Full text: 1951 (0079)

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neigen die Abnehmer immer mehr dazu, sich 
bezüglich der Korngröße der Kohle auf eine ge 
wisse Sorte festzulegen, wobei der Unterschied 
zwischen den kleinsten und den größten Stücken 
immer geringer wird. So nehmen beispielsweise 
die Hausbrandöfen oder die Kesselroste nur Nuß 
10/20, 20/35, oder 35/50 und manchmal auch 
35/80 auf, wobei diese Zahlen als in Millimeter 
ausgedrückt aufzufassen sind, selbst dann, wenn 
diese Einheit nicht ausdrücklich vermerkt ist. 
Die obere Grenze der Nußkohle, die bei 80 mm 
liegt, wird selten überschritten. 
Außerdem weiß der Bergmann auch, daß die 
von ihm geförderte Kohle durchaus nicht rein 
ist. Er weiß ferner, daß sie sichtbare Berge und 
auch reine, sehr schwere Steine enthält, die be 
züglich der Größe sehr verschieden sind und aus 
feinem Staub bis zu dicken Blöcken bestehen 
können. Es fehlt schließlich nicht an wißbegie 
rigen Bergleuten, die irgendwelche Stücke zu 
fällig in die Hand genommen und bei genauer 
Betrachtung festgestellt haben, daß diese ab 
wechselnd und manchmal sehr dünne, dem 
menschlichen Auge kaum sichtbare Kohle- und 
Steinschichten aufweisen. Was jedoch der Berg 
mann nicht wissen kann, ist die Tatsache, daß 
diese Mischung und diese abwechselnden Schich 
ten von reiner Kohle und reinem Stein so 
ineinander verlaufen und in ihrer Winzigkeit 
so weit gehen können, daß ihr Vorhandensein 
nur noch durch das Mikroskop feststellbar ist 
(Figur 1). Diese Stücke heißen verwachsene 
Stücke oder Mittelprodukt. Einige unserer Leser 
wissen bereits, daß, wenn die reine Kohle einen 
niedrigen Aschegehalt aufweist, der bei einigen 
Einheiten von Hundert liegt, beispielsweise bei 
6, die Berge dagegen einen sehr hohen Asche 
gehalt haben, der etwa bei 70 % liegt. Wissen 
sie aber auch, daß die verwachsenen oder Mittel 
produkte einen sehr wechselnden, zwischen 
stufigen Aschegehalt haben, der von 6 °/o der 
Kohle bis zu 70 % der Steine ansteigt? Es ist 
klar, daß der Kunde keine Zuneigung für die 
Mittel- oder verwachsenen Produkte zeigt, und 
daß es, um daraus Nutzen ziehen zu können, 
unbedingt erforderlich ist, diese von den für 
den Verkauf bestimmten Kohlen zu trennen und 
sie einer besonderen, ihnen entsprechenden 
Bestimmung zuzuführen. So können diese Mittel 
kohlen beispielsweise auf den Kesselrosten, und 
zwar am besten in 
den Kesselhäusern der 
Gruben verbraucht 
werden. 
Es ist zu bemerken, 
daß die laufend ver 
kaufte Kohle, sei es 
beim Kohlenhändler 
für den Privatver 
brauch, sei es in gan 
zen Waggonladungen 
für industrielle Unter 
nehmen, frei sein muß 
von Bergen, verwach 
senem Gut oder Mit 
telprodukt. Als An 
haltspunkt führen wir 
einige Zahlen an. 
Die verkaufsfähige 
Kohle soll im allge 
meinen einen Asche 
gehalt von 5, 6 oder 
7 % aufweisen. Das für 
die Kesselhäuser getrennte Mittelprodukt und 
das verwachsene Gut soll einen Aschegehalt 
haben, der je nach dem Fall in ihrer Gesamtheit 
zwischen 25 und 35 °/o schwankt. Schließlich 
müssen die auf die Halde zu stürzenden Berge 
einen möglichst hohen Aschegehalt haben, und 
zwar derart, daß sie keine noch verwendbare 
Kohle oder noch verwendbares Mittelprodukt 
mehr enthalten, wobei 70 °/o erreicht oder über 
schritten werden müssen. Fassen wir zusammen: 
Damit die zu Tage geförderte Kohle den Ver 
brauchern verkauft werden kann, muß sie fol 
gende zwei wesentliche Bedingungen erfüllen: 
1. Es müssen ihr die reinen Steine und das 
Mittelprodukt entzogen werden. 
2. Die Kohle muß in fest bestimmte Korngrößen 
eingeteilt werden. 
Für diese bestimmten Korngrößen ist ein oberes 
und ein unteres Ausmaß festgesetzt, das, wie 
schon erwähnt, in Millimetern ausgedrückt 
wird, und zwar so, daß die Kohlenverbraucher 
die genaue Größe der Stücke finden, die ihrem 
Bedarf entsprechen, d. h. den Verwendungsstel 
len, über die sie verfügen und die es zu speisen 
gilt. 
Fig.l: Verwachsenes Cul (Mitielproduld)
	        

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