950 eine Verfügung, wonach sich 
die im Saarbergbau beschäftigten Bergleute 
periodisch einer Röntenguntersuchung unter 
ziehen müssen. Eine Anordnung solchen Aus 
maßes, derzufolge die umfangreichste Berufs 
gruppe eines ganzen Industriegebietes ge 
schlossen unter Röntgenkontrolle gestellt wird, 
hat bisher noch in keinem an 
deren europäischen Staat exi 
stiert und stellte die Regie vor 
gewaltige Aufgaben. Da die 
Verfügung jedoch auf Initiative 
der Regie erfolgte und die nö 
tigen Vorbereitungen bereits 
getroffen waren (ein Spezial 
röntgenapparat für Lungenauf 
nahmen wurde 1950 erworben), 
konnte schon zu Beginn des 
Jahres 1951 — also knapp zwei 
Monate nach Erlaß der Verfü 
gung — auf den verschiedenen 
Steinkohlenbergwerken mit den 
Reihenuntersuchungen begonnen 
werden. Mit der Organisation 
und Durchführung der Röntgen 
untersuchungen betraute man 
Dr. Claass, den Leiter der Arbeitsmedizinischen 
Abteilung der Regie, mit seinem Mitarbeiter 
Dr. Fischer. 
Nachdem die Reihenuntersuchungen im Jahre 
1951 in Räumlichkeiten der einzelnen Gruben 
stattfanden, wurden sie nach Fertigstellung des 
Fahrzeugs Mitte Januar 1952 in dem neuen 
Röntgenwagen vorgenommen, der in Bergmanns 
kreisen große Beachtung fand. Das Modell zu 
dieser modernen, fahrbaren Röntgenstation 
wurde in Zusammenarbeit mit der Medizinisdien 
Abteilung von dem Leiter der Transportabtei 
lung, Chefingenieur Jean Chambran, entwickelt. 
Das Fahrzeug — in Form eines Anhängers — 
ist in seiner Konstruktion vollkommen neuartig 
und wird auch in Zukunft für den Bau ähnlicher 
Wagen richtungweisend sein, zumal es sich 
nun seit Monaten sehr bewährt hat und nach 
Aussagen der Ärzte bei den Untersuchungen 
keine Nachteile gegenüber solchen, die in einem 
Raum stattfinden, spürbar sind. 
Der weiße Koloß auf Rädern ist den Berg 
leuten wohlbekannt, und nur wenige neugierige, 
junge Burschen schauen im Vorbeigehen durch 
die offenstehende Tür, um festzustellen, wie der 
Anhänger innen beschaffen ist. — Ihr Blick fällt 
auf den großen Aufenthalts- und Umkleideraum, 
der unmöbliert ist und lediglich an den Wänden 
Kleiderhaken enthält. Der normale Raum des 
Wagens von 10,20 m innere Länge und 2,40 m 
innerer Breite wird im Stand durch das Auf 
klappen der Seitenwände im mittleren Drittel 
um je zwei Auskleidekabinen erweitert. Diese 
zusätzlichen Räume sind je 2,40 m lang und 3 m 
breit. Die Gesamtlänge des Querraums beträgt 
Der Röntgenwagen mit Anhänger im Hofe der Regie des Mines
	        

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