Full text: 1952 (0080)

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denen aus sie in die Öfen gelangen. Hier ist der 
Arbeitsbereich des Maschinisten Kollmann, der 
im Bedarfsfall den Vorarbeiter vertritt. Koll 
mann (dessen Vater auch 41 Jahre lang auf 
dem Bergwerk Heinitz gearbeitet hat) fuhr im 
November 1910 auf Grube Heinitz an und war 
28 Jahre lang unter Tag als Ortshauer tätig. 
Am 18. 3. 39 wurde er zur Kokerei Reden 
verlegt und arbeitete beim Aufbau der neuen 
Kokerei mit. Seit 1. 1. 41 ist er in der Kokerei 
Heinitz beschäftigt. 
Der Jubilar ist sehr rege. Als Mitglied des 
Gemeinderats und Präsident des Gartenbau 
vereins Spiesen spielt er eine nicht geringe 
Rolle im öffentlichen Leben seines Heimat 
ortes. Voll Stolz erzählte er uns von seiner 
Arbeit für die Gemeinde und bucht es als 
seinen schönsten Erfolg, daß er die Genehmi 
gung der Regierung für eine Obstverwertungs 
anlage erhalten hat, die den Mitgliedern des 
Gartenbauvereins zugute kommen soll. In seiner 
Freizeit betreibt Kollmann einen ausgedehnten 
Gartenbau, ist Obstbaumzüchter, Hühnerhalter 
(26 Hühner) und Imker. Seine besondere Liebe 
gilt den Blumen. Wenn er einmal in Pension 
gegangen ist, will er sich ganz der Blumen- und 
vor allem der Rosenzucht widmen. Jetzt, da er 
von seinen verschiedenen Rosensorten spricht 
und eine Beschreibung der bald in voller Blüte 
stehenden Flora seines Gartens gibt, leuchten 
seine Augen hell auf. Kummer bereitet es ihm 
aber, daß er die Früchte seines Fleißes — seinen 
schön gepflegten Garten, seine Rosen, Obst 
bäume und -sträucher, Bienen und das selbst 
gebaute Häuschen — nicht an seinen Sohn 
weitergeben kann, weil dieser, sein Einziger, 
in Rußland vermißt ist. 
Noch viele der Jubilare könnten wir be 
suchen. Ihr Lebensweg wird nicht wesentlich 
anders verlaufen sein, als der ihrer Kameraden, 
von denen wir hier gesprochen haben. In 50- 
bzw. 40jähriger Pflichterfüllung wurde ihr Haar 
bleich, oft ihr Rücken krumm. Manche hatten 
Glück und erreichten etwas im Leben — eine 
angenehme Stellung oder ein Häuschen — oder 
aber das Köstlichste, was einem Menschen 
widerfahren kann — sie haben ihre Kinder zu 
anständigen Menschen erzogen und ihnen einen 
guten Beruf gegeben. Jeden trafen pinmal 
schwere Schicksalsschläge, und oft kamen Not 
zeiten, in denen man mit dem Geschick zu 
hadern drohte. Alle aber haben den Segen der 
Arbeit erkannt — das geht immer wieder aus 
ihren Gesprächen hervor — und dieses Wissen 
an Söhne und Töchter weitergegeben. 
* 
Am 30. April 1951 waren 
1 Angestellter und 1 Arbeiter 50 Jahre und 
34 Angestellte und 252 Arbeiter 40 Jahre 
ununterbrochen in den Diensten der Saargruben 
beschäftigt. 
In 228 Fällen war der Vater und 
in 142 Fällen war der Vater und der Großvater 
bei den Saargruben beschäftigt. 
Von den Jubilaren arbeiten 81 Kinder im 
Saarbergbau. 
Von 2 Jubilaren arbeiten je 4 Söhne, 
von 1 Jubilar arbeiten 3 Söhne, 
von 10 Jubilaren arbeiten je 2 Söhne, 
von 50 Jubilaren arbeiten je 1 Sohn 
in den Betrieben der Saargruben, in welchen 
ihre Väter seit 50 bzw. 40 Jahren tätig sind. 
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