Full text: 1952 (0080)

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Das Dörfchen Besch 
leitung, deren Drähte bei den Kämpfen am 
Orscholzriegel zerschossen wurden, zeugen vom 
Leben, vom modernen Leben . . . 
Wintertag im „Perler Land“ 
Der naßkalte Frühnebel jagt in eiligen Fetzen 
über die kahlen Höhen unter einem tiefver 
hangenen, diesigen Regenhimmel dahin. Kalter, 
feuchter Januarwind heult und pfeift über die 
weit offenen und welligen Hochflächen. Aus 
dem Regenloch der Obermosel kommt er hinter 
der „Remicher Brück" hervorgekrochen und 
bläst mit vollen Backen gegen die tief am 
Boden der flachen Muldentäler sich duckenden 
Dörfer. Weiter geht die wilde Jagd durch die 
breiten Straßen und über die einsamen Höhen 
wege hinweg. Knarrend biegen sich die alters 
steifen Eschen zu beiden Seiten der verlassenen 
Römerstraße der „Alt Straiß" hinter Kirf und 
Münzingen. Aber fest stehen die altersge 
schwärzten Hofhäuser der Bauern mit ihrem 
breiten Giebel und dem Flachdach im frucht 
baren, fetten Boden der Gauerde verankert. 
Dicht unter der tiefen Kandel verstecken sich 
die nach Lothringer Bauart wie Schlitze ange 
brachten Dachlucken. 
«Mein Keller liegt unter dem Dach", sagt da 
zu der pfiffige Gaubauer. Später am Tage, in 
den späten Nachmittagsstunden, wenn der Tag 
in das Dunkel des frühen Winterabends hin 
überschwimmt, wechseln Szenerie und Land 
schaftsbild: 
Regenschwer und schwarz hängen jetzt die 
Wolkenballen unter einem bleiernen Himmel. 
In böigen Stößen treibt der schneidend rauhe 
Nordwest den feinen, dünnen Strichregen über 
die kahlen Gauhöhen. Gegen Abend wächst der 
Wind noch weiter. 
Schneelandschaft bei Perl 
Aber dem heimeligen 
Dorf im Tal, in dem nach 
und nach die Lichter auf 
blitzen, wird kein noch so 
starker Sturm etwas an- 
haben können. Mag er 
auch noch so sehr rasen 
und beharrlich oder gar 
zäh verbissen an den 
alten Eichenbohlen des 
Dachgebälks rütteln und 
die morschklirrenden Bur 
gunderziegel durcheinan 
derschütteln. Sie haben 
schon ganz andere Sachen 
über sich ergehen lassen 
müssen. 
Hinter den kleinen, fast 
quadratischen Fenster 
scheiben gegen die drau 
ßen der Regen peitscht, 
hocken im wohligen Halbdunkel der Küche, auf 
warmer Ofenbank, die Kleinsten des Hauses 
und hauchen ihren warmen Atem an die kalte, 
von der Küchenwärme betaute Fensterscheibe. 
Im monotonen Einerlei tropft schon stunden 
lang der Regen von der schmalen Dachkandel 
auf die breiten Kalksteinfliesen des Hofes. 
„Dagg, dagg, dagg" fallen die Tropfen, Laut
	        

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