Full text: 1951 (0079)

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Zwischen der Bohrkrone und 
dem Bohrgestänge ist das Kernrohr 
eingeschaltet. Mit einer besonderen 
Klemmvorrichtung, die an seinem 
unteren Ende angebracht ist, wird 
der Gesteinskern, um den die hohle 
Bohrkrone ihre drehende Bewegung 
ausführt, abgerissen. Je nach der 
Länge des Kernrohres oder der 
Härte des Gebirges werden längere 
oder kürzere Kerne gewonnen. Um 
diese nach Tage zu befördern, zu 
ziehen, muß auch die ganze Gestänge 
tour herausgezogen werden. Die 
einzelnen Gestängerohre sind 5 m, 
bei tieferen Bohrungen bis 8—-10 m 
lang. Bei sehr tiefen Bohrlöchern 
wird man den Turm bis 50 m und 
höher machen. Man braucht die 
Gestängetour dann nicht bei jedem 
Ziehen ganz auseinanderzuschrau 
ben, sondern kann sie in jeweils 
3—4 Gestängerohren zusammen 
lassen und im Bohrturm neben 
einander aufstellen. 
Sowohl das stoßende als auch 
das drehende Bohren kann trocken 
oder mit Spülung vor sich gehen. 
Beim trocknen Bohren ist die 
Herausbeförderung des zertrümmer 
ten Gesteins oft sehr zeitraubend. 
Man bohrt heute meist mit Spülung. 
In der Regel wird der Spülstrom 
durch den Spülkopf und das un 
mittelbar mit diesem verbundene 
Bohrgestänge bis auf die Bohrloch 
sohle geführt. Zwischen diesem und 
der Bohrlochwand steigt es wieder 
hoch. Die Bewegung des Spülstromes 
erfolgt durch eine besondere 
Pumpenanlage. Um Nachfall im 
Bohrloch zu vermeiden, verwendet 
man anstatt Wasser die sogenannte 
Dickspülung. Diese entsteht da 
durch, daß man dem Wasser einen 
besonderen Ton beimischt und so 
mit das spezifische Gewicht des 
Spülstroms auf 1,3 bis 1,5 erhöht 
wird. Dadurch entsteht im Bohrloch 
eine verhältnismäßig schwere 
Schlammwassersäule von einem 
größeren Überdruck, die das Zu 
bruchgehen der Bohrlochstöße ver 
hindert. In besonderen Behältern 
(Kläranlagen) über Tage wird die 
Spülung wieder geklärt und erneut 
in das Bohrloch geführt, einen 
dauernden Kreislauf ausführend. 
Die auftretenden Wasserverluste 
müssen natürlich laufend ersetzt 
werden, denn in klüftigem Gebirge 
geht es oft zu einem erheblichen 
Teil verloren. Beim drehenden 
Bohren erfüllt die Spülung auch als 
Kühlung des Bohrwerkzeuges einen 
sehr wichtigen Zweck. 
Abb. 4: Die Meissei wiegen oft 
mehrere Zentner
	        

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